Weit von Realität entferntEU fällt mutlose Entscheidung gegen Verbrenner

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Viele Hersteller wollen deutlich früher, als die EU weg vom Verbrenner.

Keine Verbrennermotoren in Neuwagen in der EU mehr ab 2035 – das heißt umgekehrt, dass noch mehr als zehn Jahre lang Verbrenner verbaut werden dürfen. Wieder einmal zeigt die EU damit, wie weit sie von der Realität entfernt ist. Denn viele große Autobauer haben längst entschieden, schon Jahre früher nur noch rein elektrische Fahrzeuge zu verkaufen. So bietet Ford schon ab 2026 jedes Modell mindestens als Plug-In-Hybrid an und verkauft ab 2030 in Europa nur noch vollelektrische Fahrzeuge.

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Langsam, aber sicher geht der Anteil der Verbrenner zurück. Die Veränderung wird besonders bei den Neuzulassungen deutlich.

Freuen wird sich die chinesische Autoindustrie, dass damit noch der kleinste Druck von der europäischen Konkurrenz genommen wird, Angebote auch im preisgünstigen Segment zu entwickeln. So kann China diesen Markt in Europa erobern, während sich die hiesigen Hersteller an ihren Premium-Produkten berauschen. Wer kann schon einen sechsstelligen Betrag für den vollelektrischen Porsche Taycan ausgeben?

Viel wichtiger als diese zu späte und zu mutlose Festlegung der EU auf ein Datum in weiter Ferne wäre eine sehr aktuelle und sehr dynamische europäische Zusammenarbeit bei der Energieerzeugung. Denn wo soll der ganze Strom für die E-Autos herkommen? Ganz zu schweigen von der Produktion von synthetischem Sprit, für die ein Mehrfaches an Energie im Vergleich zum Elektromotor gebraucht wird. Gleiches gilt übrigens leider auch für grünen Wasserstoff.

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Das Enddatum 2035 für den Verbrenner hat also außer den Chinesen niemand gebraucht. Was es dagegen braucht, sind Überholspuren für regenerative Energien: Windräder, Photovoltaik, Biogas, Wasserkraft. Da muss Deutschland viel schneller werden – und die ganze EU natürlich gerne auch.

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