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Alternativen gesuchtPolitik kritisiert hohe Kosten für Ausbau der Stadion-Haltestelle in Köln

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Die Sonderhaltestelle der KVB am Rheinenergie-Stadion in Müngersdorf.

Bei Heimspielen des 1. FC Köln halten die Bahnen der KVB am Rheinenergie-Stadion in Müngersdorf an einem überdachten Sonderbahnsteig. Die Anlage soll ausgebaut werden.

Der Ausbau der KVB-Haltestelle am Kölner Rheinenergie-Stadion könnte bis zu 41,2 Millionen Euro kosten. In der Politik werden jetzt günstigere Lösungen gefordert.

Angesichts der erwarteten hohen Kosten für die geplante Erweiterung der Stadion-Haltestelle mehren sich im Stadtrat die Zweifel, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht. Wie berichtet, soll die KVB-Haltestelle „Rheinenergie-Stadion“, die bei Heimspielen des 1. FC Köln, Konzerten und Großveranstaltungen von Sonderzügen angefahren wird, für den Einsatz von 90-Meter-Bahnen ertüchtigt werden. Laut Schätzung der Stadt und der Kölner Verkehrs-Betriebe könnte das wegen der komplizierten Rahmenbedingungen bis zu 41,2 Millionen Euro kosten. Bei den Großereignissen setzen die KVB bis zu 32

Die Linke hält die Pläne für überdimensioniert und hat einen Antrag im Mobilitätsausschuss gestellt, wonach die KVB die Machbarkeit einer vereinfachten Variante überprüfen sollen. Sie argumentiert: Im Sonderverkehr zum Stadion könnten die KVB weiterhin 60-Meter-Bahnen einsetzen, auch wenn auf der normalen Strecke der Linie 1 künftig 90-Meter-Züge fahren. Dann könne die bisherige Haltestelle weitgehend erhalten bleiben, und das dort vorhandene Technikgebäude samt Leitstand müsse nicht abgerissen werden, sondern könne saniert werden.

Kritik an hohen Kosten für Erweiterung der Stadion-Haltestelle in Köln

Auch anderen Fraktionen sind die hohen Kosten ein Dorn im Auge. Lars Wahlen, mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen, erklärte: „Angesichts der angespannten Haushaltslage bewerten auch wir Grüne den sehr teuren Ausbau einer KVB-Haltestelle kritisch. Für eine belastbare Beschlussfassung erwarten wir von der Verwaltung zusätzliche Informationen zur Notwendigkeit.“

SPD-Verkehrsexperte Lukas Lorenz sagte der Rundschau: „41,2 Millionen Euro für eine einzige Haltestelle sind indiskutabel. Es gilt jetzt genau zu prüfen, welche Maßnahmen geeignet sind, damit der Umbau kostengünstiger wird.“ Die SPD habe dazu einen umfangreichen Fragenkatalog an die Verwaltung geschickt. Den Vorschlag der Linken, Gleis 1 für Hochflurbahnen auszubauen, hält Lorenz jedoch für ungeeignet. Dadurch werde die Leistungsfähigkeit der Haltestelle eingeschränkt.

Die Stadtverwaltung hatte die Beschlussvorlage zur Stadion-Haltestelle im Dezember vorgelegt. Konkret ging es um die Freigabe von Geldern für Architekten- und Ingenieurleistungen zur Planung der Haltestellenerweiterung in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Dabei sollten verschiedene Varianten betrachtet werden. Nach einer Beratung im Mobilitätsausschuss wurde der Beschluss jedoch vertagt. Am 26. Februar findet zu dem Thema ein Fachgespräch mit der Verwaltung statt, am 3. März befasst sich der Ausschuss erneut mit dem Thema.

Haltestelle am Stadion wird bei Veranstaltungen von bis zu 50.000 Gästen genutzt

KVB-Sprecher Matthias Pesch betonte, die im Raum stehenden rund 40 Millionen Euro würden „die Kosten für den Maximalausbau der Haltestelle“ darstellen. „In der Vorlage für den Rat sind bereits jetzt Planungsalternativen beschrieben, die wesentlich günstiger sind. Ziel ist es daher, eine Planung zu beauftragen, die sich noch einmal mit den bestehenden Überlegungen, aber auch mit neuen Ideen befasst, bevor eine Entscheidung für den Rat vorbereitet wird. Diesen Prozess gilt es erst einmal abzuwarten.“

Aus Sicht der KVB sei es wichtig, so Pesch, „dass die Haltestelle, die sowohl bei Sport- wie auch bei Konzertveranstaltungen von bis zu 50.000 Gästen genutzt wird, entsprechend leistungsfähig und barrierefrei sein muss. Nur so kann der Betrieb sicher, zügig und zur Zufriedenheit der Fahrgäste abgewickelt werden. Hierzu sind auch funktionierende Hintergrundsysteme, wie sie im über 50 Jahre alten Technikgebäude untergebracht sind, regelmäßig zu erneuern.“

Derweil haben Grüne und Linke im Rat gemeinsam beantragt, dass die Stadt Köln eine Nahverkehrsabgabe einführen soll, mit der Unternehmen sich an der Finanzierung des ÖPNV beteiligen. Köln solle sich beim Land NRW für die Schaffung entsprechender gesetzlicher Grundlagen einsetzen.