17 Kameras benutzt das Ertrinkendenerkennungssystem, das mit Künstlicher Intelligenz arbeitet.
Sicherer im SchwimmbadKI soll im Ossendorfbad Ertrinken verhindern

Der Warnhinweis wird der Aufsicht im Schwimmbad auf der Smartwatch angezeigt.
Copyright: Meike Böschemeyer
Das zweite Kölner Schwimmbad setzt bei der Badeaufsicht auf die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI). Zu Beginn des Jahres wurde nun auch im Ossendorfbad ein Ertrinkendenerkennungssystem installiert, das mittels KI frühzeitig dem Badpersonal einen Hinweis gibt, wenn die Gefahr eines Badeunfalls besteht.
Vor rund einem Jahr wurde das System im Stadionbad in Müngersdorf in Betrieb genommen, die Kölnbäder sprechen dort von einer „erfolgreichen Einführung“. Dasselbe System wurde nun auch schrittweise im Ossendorfbad installiert. Dort sind es laut der Bäder insgesamt 17 Kameras, die ausschließlich die Wasserflächen der Schwimmbecken erfassen. Ziel sei es, potenzielle Notlagen frühzeitig zu erkennen und die Wasseraufsicht „bei ihrer verantwortungsvollen Arbeit zusätzlich zu unterstützen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Investitionskosten für den Einsatz der KI-Technologie im Ossendorfbad belaufen sich auf rund 80.000 Euro.
Das System hilft uns dabei, kritische Situationen schneller zu erkennen und unterstützt unsere Wasseraufsicht im Arbeitsalltag.
Der Grund für die Neuanschaffung: mehr Sicherheit für die Badegäste. „Jährlich geraten mehrere tausend Menschen in deutschen Schwimmbädern in Notsituationen“, teilen die Kölnbäder mit. Dabei ist das Ertrinken in vielen Fällen nicht laut und dramatisch, sondern still und leise. Damit Notsituationen in jedem Fall erkannt werden, analysiert das neue System mithilfe von KI in Echtzeit das Bewegungsverhalten der Schwimmerinnen und Schwimmer. Erkennt die Software Auffälligkeiten, die auf eine mögliche Notsituation hindeuten, wird das Aufsichtspersonal innerhalb kürzester Zeit über einen Alarm auf ihrer Smartwatch, die der Mitarbeitende am Handgelenk trägt, alarmiert. So können lebensrettende Maßnahmen schneller eingeleitet werden.
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Ein Schwimmer ist unter der Wasseroberfläche verschwunden.
Copyright: Meike Böschemeyer
„Mit dem Einsatz der KI-Technologie im Ossendorfbad investieren wir gezielt in die Sicherheit unserer Gäste. Das System hilft uns dabei, kritische Situationen schneller zu erkennen und unterstützt unsere Wasseraufsicht im Arbeitsalltag“, sagt Marc Riemann, Leiter Bäderbetriebsmanagement der Kölnbäder. Wichtig sei jedoch: Die KI solle kein Personal ersetzen. „Sie ist ein zusätzliches Instrument, das die Aufmerksamkeit bündelt und die Sicherheit im Becken weiter erhöht“, so Riemann.
Videodaten werden automatisch wieder gelöscht
Wie im Stadionbad sollen auch im Ossendorfbad höchste Datenschutzstandards eingehalten werden. „Die Kameras sind ausschließlich auf die Wasserflächen gerichtet, Bereiche außerhalb des Beckens werden nicht erfasst oder sind technisch ausgeblendet“, teilen die Kölnbäder mit. Die Videodaten sollen lokal verarbeitet und dann automatisch nach kurzer Zeit gelöscht werden. Eine Gesichtserkennung soll nicht stattfinden.
Der Einsatz der KI-gestützten Ertrinkenden-Erkennung soll ein weiterer Baustein der Sicherheits- und Digitalisierungsstrategie der Kölnbäder sein. Weitere Bäder sollen in den kommenden Jahren sukzessive mit der Technologie ausgestattet werden, um das Sicherheitsniveau im gesamten Kölner Bäderbetrieb weiter zu stärken. Ursprüglich sollte auch das Agrippabad dazugehören - die neue Technologie wird nun bis nach der Sanierung des Bades warten müssen.
