Abo

EU-KlimazieleMieterschützer in NRW warnen vor explodierenden Mieten

2 min
Neubauten

Symbolbild 

Düsseldorf – Die EU-Energieeffizienzrichtlinie und die EU-Gebäuderichtlinie zielen auf einen nachhaltigen Umbau des Wohnens. Aus der Sicht großer Teile der Wohnungswirtschaft in NRW sind die Pläne für Eigentümer und Mieter aber unbezahlbar und die Ziele der EU überambitioniert.

Das Wohnen wird zur sozialen Frage

André Juffern, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes NRW, stellt klar, dass CO2 -neutrale Gebäude zwar notwendig seien. „Maßnahmen für den Klimaschutz dürfen gleichzeitig nicht dazu führen, dass es auf dem Wohnungsmarkt zu weiteren sozialen Verwerfungen kommt“, sagt Juffern. Weder die Vermieter noch die Mieter noch der Staat dürften überfordert werden.

„Das Ziel ist bis 2050 der Null-Emissions-Standard. Das kann man beim Neubau schaffen, aber nicht bei der Sanierung bestehender Häuser“, sagte Özgür Öner vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). „Die Frage ist: Brauchen wir wirklich Null-Emissions-Häuser? Es muss doch nicht jedes Haus einen Formel-1-Standard haben“, findet Öner.

Garantien gefordert, die Mieter schützen sollen

Er schlägt unter anderem vor, kommunale Wohnungsunternehmen, die Garanten für bezahlbares Wohnen also, bei der Energieeffizienz nicht so hart unter Druck zu setzen wie geplant. Falls das nicht gelinge, seien Garantien erforderlich, dass die Sanierung staatlich finanziert werde und Mieter nicht zur Kasse gebeten würden.

„Die energetische Sanierung und der Umbau des Wohnungsbestands wird nur gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft, den kommunalen Wohnungsunternehmen und den zahlreichen Genossenschaften gelingen. Hier müssen alle an einem Strang ziehen“, forderte NRW-SPD-Chef Thomas Kutschaty nach einem Gespräch mit Öner.

„Energetische Maßnahmen hin zu einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand stellen die Wohnungswirtschaft vor enorme Herausforderungen. Vor allem dann, wenn wir die Bezahlbarkeit von Wohnraum langfristig sicherstellen wollen.“, betonte eine Sprecherin des Wohnungswirtschaftsverbandes VdW Rheinland Westfalen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Der Verband Haus und Grund schlägt ebenfalls Alarm: „Die Energieeffizienz von mindestens 35 Millionen Gebäuden in fünf bis acht Jahren in ganz Europa zu verbessern, ist eine Herkulesaufgabe.“ Die Mindestanforderungen an die Energieeffizienz verpflichteten die Eigentümer der Gebäude mit der schlechtesten Energieeffizienz zur Modernisierung, unabhängig davon, ob es sich um kleine Haushalte oder große Unternehmen handele, ob es private oder öffentliche Gebäude seien, ob sie vermietet seien oder privat genutzt und unabhängig davon, ob sich die Eigentümer die Modernisierung leisten könnten oder nicht. Ganze Lebenswerke könnten vernichtet werden.