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ErbbaurechtsvertragAZ in Köln soll bis Ende 2026 nach Kalk umziehen

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In der früheren RGW-Zentrale in Kalk wird das Autonome Zentrum einziehen.

In der früheren RGW-Zentrale in Kalk wird das Autonome Zentrum einziehen.

Die Stadt beendet ihre jahrelange Standortsuche mit einer dauerhaften Lösung. 1,2 Millionen Euro fließen in die Sanierung des neuen Standorts, ein 80-Jahre-Vertrag sichert langfristige Planbarkeit nach dem Umzug vom Eifelwall.

Die Stadt Köln ist zuversichtlich, dass das Autonome Zentrum (AZ) bis Ende des Jahres vom Eifelwall nach Kalk umzieht. Man habe den Nutzungsvertrag für den bisherigen Standort an der Luxemburger Straße 93 „letztmalig um ein weiteres Jahr verlängert“, teilte das Liegenschaftsamt der Politik mit. Im November 2024 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Stadt dem AZ ein Gebäude im Gewerbehof „In den Reihen 16“ per Erbbaurecht zur Verfügung stellt. Ziel ist, dass das AZ „als soziokulturelles Zentrum dauerhaft bestehen kann“ und den Standort am Eifelwall, der zur Grünfläche werden soll, aufgibt.

Stadt verpachtet Gebäude für 287 Euro im Monat an das AZ

Der entsprechende Vertrag mit dem Trägerverein des AZ, „Kultur in Kalk e.V.“, wurde Ende 2025 beurkundet. Die bisherigen Mieter mussten ausziehen. Wie berichtet zahlt der Verein für das 2700 Quadratmeter große Grundstück 3442,50 Euro pro Jahr, das sind 286,88 Euro im Monat. Der Vertrag läuft über 80 Jahre mit zweimaliger Verlängerungsoption um je zehn Jahre.

Auf dem Gelände befindet sich die ehemalige Zentrale der Rechtsrheinischen Gas- und Wasserversorgung (RGW), die Gebäude aus den 50er- und 60er-Jahren sind in schlechtem Zustand. Für ihre Herrichtung stellt die Stadt rund 1,2 Millionen Euro bereit. Ein Teil der Sanierungsarbeiten wird durch das AZ in Eigenleistung erledigt. In dem Komplex sollen Veranstaltungsräume, ein Café, eine Küche, Büros und Lagerräume entstehen.

Neuer Standort fuers AZ in Kalk

Der neue Standort für das AZ in Kalk

Laut Liegenschaftsamt werden derzeit die Voraussetzungen für den Umzug des AZ nach Kalk geschaffen. „Der Erbbaurechtsnehmer hat die erforderlichen Bauanträge gestellt und beginnt im Januar 2026 mit den ersten Ertüchtigungsmaßnahmen in Eigenleistung beziehungsweise mit Unterstützung von Fachfirmen. Hierunter fällt beispielsweise der Rückbau von schadhaften Sanitäreinrichtungen, Deckenverkleidungen und nicht tragenden Innenwänden sowie die Entsorgung nicht benötigter Inneneinrichtungen“, heißt es in der Mitteilung an die Politik. Erst nach Erteilung der Baugenehmigung könnten „weitere notwendige Maßnahmen wie zum Beispiel brandschutztechnische Ertüchtigungen, Trockenbauarbeiten, Neuinstallationen der Sanitäreinrichtungen und Elektroleitungen folgen“. Laut Bauablaufplan des beauftragten Architekturbüros könne eine „Teilnutzung der Gebäude durch das AZ Ende 2026 erfolgen, sofern die Baugenehmigungen bis Mitte des Jahres erteilt werden“. Die Bauarbeiten habe in der vergangenen Woche begonnen.

Das Busunternehmen Piccolonia Bus-Reisen, das eine benachbarte 3980 Quadratmeter große Teilfläche von der Stadt gemietet hat, wird nach Ostheim umziehen. Der Kaufvertrag für ein 10.101 Quadratmeter großes unbebautes städtisches Grundstück am Herkenrathweg ist bereits unterschrieben. „Wir sind zuversichtlich, bald mit den Arbeiten starten zu können, und peilen einen Umzug im Laufe des Jahres 2027 an“, sagte Geschäftsführer Markus Klein der Rundschau. Wenn die Busfirma umgezogen ist, werde auf dem Grundstück „zu gegebener Zeit eine gewerbliche Nutzung umgesetzt“, so eine Stadtsprecherin auf Anfrage.

Auf einer dritten Teilfläche, 485 Quadratmeter groß, stehen ein Pförtnerhaus und eine Halle. Sie sollen ertüchtigt und an einen Sportverein vermietet werden, der seit mehr als 20 Jahren auf dem Gelände ansässig ist.

Das AZ war 2014 von Kalk in den ehemaligen Betriebshof des Kanalbauamts an der Luxemburger Straße umgezogen und sollte ursprünglich nur bis Ende 2018 dort bleiben. Weil die Suche nach einem neuen Standort so lange dauerte, hat die Stadt die Nutzungsgenehmigung immer weider um ein Jahr verlängert.