Die Nachricht über den neuen Standort im Pantaleonsviertel sorgte rund um den Neumarkt für ein erstes Aufatmen.
Neuer Standort für SuchthilfezentrumAm Neumarkt kehrt die Hoffnung zurück - Bestätigung für Arbeit der Bürgerinitiative

Die offene Drogenszene rund um den Neumarkt ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden.
Copyright: Meike Böschemeyer
Oberbürgermeister Torsten Burmester übermittelte die Nachricht am Tag vor der offiziellen Verkündung höchstpersönlich an Walter Schuch. Für den Vorsitzenden der „Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt“ war die Ankündigung des neuen Suchthilfezentrums am Perlengraben erst einmal eine positive. Denn sobald der neue Standort im Pantaleonsviertel eröffnet, soll der Drogenkonsumraum am Neumarkt geschlossen werden. Jahrelang habe er sich mit seinen Mitstreitern „die Finger dafür wundgeschrieben“. Auch während des zurückliegenden Wahlkampfs habe er intensive Gespräche mit allen Fraktionen geführt. Dass sich nun eine Entwicklung in Gang gesetzt habe, sieht Schuch auch als Bestätigung für seine Arbeit und die seiner Mitstreiter.
Die Stadt plant wie berichtet ein neues Suchthilfezentrum auf der Grünfläche zwischen dem Perlengraben und der Wilhelm-Hoßdorf-Straße. Bereits im kommenden Jahr soll das neue Angebot an den Start gehen. Im Pantaleonsviertel stieß die Entscheidung wie berichtet auf Unruhe und Kritik. Auch rund um den Neumarkt verbreitete sich die Nachricht am Freitagvormittag wie ein Lauffeuer – und sorgte bei vielen für ein erstes Aufatmen. Vor allem seit 2023 ist die offene Drogenszene in der Kölner Innenstadt zunehmend präsenter. Anwohnende und Geschäftstreibende leiden unter unzurechnungsfähigen suchtkranken Menschen, Pöbeleien und der zunehmenden Verwahrlosung des öffentlichen Raums.
Suchthilfezentrum am Perlengraben: Die große Frage nach dem Betreiber
Zahlreiche Anrufe erreichten Schuch am Freitag von den verschiedenen Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften der Innenstadt. „Es überwiegt eine relative Beruhigung darüber, dass nach so vielen Jahren nun endlich etwas passiert“, sagt Schuch. „Dieses Problem hat der Stadt so viel Reputation gekostet. Ich habe das Gefühl, dass Torsten Burmester dieses Suchthilfezentrum zu einer Erfolgsgeschichte machen will.“
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Ob der neue Standort tatsächlich zu einem Erfolgsmodell wird, hänge laut Schuch, der die Drogenszene am Neumarkt seit Jahren intensiv verfolgt, in großem Maße davon ab, wer ihn betreiben wird. „Die städtischen Betreiber am Neumarkt haben sich blamiert“, ist Schuch überzeugt. Das gelte für den Drogenkonsumraum wie für die Substitutionsambulanz. „Sie haben die offene Drogenszene im direkten Umfeld hemmungslos gewähren lassen und nicht unterbunden.“

Der neue Standort für das Suchthilfezentrum.
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Ein professioneller Betreiber am neuen Standort müsse genau wissen, was er will, was er nicht will und wie er sein Konzept umsetzt. „Dazu gehören auch mal harte Maßnahmen.“ Die Klientel, die sich rund um das Suchthilfezentrum aufhalten werde, berge schließlich hohes Konfliktpotenzial. „Wir haben es hier nicht nur mit ausnahmslos harmlosen Kranken zu tun, sondern auch mit Menschen, die in einem hohen Grad in der Beschaffungskriminalität unterwegs sind.“
Für die Anwohnenden und Geschäftstreibenden am Neumarkt kehre mit der Nachricht auch die Hoffnung zurück, sich in Zukunft weniger mit Problemen herumschlagen zu müssen, und wieder mehr Kraft in die Gestaltung des Platzes stecken zu können. „Wir haben so viel Potenzial. Wir haben eine Künstlerszene und viele engagierte Vereine, die den Platz mit Leben füllen könnten“, sagt Schuch. Vorschläge habe es auch in der Vergangenheit viele gegeben. „Aber die Voraussetzung dafür ist, dass das Thema der offenen Drogenszene geklärt ist.“ Dieses Zwischenziel ist durch die Entscheidung für einen neuen Suchthilfe-Standort einen Schritt näher gerückt.
