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Berufskolleg Innenstadt
Schüler in Köln durch Pfefferspray verletzt

3 min

Großeinsatz am Berufskolleg im Perlengraben 

Zwei Schulklassen sollen laut Feuerwehr betroffen sein. Die Feuerwehr hat unter dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ den Einsatz ausgelöst.

Wieder ein Einsatz von Polizei und Feuerwehr an einer Kölner Schule: Im Berufskolleg am Perlengraben ist es Montagvormittag zu einer größeren Pfefferspray-Attacke gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 20 Schüler leicht verletzt. Sieben von ihnen seien mit Augen- und Atemwegsreizungen vorsorglich in eine Klinik gebracht worden. Die Feuerwehr hatte den Einsatz unter dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ geführt. In diesem Fall fahren stets zahlreiche Kräfte zum Ort des Geschehens. Zum Berufskolleg fuhren 22 Fahrzeuge. Laut Feuerwehr waren zwei Schulklassen betroffen.

Pfefferspray in den Gängen versprüht

Laut Polizei hatten Zeugen berichtet, dass mehrere Unbekannte gegen 10 Uhr Pfefferspray in den Gängen der Schule versprüht haben und anschließend geflüchtet sein sollen. Eine Lehrerin hatte Alarm geschlagen. Sie meldete, dass mehrere Schülerinnen und Schüler vermutlich nach Versprühen von Pfefferspray, über plötzlich auftretende Atemwegs- und Augenreizungen klagen. Zuletzt war es Mitte November zu einer größeren Pfefferspray-Attacke an einer Kölner Schule gekommen: Am 19. November war ein Streit zwischen einem 16-Jährigen und zwei mutmaßlich ebenfalls Jugendlichen auf dem Flur einer Gesamtschule in Rodenkirchen derart eskaliert, dass auch Pfefferspray versprüht worden war. In diesem Zusammenhang wird ein 15-Jähriger als Tatverdächtiger geführt. Der 16-Jährige soll aus Notwehr gehandelt haben, so die Polizei.

Drei Schüler mussten laut Feuerwehr nach Kontakt mit dem Pfefferspray behandelt werden.

Reizgas, also Pfefferspray, ist in Deutschland ohne Altersbeschränkung verkäuflich – allerdings nur, wenn es die Aufschrift „Tierabwehrspray“ oder „Nur zur Tierabwehr“ besitzt. Legal eingesetzt werden darf es auch entsprechend nur gegen angreifende Tiere. In dem Spray befindet sich zumeist der aus Chili-Schoten gewonnenen Wirkstoff Capsaicin.

Pfefferspray gegen Menschen verboten

Der Einsatz gegen Menschen ist verboten, es sei denn, es handelt sich um Notwehr. Wann es sich um Notwehr handelt und wann nicht, entscheidet im Streitfall ein Gericht.

Der Erwerb ist einfach: Bei einem großen Online-Händler kostet das 50-Milliliter-Spray aktuell 8,45 Euro inklusive Versand nach Hause. Die Polizei rät jedoch generell vom Mitführen von Pfeffersprays ab, da sie im schlimmsten Fall die Situation verschlimmern können. Zwar ist für „Tierabwehrspray“ kein Waffenschein erforderlich, das Mitführen bringe erhebliche Gefahren mit sich, so die Polizei. „Die nebelige Wirkung kann sich bei unsachgemäßer Anwendung gegen das Opfer wenden und dabei Tränenblindheit verursachen“, heißt es bei der Polizei. Reizgas sei zum Einsatz in geschlossenen Räumen, dazu zählen auch Pkw, nicht geeignet. Wird es doch gegen Menschen eingesetzt, ergibt sich eine Straftat.

„Wir ermitteln in dem Fall im Berufskolleg wegen gefährlicher Körperverletzung“, so ein Polizeisprecher. Das Kriminalkommissariat 51 habe die Ermittlungen zu den Tätern und den Hintergründen aufgenommen. Hinweise nehmen die Ermittler im Polizeipräsidium unter der Rufnummer 0221 229-0 entgegen.