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Ehrenamtspreis der Kölnischen RundschauKatja Funken ist „Jeck met Hätz“

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Katja Funken ist eine von drei Preisträgerinnen und Preisträgern von „Jeck met Hätz“.

Katja Funken ist eine von drei Preisträgerinnen und Preisträgern von „Jeck met Hätz“.

Katja Funken leitet eine Kindertanzgruppe, eine Seniorinnentanzgruppe und ein Männerballett und gibt mit ihrem Engagement ihre Liebe zum Tanz weiter.

Am liebsten ist Katja Funken in Bewegung. In Turnschuhen steht sie vor der Bühne, bewegt die Arme vor und zurück, marschiert auf der Stelle und hüpft im Takt. Das gibt den Pänz auf der Bühne die Sicherheit, ihre Schritte nicht zu vergessen. „In Wirklichkeit können sie es aber auch schon ganz toll ohne mich“, sagt Katja Funken. Was sie sich noch bei ihr abgucken: ihr ansteckendes Lächeln. Es zaubert den Kindern auf der Bühne und allen anderen ganz automatisch die Freude ins Gesicht. 

Für ihr Engagement neben und hinter der Bühne bekommt Katja Funken in diesem Jahr den Rundschau-Ehrenamtspreis im Fastelovend „Jeck met Hätz“. Die 47-Jährige leitet seit acht Jahren die Schüler-Tanzgruppe „Pänz us Lindenthal“ der Hans-Christian-Andersen-Grundschule. 2018 übernahm sie diese von Gloria van Buuren-Wiese, die die Betreuerin des Kinderdreigestirns wurde. „Damals hat auch meine Tochter mitgetanzt“, erzählt Funken. Ihre Kinder wurden älter, aber sie blieb. „Ich dachte mir, was man einmal gelernt hat, das kann man auch weitergeben.“ Sie selbst tanzte schon mit fünf Jahren in der Kindertanzgruppe der Ehrengarde, später als Jugendliche bei den „Kammerkätzchen und Kammerdienern“. Dass Katja Funken den Karneval im Blut hat, verdankt sie ihren Eltern. Ihr Vater Manfred, Mitglied der Ehrengarde, war 1992 die Jungfrau im Dreigestirn. „Karneval feiere ich, seit ich denken kann“, sagt Funken.

Die Seniorinnentanzgruppe von Katja Funken.

Die Seniorinnentanzgruppe von Katja Funken.

In den Sommerferien denkt sie sich die neuen Schritte aus, im September starten die „Pänz us Lindenthal“ zumeist mit neuer Besetzung in die Session. Ab der zweiten Klasse können Kinder mitmachen, trainiert wird immer sonntagsvormittags. „Wir sind keine professionelle Tanzgruppe“, sagt die 47-Jährige, „sondern eine Karnevals-AG.“ Viel zu bescheiden, denn die sieben bis elfjährigen Tänzerinnen machen schon Überschläge, Räder und Spagat. Auch im Hintergrund läuft vieles wie bei den Profis: Funken entwickelt eigene Choreografien, wählt Musik aus und studiert die Tänze mit den Kindern ein, sie stattet alle mit Kostümen aus, flechtet unzählige Zöpfe und organisiert die Auftritte. Stolze elf Stück sind es in diesem Jahr: in der Schule, in Pfarrsälen oder Altenheimen. An Weiberfastnacht treten sie auf dem Hermeskeiler Platz in Sülz auf, am Dienstag gehen sie dort im Veedelszug mit. Immer mit dabei: der Hausmeister der Schule, der die Standarte trägt.

„Jeck met Hätz“ 2026: Katja Funken bringt Kindern auch das kölsche Liedgut näher

In der Musikauswahl sind die„ Rakete“, aber auch der „Stammbaum“  - auch das kölsche Liedgut will Katja Funken den Pänz neben dem Tanzen näher bringen. „Natürlich bringe ich ihnen etwas bei. Aber bei uns geht es nicht um Leistung, sondern nur um den Spaß“, sagt Funken. Und auch um das soziale Miteinander, das Anderen-eine-Freunde-machen. Das lernen die 18 Nachwuchstänzerinnen vor allem in Form von Auftritten in Alten- und Pflegeheimen. „Die Bewohnerinnen und Bewohner genießen unsere Auftritte immer sehr“, so Funken. 

