Bei Untersuchungen haben sich weitere Mängel gezeigt. Wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar.
KölnSanierung wird größer als gedacht - Agrippabad schließt am 1. Januar

Die Fassade des Agrippabades soll saniert werden - wann, ist jedoch unklar.
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Die geplante Sanierung des Agrippabades wird verschoben – dennoch schließt das Schwimmbad wie geplant am 1. Januar. Ein halbes Jahr lang sollen „Vorabmaßnahmen“ für die anstehende Sanierung getroffen werden, bis es im Sommer 2026 für Besucherinnen und Besucher noch mal eröffnet. Dann soll noch mal neu geplant werden, um dann für die Bauarbeiten für mindestens anderthalb bis zwei Jahre am Stück zu schließen. Wann genau das sein wird, stehe noch nicht fest.
Wie bereits berichtet, gab es für die Kölnbäder GmbH bei der Detailplanung für die Sanierung neue Erkenntnisse. „Bei der Untersuchung des Gebäudes haben wir festgestellt, dass der bauliche Sanierungsbedarf doch größer ist, als wir zunächst angenommen hatten“, sagt Geschäftsführerin Claudia Heckmann. An den Stahlträgern der Dachkonstruktion habe man Korrosion festgestellt, daher müssen auch Arbeiten am Dach vorgenommen werden. „Das ist etwas, was wir nicht ignorieren können“, so Heckmann. Zudem soll es eine Betonsanierung im Bereich des Beckenumgangs geben, da es Undichtigkeiten gebe. Vorher gewusst habe man davon nicht.
Bei der Untersuchung des Gebäudes haben wir festgestellt, dass der bauliche Sanierungsbedarf doch größer ist, als wir zunächst angenommen hatten.
Gemeinsam mit Fachplanern und enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz soll es nun eine neu aufgesetzte Planung geben. Für die Erneuerung der Schrägfassade sowie die Neugestaltung der Saunalandschaft und des Fitnessbereiches waren ursprünglich ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 22,3 Millionen Euro vorgesehen. Um wie viel mehr die Kosten nun steigen werde, könne man erst nach Abschluss der Planungen im Sommer sagen, so Geschäftsführer Markus Sterzl.
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Ein Abriss habe laut den Kölnbädern nicht zur Debatte gestanden, auch aus Gründen des Denkmalschutzes. 1958 ist das Agrippabad eröffnet worden, damals heizte man im Keller des Gebäudes noch mit Kohle ein. Aus dieser Zeit stammen zum Beispiel der orange gekachelte, denkmalgeschützte 10-Meter-Sprungturm, ein Teil der Fassade oder die typische 50er Jahre Treppe, die in die erste und zweite Etage führt. 40 Jahre nach seiner Eröffnung wurde das Bad zum ersten Mal für 27 Millionen Euro generalsaniert, bis es 2000 wiedereröffnet wurde.
Planungsphase soll ein halbes Jahr dauern
Aus der funktionalen Schwimmhalle wurde das Kombi-Bad mit der prägnanten, 1200 Quadratmeter großen, wellenförmigen Glasfassade, die nun durch eine neue, gerade Fassade ersetzt werden soll. Ebenso wolle man die technische Infrastruktur erneuern und energetisch auf den neusten Stand bringen. „Wir sehen für uns die Verantwortung, dass diese Einrichtung viele weitere Generationen auch in Zukunft erhalten bleibt“, so Claudia Heckmann. „Wir sind der Meinung, wenn wir jetzt sanieren, dann soll es auf Dauer auch halten.“
Die Planungsphase, die ab Januar ungefähr ein halbes Jahr dauern soll, brauche man, damit nicht während der laufenden Baumaßnahme weitere Schäden festgestellt werden. „Wir wollen auch eine Übersicht über die kalkulierbaren Kosten haben“, so Heckmann. Zudem müsse einiges auch noch neu ausgeschrieben werden. Da jedoch Untersuchungen gemacht werden müssten, die man nicht im laufenden Betrieb machen könne, werde das Bad bis zum Sommer geschlossen. „Dann wird es eine Übergangszeit bis zur Sanierung geben.“
Schulen und Vereine auf Lentpark und Zollstockbad verteilt
Das Agrippabad ist eines der bekanntesten und meistbesuchten Schwimmbäder der Stadt: Es hat rund 420.000 Besucher pro Jahr. Wenn das Bad in zwei Wochen schließt, haben vor allem Schulen und Vereine das Nachsehen. Schulen und Vereine bekommen laut den Kölnbädern bis zu den Sommerferien Schwimmzeiten vor allem im Lentpark und im Zollstockbad. Dort komme es dann zwangsläufig zu Einschränkungen für die öffentliche Badezeit. Schwimmkurse sollen vermehrt auch an den Wochenenden stattfinden, reduziert werden soll die Zahl nicht.
Vor allem Grundschulen der Umgebung müssen sich jetzt von kurzen Fußwegen zum Schwimmbad auf Busfahrten einstellen. „Uns ist das sehr bewusst, dass das natürlich nicht ganz so ideal ist im Schulablauf“, sagt Marc Riemann, der das Bäderbetriebsmanagement leitet. „Aber wenn alle zusammenrücken, funktioniert das.“ Er sieht für Vereine auch eine große Chance in der Sanierung. „Aus alten Investitionsprojekten haben wir gelernt, dass ein runderneuertes Bad auch die Vereine an Mitgliedern wachsen lässt“, so Riemann. „Im Lentpark gibt es wesentlich mehr Vereinsnutzung als damals im altehrwürdigen Nippes-Bad.“

