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Der Abstieg einer Frontfrau der CDU

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BONN. Auf einem Wahlplakat, das die CDU während des Kommunalwahlkampfs 2004 klebte, sitzt die OB-Kandidatin Pia Heckes in einem Boot und rudert. Dass dieses Boot auf einem Steg stand und nicht im Rhein schwamm, wie Betrachter des Fotos schon bei einem flüchtigen Blick feststellten, sorgte damals nicht nur beim politischen Gegner für Schmunzeln. „Heckes rudert für Bonn“ hieß es, aber die Schlagzahl gab eine andere vor: Bärbel Dieckmann (SPD) holte 56,8 Prozent der Stimmen, ihre Herausforderin nur 31,1 Prozent - mehr als 16 Punkte weniger als OB-Kandidat Helmut Stahl bei der Wahl 1999.

Jetzt hat die Bonner CDU ihrer einstigen Frontfrau (51) die Ruder endgültig aus der Hand genommen: Sie wurde am Samstag bei der Mitgliederversammlung in der Bad Godesberger Stadthalle nicht mehr für den Stadtrat aufgestellt, sie verlor die Kampfabstimmung gegen die Familienpolitikerin Verena Lautz (40).

Es war die letzte einer Kette von politischen Niederlagen, die Heckes von ihrer Partei bereitet worden sind. 2002 wurde sie in der Folge des Bebens, das nach der Schreiber-Affäre die Union erschüttert hatte, Kreisvorsitzende; nur knappe zwei Jahre hielt sie sich auf dem Posten. Immerhin sorgte sie damals dafür, dass das erste Investorenverfahren zur Bebauung des Bahnhofsvorplatzes abgebrochen wurde. Ihre Fraktion wollte sie nach der Schlappe gegen Dieckmann nicht mehr als ehrenamtliche Bürgermeisterin haben. Schließlich wurde sie von ihrem eigenen Ortsverband Rüngsdorf / Villenviertel nicht als Kandidatin für die Kommunalwahl 2009 aufgestellt.

Heckes schlug sich für die Mitgliederversammlung selbst vor, hatte nur den Kreisvorstand der Frauen Union hinter sich, der aber auch ihrer innerparteilichen Gegnerin Verena Lautz Unterstützung zugesichert hatte.

Heckes Vorstellung vor den Mitgliedern: eine Tour durch die große Bonner Politik. Sie wolle mithelfen, den Haushalt zu konsolidieren, wolle den Abbau der Neuverschuldung und Beitragsfreiheit für Kindergärten; schließlich solle das städtische Gebäudemanagement wieder von einem Amt statt von einem Eigenbetrieb verwaltet werden. Mit diesen Positionen, erklärte die Kunsthistorikerin aus Muffendorf, „fühle ich mich nah am Kern der CDU-Politik.“

Diplom-Kauffrau Verena Lautz, sagte nur ein paar Sätze: Sie lebe mit Mann und zwei Kindern gern in Rüngsdorf und arbeite für die CDU aktiv vor Ort.

Lautz hatte mächtige Fürsprecher: Der CDU-Stadtbezirksvorsitzende Philipp Lerch ging für sie ebenso ans Rednerpult („wir können sie gut im Rat gebrauchen“) wie Heckes Ortsverbandsvorsitzende Edith Koischwitz. Für Heckes sprachen zwei Christdemokraten.

Das reichte nicht. Bei der Abstimmung erhielt sie von 218 Stimmen 67, Lautz bekam 151. Die Frage von Versammlungsleiter Gerhard Lorth, ob sie für einen anderen der 33 Wahlbezirke kandidieren wolle, verneinte Pia Heckes. Auf der Reserveliste steht sie weit hinten - das dürfte das Aus der Stadtratsarbeit einer Frau sein, die mal ganz oben bei der CDU stand.

Warum hat sie sich diese Niederlage angetan? „Sie will sich überall abwählen lassen“, sagte einer. Pia Heckes reagierte äußerlich gelassen: Sie habe manchem auf die Füßen getreten, vor allem mit ihren ständigen Hinweisen auf sparsamem Umgang mit den städtischen Finanzen. Wie geht es für sie weiter? „Jetzt machen wir erstmal einen ordentlichen Wahlkampf, und außerdem bin ich ja immer noch Mitglied im Arbeitskreis Wirtschafts- und Finanzpolitik“.