Das Youth-League-Spiel des 1. FC Köln U19 gegen Inter Mailand brach mit 50.000 Zuschauern internationale Rekorde und begeisterte Familien und besonders junge Zuschauer.
1.FC KölnWarum das Youth-League-Spiel Geschichte schreibt

Pyrofeuer nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich: Fans auf der Südtribüne.
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So jung war das Rheinenergie-Stadion noch nie. Fünf- und Sechsjährige mit ihren Eltern, Studenten und andere junge Besucher feuerten in ruut und wieß ihren FC an. Auf allen Tribünen dominierte die Jugend - kein Wunder: Unten auf dem Rasen kämpften nicht die Profis, sondern der Nachwuchs des FC um internationale Lorbeeren. Das Youth-League- Spiel der U19 des 1. FC Köln gegen Inter Mailand entwickelte sich zu einem außergewöhnlichen Fußballabend. 50.000 Zuschauer verfolgten die Partie im ausverkauften Stadion - ein internationaler Rekord, in Köln aufgestellt. Auffällig war der hohe Anteil an Familien, Kindern und Jugendlichen, die ihre Altersgenossen auf dem Spielfeld unterstützten. Schon Stunden vor dem Anpfiff strömten junge Fans in FC-Trikots, Eltern mit ihren Kindern sowie Jugendfußballmannschaften aus Köln und der Region nach Müngersdorf.

Ein Flitzer lief Trainer Stefan Ruthenbeck direkt in die Arme.
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Viele der jungen Zuschauer dürften zum ersten Mal im Stadion gewesen sein, Karten für den FC sind sonst schwer zu bekommen. Die niedrigen Eintrittspreise - Tickets gab es ab 5 Euro, ermäßigt ab 3,50 Euro - machten den Stadionbesuch für Familien besonders interessant. „Es war genauso toll wie bei einem richtigen FC-Spiel“, sagte Jessica Fanger aus Gummersbach. Die 41-Jährige war mit ihrem Mann Daniel und den Söhnen Leopold und Theo zu Gast. „Es hat uns richtig Spaß gemacht.“ Die Tickets hatten sie schon früh gekauft, schnell war klar gewesen, dass sich für die Partie ein Umzug aus dem kleinen Franz-Kremer-Stadion nach Müngersdorf lohnen würde.
Im Stadion entwickelte sich von Anfang an eine intensive, zugleich aber familiäre Atmosphäre. Die Ultras des FC zogen auf den Oberrang der Südtribüne und sorgten dort für gute Stimme. Die Lautstärke erinnerte phasenweise an ein Bundesligaspiel, doch die Stimmung war deutlich weniger angespannt als im hoch bezahlten Profisport.
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Ich habe ihn ja noch aufgefangen. Mit solchen Unwägbarkeiten müssen die Jungen am Ende umgehen können.“
Statt Pfiffen und Unmutsbekundungen dominierten Gesänge und Applaus das Stadion. Besonders nach gelungenen Aktionen der Kölner U19 feierten viele Kinder und Jugendliche ihre Vorbilder auf dem Platz. Der FC hatte den Trainingsbetrieb für alle Jugendmannschaften abgesagt und sie stattdessen am Mittwoch ins Stadion eingeladen. Mit Gesängen, Fahnen und vereinzelter Pyrotechnik unterstützten die Fans die Mannschaft über die gesamte Spielzeit hinweg.
„Die Atmosphäre war atemberaubend, man vergisst zwischendurch, dass hier eine U19 spielt“, sagte der 21-jährige Student Samuel Dan Schorn aus Köln. Auch U19-Trainer Stefan Ruthenbeck zeigte sich beeindruckt von der Kulisse. „Seid ihr eigentlich wahnsinnig?“, kommentierte der 53 Jährige angesichts der hohen Zuschauerzahl und der Unterstützung von den Rängen. Für die jungen Spieler sei ein solcher Rahmen im Nachwuchsfußball eine neue Erfahrung. Ruthenbeck machte kurz vor Schluss ungewollt Bekanntschaft mit einem Flitzer, der ihm geradewegs in die Arme lief. Der Zwischenfall hinterließ nicht nur beim Coach einen bitten Beigeschmack. „Ich habe ihn ja noch aufgefangen. Mit solchen Unwägbarkeiten müssen die Jungen am Ende umgehen können.“

Fynn Schenten markierte das Tor zum 1:1-Ausgleich
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Sportlich musste sich die Kölner U19 letztlich äußerst unglücklich Inter Mailand geschlagen geben. Die Siegtreffer zum 3:1-Erfolg der Italiener fielen beide in der Nachspielzeit. Dass die Mailänder Spieler mit provokanten Gesten feierten, trug nicht unbedingt zu einem versöhnlichen Ausklang des Abends bei. Dennoch blieb der Auftritt des FC-Nachwuchses vielen Besuchern positiv in Erinnerung. Nach dem Abpfiff zollten die Fans der Mannschaft Applaus, in der Südkurve wurden die Schals gemeinsam in die Höhe gehalten. Gerade für die zahlreichen jungen Zuschauer dürfte das Spiel gezeigt haben, welche Bedeutung der Nachwuchsfußball für den Verein und seine Anhänger haben kann.

