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Kölner InnenstadtRichtfest im Goldschmied Carré gefeiert

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Feierten Richtfest im Goldschmied Carré: (v.l.) Prof. Johannes Kister (Architekt), Malte Andes (HanseMerkur Grundvermögen), Derya Karadag (Bürgermeisterin) und Paul Bauwens-Adenauer (Bauwens)

Der Komplex am Dom soll in Teilen bereits 2027 fertiggestellt werden. 

Weniger als ein Jahr ist es her, dass an selber Stelle der Grundstein für das Goldschmied Carré gelegt wurde - am Freitag wurde dort nun das Richtfest des ersten Gebäudes gefeiert. In dem rund 3200 Quadratmeter großen Komplex an der Großen Budengasse sind sowohl Büros geplant, aber auch Flächen vorgesehen für Einzelhandel, Gastronomie sowie ein Hotel mit mehr als 90 Zimmern. Das Interesse an dem Neubau scheint groß: Ein Teil der Büroflächen soll bereits vermietet sein. Bereits im Herbst wurde bekannt, dass die Numa-Gruppe das dortige Hotel betreiben will. Übernachtungen werden dabei vollkommen digitalisiert über eine App organisiert, die klassische Rezeption hat ausgedient.

Das Goldschmied Carré ist eine der prominentesten Adressen in der Kölner Innenstadt: Es liegt zwischen Roncalliplatz und Rathaus und grenzt demnach direkt an die Domplatte. Schon jetzt kann man vom Dach des Rohbaus einen unverstellten Blick auf die Längsseite des Kölner Doms genießen - und auf weitere Baustellen. Zur einen Seite unter anderem die immer noch nicht abgeschlossene Sanierung des Dom-Hotels oder die Dauerbaustelle des Römisch-Germanischen Museums. Eine weitere Baustelle, zur anderen Seite hin, ist das Jüdische Museum, an dessen Hauptgebäude ebenfalls bereits seit fast acht Jahren gebaut wird.

Das nördliche Baufeld, dessen Richtfest wir heute feiern, steht für ein Stück lebendige Innenstadt. Es ist ein Ort, der zeigt: Köln kann Zukunft.
Derya Karadag, Kölner Bürgermeisterin

Viel zu lange, sagt Paul Bauwens-Adenauer, Geschäftsführender Gesellschafter der Bauwens Unternehmensgruppe: „Ich weiß gar nicht, was das soll. Das ist eine Betonkiste!“ Mehr Tempo wünsche er sich deshalb von der Stadt für das Umfeld des Goldschmied Carrés. Die Kölner Firma Bauwens entwickelt das dem Dom zugewandte Grundstück für die Hanse Merkur Grundvermögen. „Wir haben mächtig auf die Tube gedrückt, das sollte die Stadt nun auch tun.“ Es sei ein Platz in Köln, der die höchste Aufenthaltsqualität haben sollte. „Aber er hat die schlechteste. Hier ist Reparaturbedarf in jeder Hinsicht, inhaltlich und formal“, so Bauwens weiter.

Büros, Gastro und Geschäfte sollen auf der dem Dom angrenzenden Seite entstehen.

„Das nördliche Baufeld, dessen Richtfest wir heute feiern, steht für ein Stück lebendige Innenstadt“, sagte Bürgermeistern Derya Karadag, die OB Torsten Burmester beim Richtfest vor rund 100 geladenen Gästen vertrat. Die Stadt, so Karadag, habe sich besonders eingesetzt für diesen Teil der Innenstadt: Weiter südlich soll ein weiteres Baufeld entstehen, ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, darunter 30 Prozent mit gefördertem Wohnungsbau. „Es ist ein Ort, der zeigt: Köln kann Zukunft.“

Bis zur Gerchgroup-Insolvenz als „Laurenz Carré“ geplant

Trotzdem lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Bis zum gestrigen Richtfest war es nämlich ein holpriger Weg: Die Düsseldorfer Gerchgroup hatte im Sommer 2017 für rund 250 Millionen Euro das frühere WDR-Areal zwischen Roncalli- und Laurenzplatz gekauft, um für geplante 400 Millionen Euro dort das „Laurenz-Carré“ zu entwickeln. Ursprünglich Einst stand dort die Kirche St. Laurenz, die 1803 im Zuge der Säkularisation geschlossen und 15 Jahre später abgerissen wurde. Zuletzt war es der Standort für ein heruntergekommendes Parkhaus.

Eine begrünte Dachterrasse mit Domblick soll es im Goldschmied Carré ebenfalls geben.

Nach dem Kauf durch die Gerchgroup ging man noch von einer Fertigstellung im Jahr 2023 aus - dann meldete die Gerchgroup jedoch Insolvenz an. Die Arbeiten ruhten, eine Baulücke klaffte mehr als ein Jahr neben dem Dom. Das ursprünglich als Laurenz Carré geplante Projekt wurde schließlich aufgeteilt - den nördlichen Komplex bebaut seit 2024 nun das Kölner Unternehmen Bauwens für die Hanse-Merkur. Es wurde in „Goldschmied Carré“ umbenannt. Im April 2025 fand die Grundsteinlegung statt.

„Heute ist der Tag, wo man sagen kann: Land in Sicht“, sagte der Architekt des Komplexes, Prof. Johannes Kister. Die Fertigstellung der ersten Gebäudeteile ist für 2027 geplant.