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KriminalitätsstatistikMehr Sexualdelikte und mehr Kokainschmuggel in Köln

4 min
Ein Polizist mit Handschellen und einer Pistole am Gürtel steht vor einem Streifenwagen.

Ein Polizist mit Handschellen und einer Pistole am Gürtel steht vor einem Streifenwagen.

Anstieg bei den Mordfällen, Zunahmen von schweren Sexualdelikten, deutlich mehr Handtaschenraubüberfälle. Aber auch: Weniger Taschendiebstähle und ein Rückgang bei Einbrüchen.

Die Kriminalitätsstatistik, die die Kölner Polizei am Montag vorlegte, birgt Licht aber auch reichlich Schatten. Insgesamt ist die Kriminalitätslage in Köln und Leverkusen leicht zurückgegangen. „Mit 142.452 registrierten Straftaten wurden 3487 Fälle weniger als im Vorjahr registriert“, sagte Michael Esser, Leitender Kriminaldirektor der Polizei Köln.

Gewaltkriminalität: 28 Menschen wurden getötet

Im Jahr 2025 wurden 6033 Straftaten der Gewaltkriminalität erfasst. Mehr als zwei Drittel (71,47 Prozent) der Gewaltkriminalität waren Delikte der gefährlichen und schweren Körperverletzung (4312 Fälle). Von den 5133 Tatverdächtigen waren 4308 Tatverdächtige (83,93 Prozent) männlich und 825 Tatverdächtige (16,07 Prozent) weiblich. Bei Mord wurden 13 Fälle erfasst (2024: 11 Fälle). Bei Totschlag gab es 15 Taten, Vorjahr 17.   Die Aufklärungsquote dieser Delikte lag bei 96,43 Prozent (2024: 92,86 Prozent).

Blick in die Statistik

Blick in die Statistik

Besonders im Fokus der Ermittler liegen Taten mit einem Messer. Die Polizei spricht von 586 Fällen und einem Rückgang von 17,46 Prozent zum Jahr 2024 mit 710 Fällen. In 33 Prozent handelt es sich um Körperverletzungsdelikte, in 22 Prozent um Raubdelikte und in 41 Prozent um Bedrohungen. Von 771 erfassten Opfern wurden 511 nicht verletzt. Drei Menschen wurden getötet. Die Kölner Polizei hat seit Jahren das Thema Messer auf ihrer Agenda und hat Kriminalitätsbrennpunkte in der Stadt zur Messerverbotszone erklärt.

Mehr Sexualstraftaten angezeigt

Die Zahl der registrierten Sexualstraftaten ist gestiegen, vor allem bei schweren Sexualdelikten und beim sexuellen Missbrauch von Kindern. „Diese Entwicklung nehmen wir sehr ernst“, sagt Esser. Es sei davon auszugehen, dass eine zunehmende Sensibilisierung und eine höhere Anzeigebereitschaft der Betroffenen zu einem Fallzahlenanstieg beitragen. „Wir verstehen dies als Auftrag wie auch Verpflichtung, Opfer konsequent zu schützen, Hinweise ernst zu nehmen und Sexualdelikte mit Nachdruck zu verfolgen“, so Esser weiter. 73 mehr Fälle als im Vorjahr verzeichnete die Polizei bei schweren Sexualstraftaten (plus 21,2 Prozent), im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern ist ein Fallzahlenanstieg um 9,33 Prozent auf 293 Fälle zu verzeichnen (2024: 268 Fälle). In einem Viertel dieser Fälle hatten die Opfer ein verwandtschaftliches Verhältnis zum Täter.

Mehr als zwei Millionen Euro Schaden durch SchockanrufeDie Schadenssumme im Gesamtfeld Trickbetrug an älteren Menschen liegt laut Polizei bei genau 2.433.837 Euro (Vorjahr: 3.409.770). Bei den Schockanrufen registrierte die Polizei 29 Fälle. Der sogenannte „Schockanruf“ ist eine der häufigsten Maschen von Trickbetrügern. Mit dramatischen Geschichten – etwa über angebliche Unfälle oder Notlagen naher Angehöriger – setzen Täter ihre meist älteren Opfer massiv unter Druck. Angst, Zeitdruck und emotionale Überforderung führen dazu, dass Betroffene Geld oder Wertsachen übergeben.

Schmuggel mit Rauschgift weiter gestiegen

Bei den Prozessen um den Drogenkrieg wurde bereits einiges bekannt, was in Köln an Rauschgift umgesetzt wird. Wie die Polizei bei ihrer Statistik bekannt gab, ist der Schmuggel mit Kokain und Crack im Vergleich zum Vorjahr um 30,16 Prozent gestiegen (plus 57 Fälle). Und: Es lagen 1146 Fälle wegen Verstößen gegen das Konsumcannabisgesetzt vor. Wie viel Drogen in Köln umgesetzt werden, machte Dirk Schuster von der Kriminalpolizei im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg deutlich. Die verschwundenen 300 Kilogramm Cannabis sind bis heute nicht aufgetaucht. Vermutlich haben sie sich längst buchstäblich in Luft aufgelöst: Denn die Millionenstadt Köln verbraucht 300 Kilo in wenigen Tagen.

Mehr Angriffe auf Beamte

Immer wieder gibt es Angriffe auf Beamte von Landespolizei, Bundespolizei sowie der Feuerwehr. Im Jahr 2025 wurden 966 Angriffe auf Einsatzkräfte der Landespolizei registriert (Vorjahr: 943 Fälle). Die Aufklärungsquote lag bei fast 97 Prozent. Bereits im Vorfeld von Karneval hatten die Polizeiführung und die Feuerwehr inständig an die Feiernden appelliert, Einsatzkräfte nicht zu attackieren und sie in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen. Doch es kam anders. Es kam zu 14 Angriffen auf Einsatzkräfte, im Vorjahr waren es fünf Vorfälle. Details nannte die Polizei nicht. In einem Fall wurde einem Mitglied der Feuerwehr in den Bauch geschlagen. In 20 Fällen gab es Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte, im Jahr 2024 waren es 17.

Erfolge bei der Aufklärung von Taschendiebstählen

Taschendiebstahlsfahnder von Landespolizei und Bundespolizei sind ständig an den stark belebten Orten dieser Stadt unterwegs, dazu gehören besonders die Einkaufsstraßen und die Bahnhöfe dieser Stadt. Die Einsätze der Beamten zeigen Erfolg. Bei der Landespolizei sind die Taschendiebstähle von 8002 Fällen im Vorjahr auf 5548 Fälle gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 30,67 Prozent. Auch bei den Wohnungseinbrüchen in der Domstadt gibt es Erfolge zu verzeichnen. Die Polizei meldete 2025 genau 2641 Taten (Vorjahr: 3290). Handtaschen wurden dagegen mehr geraubt: 68 Fälle (2024: 44) verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr.