„Brutale Zerstörung und Tod, wohin man schaut“Woelki: Ukraine-Krieg ist Tiefpunkt der Geschichte

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Kardinal Rainer Maria Woelki.

„Dieser furchtbare Krieg in der Ukraine, der jetzt schon seit 410 Tagen tobt, gehört zum Dunkelsten unserer sogenannten modernen Zivilisationsgeschichte“, sagte Woelki.

Es ist schon das zweite Ostern im Ukraine-Krieg. Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche gehen in ihren Predigten darauf ein.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat den Ukraine-Krieg als zivilisatorischen Tiefpunkt bezeichnet. „Dieser furchtbare Krieg in der Ukraine, der jetzt schon seit 410 Tagen tobt, gehört zum Dunkelsten unserer sogenannten modernen Zivilisationsgeschichte“, sagte Woelki nach vorab verbreitetem Redetext in seiner Predigt am Ostersonntag im Kölner Dom.

„Brutale Zerstörung und Tod, wohin man schaut. Ungezähltes Leid und Tränen für Millionen von Menschen.“ Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung auf der Flucht seien, sei noch nie so hoch gewesen wie derzeit, so Woelki.

Annette Kurschus, Ratvorsitzende EKD, ruft gegen Lähmung aus

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, rief dazu auf, sich von den vielen Krisen in der Welt nicht lähmen zu lassen. „Über die Menschen in der Ukraine fegt weiter der Kriegssturm“, sagte Kurschus, die auch Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen ist, nach einer Mitteilung der EKD. Ostern sei jedoch die kräftige Gegenrede Gottes gegen alles, was festgefahren und ohne Aussicht erscheine.

Der rheinische Präses Thorsten Latzel sagte in seiner Osterbotschaft, ohne den Glauben an die Auferstehung wäre Jesus nur ein unschuldig Hingerichteter, „ein weiteres bedauerliches Opfer der Machthaber in dieser Welt. Damals auf Golgatha wie heute in Butscha, Teheran, Idlib, Kabul.“

Christen glauben an Auferstehung

Christen glaubten aber daran, dass mit dem Tod nicht alles vorbei sei. Der Glaube daran falle nicht leicht, räumte der evangelische Theologe ein. Ihm persönlich habe seine Mutter die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod eingepflanzt: „Heute ist meine Mutter 85, leicht dement, im Pflegeheim. Doch von Hoffnung und Auferstehung legt sie immer noch Zeugnis ab: Ach, weißt du, Thorsten, der da oben weiß schon, was er mit mir noch vorhat“, habe sie zu ihm gesagt.

Christen feiern an Ostern, dass Jesus nach biblischer Überlieferung drei Tage nach seiner Hinrichtung wieder von den Toten auferstanden ist. (dpa)

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