Dort wurde sie vor fünf Jahren angesprochen: Ob sie sich vorstellen könne, auch eine Gruppe älterer Damen zu trainieren? Seitdem bringt sie auch sechs Seniorinnen über 70 auf die Bühne, „die Pfarrfunken“. Mal mit Walzer-Elementen, mal etwas rockiger. „Der Applaus tut auch den Senioren gut. Wer hört in dem Alter denn sonst schon: Was hast du toll getanzt!“ Regelmäßig vereint sie die Generationen auf der Bühne - für alle ein Gewinn, findet Funken. „Es ist ein großes Wir-Gefühl.“ Pänz lernen von den Senioren und umgekehrt. 

Irgendwann kam auch noch das „Männerballett“ dazu: Das „Clari Ballett“ suchte jemanden, der es für den jährlichen Auftritt beim Kita- und Kirchfest im Clarenbachstift trainiert. „Das ist wirklich ulkig und sehenswert, wir machen sogar Hebefiguren“, so Funken, die eigentlich als Projektentwicklerin bei einem Immobilienmakler arbeitet. „Und sie sind sehr dankbar. Alle Gruppen sind alle total dankbar.“

Beim Rundschau-Ehrenamtspreis „Jeck met Hätz“ wurde Katja Funken gleich ein halbes Dutzend Mal vorgeschlagen - so oft wie niemand anderes. Einfühlsam, motivierend und voller Leidenschaft für das Brauchtum, so wird sie von allen beschrieben. Sie selbst zieht ihre Kraft für das Ehrenamt vor allem aus dem, was ihr die Menschen zurückgeben. „Ich mag es, wenn ich merke, dass ich Menschen mit meiner Art bewegen kann. Ich mache Menschen gerne glücklich“, sagt die 47-Jährige. Jeder habe auch mal nicht so schöne Dinge erlebt, sei manchmal traurig, „aber wenn sie aber mit strahlendem Gesicht von der Bühne kommen, egal ob jung oder alt, dann haben sie einfach nur diese Fröhlichkeit und Herzlichkeit in sich. Das ist einfach ein schönes Gefühl.“


Das ist Jeck met Hätz

Drei Jecken hat die Rundschau in den vergangenen Wochen gesucht, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich für den Kölner Karneval einsetzen. Durch eine Online-Abstimmung und die Wertung unserer Jury, bestehend aus Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn sowie Bernhard Conin und Johanna Cremer von den Freunden und Förderern des Kölnischen Brauchtums, haben sich Herbert Radke, Katja Funken und Friedrich Schlichting als Preisträgerinnen und Preisträger hervorgetan.

Die drei werden am Karnevalsfreitag beim Sternmarsch der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums auf dem Alter Markt geehrt. Die Veranstaltung ist vor allem ein Dankeschön an die vielen Veedelsvereine, in denen sich unzählige Menschen ehrenamtlich für den Kölner Karneval verdient machen. Sie alle tun es für ihre Vereine und die Gemeinschaft, aber auch für die gesamte Stadt. „Alaaf – Mer dun et för Kölle“ lautet passenderweise das Sessionsmotto in diesem Jahr, dass all diese Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler in den Fokus rückt und das große Engagement tausender Jecken ehrt.

Ausgezeichnet werden die Preisträgerinnen und Preisträger von „Jeck met Hätz“ mit einer eigens für den Rundschau-Wettbewerb designten Spange. Entworfen hat sie der Prinz Karneval des Jahres 2012, Marcus Gottschalk, der auch Vorstandsmitglied des Festkomitees Kölner Karneval ist. Angefertigt wurden die Einzelstücke von Metallkünstler Tobias Kreiten.

Im kommenden Jahr geht „Jeck met Hätz“ in eine neue Runde: Auch dann sind Vereine und Privatpersonen aufgerufen, Ehrenamtliche aus dem Fastelovend zu nominieren, die sich in besonderem Maße für den Fastelovend engagieren: in Schulen, Vereinen, in den Veedeln, auf, hinter und vor der Bühne. Wenn Sie schon jetzt Nominierungen vormerken möchten, schicken Sie uns gerne eine Mail an jeck@kr-redaktion.de.