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„Aktionswoche Sauberkeit“ in KölnBürger tauschen sich mit OB Burmester über Probleme in Veedeln aus

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Angstraum Wiener Platz: Stadt und Polizei sind dort seit Monaten im Einsatz gegen die Straßenkriminalität.

Angstraum Wiener Platz: Stadt und Polizei sind dort seit Monaten im Einsatz gegen die Straßenkriminalität.

„Aktionswoche Sauberkeit“: Oberbürgermeister Torsten Burmester tauschte sich mit Bürgern über Probleme im Veedel aus. 

Drogenkriminalität, Müll und aggressives Betteln: Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hatte sich am Montagvormittag den richtigen Ort für den Auftakt seiner „Aktionswoche Sauberkeit“ ausgesucht. Am Wiener Platz in Mülheim besuchte der neue OB einen Infostand des Ordnungsamtes, an dem sich die Bürger über ihre Probleme im Veedel mit den Einsatzkräften austauschen konnten.

Kaum war das Stadtoberhaupt erschienen, nahmen ihn die Anwohner in Beschlag. Dabei ging es nicht um die großen Probleme dieser Stadt, sondern um die kleinen Angelegenheiten, die für die Bürger wichtig sind. Es ging um wild geparkte E-Scooter, Probleme mit einer Zufahrt auf der Adamstraße, die gestrichene Fährverbindung mit dem „Müllemer Böötche“, Tempo 30-Zonen oder einfach nur ein Selfie mit dem OB. Burmester nahm sich Zeit, machte sich Notizen und gab die Probleme der Bürger an seine Mitarbeiter weiter. Schon nach kurzer Zeit war der Zettel mit den Problemen voll geschrieben.

Wiener Platz ist für viele Menschen ein Angstraum

Der Wiener Platz ist seit Jahren ein Brennpunkt im Rechtsrheinischen. Die Polizei ist seit Monaten am Platz „Stammkunde“. Das Areal ist für viele Menschen in der Stadt ein Angstraum. Für die Polizei ist der Bereich ein Drogenbrennpunkt und ein Kriminalitätsschwerpunkt. Der Wiener Platz ist besonders nachts noch trostloser als der Ebertplatz. Weil die Kriminalität überhand genommen hat, gelten seit dem 12. Juni 2024 die Regeln der Waffenverbotszone.

Neben den bereits im Dezember 2021 eingerichteten Waffenverbotszonen an den Kölner Ringen und der Zülpicher Straße ist der Wiener Platz die dritte Verbotszone. Verboten ist etwa das Mitführen von Messern mit einer Klingenlänge von 4 Zentimetern. Während die Waffenverbotszonen an den Kölner Ringen und der Zülpicher Straße nur innerhalb festgelegter und ausgeschilderter Zeiträume gelten, gibt es für die Zone am Wiener Platz keine zeitliche Einschränkung.

Sauberkeit der Stadt ist zentrales Thema des OB

Die in vielen Bereichen schmutzige Stadt ist einer der zentralen Themen von OB Burmester: „Ich werde die Themen Sauberkeit und Sicherheit erkennbar anpacken“, hatte er vor und nach der Wahl immer wieder gesagt. Er weiß: Es gibt in dieser Hinsicht viel zu tun. Burmester nimmt aber auch die Bürger in die Verantwortung: „Wer seine Zigarettenkippe achtlos wegschnippt, kann auch mit einem Knöllchen persönlich vom Oberbürgermeister rechnen“, sagte er am Montag.

In der Aktionswoche wollen Mitarbeiter des Ordnungsamtes „auf Fehlverhalten aufmerksam machen, ordnungswidrige Störungen und Belästigungen frühzeitig erkennen, beheben und für eine angenehme und sichere Lebensqualität in allen Stadtteilen sorgen“, hieß es im Vorfeld. So werde das Ordnungsamt das achtlose Wegwerfen von Abfällen und Zigarettenkippen besonders im Blick haben, außerdem unter anderem Schrottfahrräder, die öffentliche Fahrradständer blockieren, die Sauberkeit in sensiblen Bereichen wie Spielplätzen oder auch Müllablagerungen im öffentlichen Raum.

Massives Müllproblem am Brüsseler Platz

Neben dem Wiener Platz besuchte Burmester am Montag ein Wohnareal in der Innenstadt und am Abend den Brüsseler Platz. An der Mittelstraße/Ecke Pfeilstraße ist laut Ordnungsamt in der Vergangenheit eine massive Müllproblematik entstanden. „Es kommt immer wieder zu illegalen Müllablagerungen“, sagte ein Mitarbeiter des Ordnungsamts. So würden auch nicht mehr benötigte größere Elektrogeräte dort entsorgt. Auch Gastronomen würden dort ihren Müll ablegen.

Besonders die Anwohner am „Agnetenhof“ nahe der Mittelstraße würden sich über Müll und auch Ratten in diesem Gebiet massiv bei der Stadt beschweren. „Wir waren dort schon mehrfach im Einsatz“, berichtete das Ordnungsamt. Auch dies ist ein Fall für den neuen Oberbürgermeister, der das Gespräch mit den Betroffenen führte und nach Lösungen für die Zukunft sucht. Am Brüsseler Platz wollte sich Burmester dann mit den Beschwerden rund um die Lärmproblematik befassen. Dabei sollte es auch um die Öffnungszeiten von Kiosken gehen. Regelmäßig stehen Partygänger vor den Kiosken im Belgischen Viertel und machen die Nacht zum Tage. Burmester will auch hier das Gespräch suchen. Sein Anliegen: Gemeinsam und respektvoll miteinander leben.

Zu Lärmbeschwerden durch Kiosk-Partygäste an einem Kiosk auf der Lütticher Sttraße sagte unlängst eine Anwohnerin der Rundschau: „Diese Atmosphäre ist nicht nur unerträglich, sie macht auch krank. Es kann nicht sein, dass wir Schlaftabletten nehmen müssen“. Eine weitere Anwohnerin im Belgischen Viertel betonte: „Grölende Kunden verteilen sich in Hauseingängen, Toreinfahrten und Tiefgarageneinfahrten und lassen ihre Notdurft da, wo sie wollen, nieder.“