EbertplatzHaftbefehl nach erneuter Messerstecherei

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Die Polizei sucht die Gegend nach der Tatwaffe und Drogen ab. Auch verdächtige Personen wurden kontrolliert. Moritz Rohlinger

Der Ebertplatz steht erneut im Zwielicht. Ganz in der Nähe wurde ein Mann mit schweren Messerverletzungen gefunden.

Nach dem erneuten Gewaltverbrechen am Ebertplatz hat die Kölner Staatsanwaltschaft gegen einen festgenommenen Mann einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung beantragt.

Ein von der Polizei festgenommener Mann ist dringend verdächtig, sein Opfer nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Messer in den oberen Brustbereich gestochen zu haben. Der Beschuldigte ist „Teil der Betäubungsmittelszene“. Das Opfer (24) hat keinen festen Wohnsitz in Köln. „Ob die Tat im Zusammenhang mit der Drogenszene am Ebertplatz steht, muss noch ermittelt werden“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ulrich Bremer. Das Opfer sei außer Lebensgefahr.

Polizei sucht nach Tatwaffe und Drogen

Der Mann lag am Sonntagmorgen an der Eigelstein-Torburg. Keine 48 Stunden nach der Messerattacke waren Polizeibeamte wieder am Ebertplatz und kontrollierten mehrere Personen. Beamten mit Einweghandschuhen suchten am Ebertplatz bis zur Eigelsteintorburg Mülleimer und mögliche Verstecke ab. Sie suchten Drogen oder auch die Tatwaffe nach dem Angriff vom Wochenende.

Der Ebertplatz ist als Drogenumschlagplatz und Kriminalitätsschwerpunkt bekannt. Die Gewalttat am Wochenende bestätigte dies wieder. 2017 starb dort ein junger Somalier durch einen Stich in den Hals mit einer abgebrochenen Glasflasche. Der tödliche Streit sorgte dafür, dass der Platz wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückte. Zuvor hatte man ihm jahrelang wenig bis keine Beachtung geschenkt.

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Umbau lässt auf sich warten

Die Umbaumaßnahmen lassen auf sich warten. Der Stadtrat hat 2018 ein Interimskonzept beschlossen, um den Platz zu beleben. Wenig später sprudelte wieder Wasser im Brunnen, im Sommer gibt es ein Container-Café und im Winter gab es eine Eisbahn. Erst im Frühjahr hatte der Rat eine weitere Million Euro freigegeben, um das Übergangsprogramm zwei weitere Jahre am Leben zu halten.

Mit vielfältigen Angeboten versuchen Stadt, Initiativen und Anwohner, den Platz neu zu beleben. Moritz Rohlinger

Die künstliche Eisstockbahn am Ebertplatz soll den Platz im Winter beleben.

Im Sommer ist die Situation entspannter, die Welt aber auch nicht immer in Ordnung. Viel hat sich getan, die Sitzgelegenheiten um die Bäume herum, der sprudelnde Brunnen, das Café und nicht zuletzt die Musik- und Kunstevents haben der Betonschüssel Leben eingehaucht. Viele Anwohner haben sie wieder ins Herz geschlossen, Kinder genießen die kalte Dusche am Brunnen. Doch schon vormittags kreisen die Flaschen und auch die Plastiktütchen.


Auf dem Ebertplatz werden Konzerte sowie ein Freizeitprogramm auch für Kinder angeboten. Zudem veranstalten die Kunsträume und Galerien in der Passage am 17. Dezember ein Winterfest mit Auftritten von Künstlern. Laut Stadt gibt es Winterprogramms auch Glühwein, Feuerzangenbowle, Kinderpunsch und Kakao.

www.unser-ebertplatz.koeln/ winterprogramm-2022/

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