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Damit die rote Socke beim Waschen nicht färbt

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RHEINBACH. Die Sonne strahlt vom Himmel, die Freibäder sind voll. Ideales Ferienwetter zum „Abhängen“ für die meisten nordrhein-westfälischen Schüler. 31 Mädchen und Jungen aber realisieren zurzeit ihre Vorstellung von attraktiver Freizeitgestaltung auf ganz andere Weise: mit Lernen.

„Biodiversität und Evolution der Tiere“ im Fach Biologie, „Terror in Gottes Namen!? - Über das Verhältnis von Religion und Gewalt“ in Philosophie, „Geometrie ebener Kurven“ in Mathematik und „Aus der Chemie der Komplex-Verbindungen“ in Chemie. Die Mädchen und Jungen aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis verbringen eine Woche bei der „Sommerakademie der Hochbegabten-Stiftung der Kreissparkasse Köln“ (siehe Kasten) im Rheinbacher Vinzenz-Pallotti-Kolleg. „Kaustiken von Lichtreflexionen an gebogenen Spiegeln“ behandeln drei Mädchen und fünf Jungen gerade unter Anleitung des pensionierten Hochschullehrers für Mathematik an der Kölner Universität, Professor Helmut Reckziegel. Geraden, Kreise, Kegelschnitte, Vektoren gehörten schon zu den schulischen Themen. Wie man allerdings neben der Theorie die experimentelle Mathematik am Computer mit Hilfe des speziellen Computeralgebrasystems „Maple 10“ nutzt, war den Schülern neu.

Die 18-jährige Julia Arfmann-Knübel ist ebenso wie ihre Mitschüler ganz begeistert: „Wir haben zwar schon Informatik an der Schule gehabt, aber dabei nichts gelernt. Hier machen wir das alles viel intensiver.“

Professor Reckziegel erklärt, woran das liegt: „In der Schule kann man nur die primitivsten Sachen machen, dadurch dass wir hier den PC einsetzen, ist das eben alles viel intensiver.“ Nach mehr als 30 Jahren Lehrtätigkeit an der Universität ist Reckziegel nicht nur von der Stärke der Mädchen in seiner Gruppe begeistert, sondern von allen seinen jungen Sommerakademie-Schülern beeindruckt: „Diese Schüler haben einen enormen Wissenshunger.“

Und dabei sind sie nicht etwa ausschließlich am Fach Mathematik interessiert. „Einige interessieren sich auch intensiv für Musik oder Sprachen“, so der Professor. Dass es ihnen auch an Allgemeinbildung keineswegs mangelt, zeigen sie bei den gemeinsamen Veranstaltungen mit der Sommerakademie auf Schloss Eichholz in intensiven Diskussionen mit dem Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Köln, Rabbi Netanel Teitelbaum, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Ford Werke, Bernhard Mattes, dem Kölner Weihbischof Dr. Rainer Woelki und Dr. Rupert Neudeck von „Grünhelme“.

Da sind auch die acht Mädchen und Jungen mit von der Partie, die sich mit dem praktischen Nutzen der Chemie der Komplex-Verbindungen unter Anleitung von Dr. Judith Wambach-Laicher und ihrem Vater Professor Heinz Wambach beschäftigen. Diese Verbindungen in Color-Waschmitteln verhindern, dass der Farbstoff einer einzigen roten Socke in einer Waschmaschine voller weißer Wäsche abfärbt und am Ende alles rosa ist.

Die Schüler, die bis auf einen allesamt Chemie als Leistungskurs belegt haben, sehen sich durch die Sommerakademie in ihrem Berufswunsch bestärkt: Eva Tervooren und Christoph Klein etwa möchten Lebensmittelchemie studieren, Christoph Hauser Pharmazie und Markus Joppich Werkstofftechnik.

Übrigens: Um an der Sommerakademie teilnehmen zu können, mussten die Schüler sich bei der Hochbegabten-Stiftung der Kreissparkasse Köln bewerben, mit einem „ziemlich formvollendeten Brief“, so Dr. Claudia Valder-Knechtges, die das Projekt betreut. Dazu musste neben dem Zeugnis eine Befürwortung des Lehrers und der Schulleitung beigefügt werden.