Mehrwert für KölnDiese drei Start-ups räumen beim Hans-Imhoff-Preis ab

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Imhoff Preis Köln 1

OB Henriette Reker (l.) sowie die beiden Imhoff-Töchter Anette (2.v.l.) und Susanne (r.) zeichneten die Kölner Start-ups Deutschfuchs, Ama Mind und Pilzling aus.

Köln – Im März wäre der Kölner „Schokoladenkönig“ Hans Imhoff 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat seine Familie den Hans-Imhoff-Start-up-Preis ins Leben gerufen. Aus zehn nominierten Kölner Start-ups wählte eine Jury nun drei Gewinner, die am Dienstag im Rathaus ausgezeichnet wurden. Imhoffs Familie unterstützt die Gewinner mit insgesamt 100 000 Euro. Die Voraussetzungen für eine Bewerbung: Die Start-ups mussten jünger als drei Jahre alt sein, sollen einen Mehrwert für die Menschen in Köln bieten und noch kein Geld von einem sogenannten Business-Angel eingesammelt haben. Die Gewinner im Überblick.

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Ama Mind: Lösungen für psychische Probleme

Viele Krisen auf der Welt führen aktuell dazu, dass immer mehr Menschen mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Das stellten die Gründer von Ama Mind in ihrem Umfeld fest. Geeignete Hilfe zu bekommen, sei aber oft nicht leicht. Da kommt Ama Mind als Vermittler ins Spiel. Auf der kostenlosen Plattform können sich Hilfesuchende anmelden und Fragen zu ihrer Gesundheit beantworten. Wissenschaftlich gestützt, schlägt die Plattform basierend auf den Antworten passende Lösungen vor. „Mit dem Preisgeld wollen wir noch mehr Hilfsangebote für Köln in unsere App aufnehmen, um auch hier noch mehr Menschen zu helfen“, sagte CEO Ludwig Bolay. Das Anliegen treffe den Nerv der Zeit, begründete die Jury. Die digitale Plattform verhelfe zu Klarheit bei psychischen Belastungssituationen.

„Eine der größten Kölner Aufstiegs- und Erfolgsgeschichten“

Der Begriff des Start-ups dürfte in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg im deutschen Sprachgebrauch nicht besonders weit verbreitet gewesen sein. Nach heutiger Begrifflichkeit war Hans Imhoff damals aber wohl ein „Start-upper“ erster Klasse.

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Aus eingeschmolzener Schokolade, die in den amerikanischen Care-Paketen enthalten waren, stellte er Pralinen her und brachte sie auf den Markt. Es war der Start einer großen Karriere. Imhoff gründete später seine eigene Schokoladenfabrik, übernahm in den 70er-Jahren die marode Kölner Stollwerck-Schokoladenfabrik und baute sie zum erfolgreichen Konzern aus.

„Die Geschichte von Hans Imhoff ist eine der größten Kölner Aufstiegs- und Erfolgsgeschichten“, würdigte Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihn am Dienstag im Rathaus. (sim)

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Deutschfuchs: Mehr Chancengleichheit

Das Thema von Deutschfuchs ist aktueller denn je. Mit der jüngsten Flüchtlingswelle kommen viele Menschen nach Deutschland, die die deutsche Sprache erlernen wollen. Deutschfuchs ist eine einfach zu bedienende Software mit zeitgemäßen Inhalten. „Wir haben festgestellt: Es gibt bereits so viele Selbstlern-Apps für die deutsche Sprache, aber nichts was in die Schulen oder Integrationskurse geht“, erklärte Mitgründerin Caro Aschemeier. „Wir wollen die Nummer eins in Willkommensklassen und Integrationskursen werden.“ Deutschfuchs sei ein Start-up, in dem sich Herz, Verstand und IT-Technik auf sehr engagierte Art und Weise ergänzen, begründete die Jury. Deutschfuchs leiste einen gut durchdachten Beitrag zur Chancengleichheit.

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Bei der Verleihung des Start-up-Preises im Rathaus war auch die Familie von Hans Imhoff anwesend. 

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Pilzling: Perfekte Kreislaufwirtschaft

Pilzling will eine umweltgerechte Kreislaufwirtschaft perfektionieren und ist dabei laut Jury auf einem guten Weg. Im Zentrum der Idee stehen Pilze, die das Start-up auf einem Nährboden aus Kaffeesatz und Abfallprodukten der Bierproduktion anbaut. Der Nährboden wird danach zu Baumaterial gepresst. Die Pilze verkauft das Start-up als Gourmet-Produkt an Restaurants oder verarbeitet sie zu Fleischersatzprodukten. „Auf einer 800 Quadratmeter großen Fläche im Kölner Untergrund wollen wir bald 500 bis 700 Kilogramm Pilze wöchentlich produzieren“, erklärte das Team. Im September soll die Produktion starten. „Das Gründerteam setzt sich für eine nachhaltige und ressourcenschonende Zukunft ein“, lobte die Jury.

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