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„Ich habe hier einiges angerichtet“

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Der Fußball schreibt auch abseits des Rasens Geschichten. In loser Folge porträtieren wir von heute an Fans des 1.FC Köln: prominente wie unbekannte Gesichter, für die das Stadion wie ein zweites Zuhause ist.

Es war in Bielefeld. 1998, am vorletzten Bundesliga-Spieltag, als Uwe Fuchs mit seinen zwei Toren den ersten Abstieg des 1.FC Köln so gut wie perfekt machte. Kaum zu glauben, dass dieser Mann sechseinhalb Jahre später auf einem Logenplatz im Rheinenergie-Stadion sitzt.

Köln spielt gegen Hannover 96, und Uwe Fuchs weiß, dass es unter den 50 000 Fans etliche gibt, die damals hemmungslos geheult und ihn zum Teufel gewünscht haben. „Ich würde natürlich lieber hören, dass ich davor durch meine Tore für Köln den FC in der Liga gehalten habe“, sagt der 39-Jährige. Von 1990 bis 1993 kickte der heutige Trainer des Wuppertaler SV bei den Geißböcken, die er schon als kleiner Junge bewunderte: „Ich bin von Kindesbeinen an FC-Fan.“

Aber Uwe Fuchs ist auch Profi. „Da tut man seinen Job.“ Und dazu gehört für einen gelernten Stürmer nun mal das Toreschießen. „Erst nach dem Schlusspfiff ist mir das Ganze bewusst geworden. Ich habe hier einiges angerichtet. Damals bin ich in Köln massiv angefeindet worden.“

Einer, der stets zu ihm gehalten hat, ist Franz-Josef Hermann. Der designierte Karnevalsprinz hat als Leiter der Coca-Cola-Verkaufsförderung Uwe Fuchs in die Firmenloge eingeladen. Beide kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Fortuna Köln. Als die Ära des Präsidenten Jean Löring 2001 endete, gehörte Hermann dem Vorstand an. Eine seiner ersten Aufgaben war die Trainersuche: „Wir brauchten einen, der die Verhältnisse kannte und ins Gehaltsgefüge passte. Und das war dann der Uwe. Ein feiner Kerl.“

Neben den beiden Freunden tummeln sich noch 20 weitere Gäste in der Coca-Cola Loge. Ausgestattet mit Theke und Rechauds zum Warmhalten der Speisen - eigentlich ein Platz, um es sich gut gehen zu lassen. Doch Julia Fredebold (18), die seit Mai in der Loge serviert, wird an diesem Abend nur „Frust-Kölsch“ los. Der FC spielt grottenschlecht, Hannover führt 3:1, zu tausenden verlassen die Fans bereits vor Spielschluss das Stadion. In der Loge wird geblieben. „Das sind alles richtige Fans“, hat Fredebold beobachtet. Darauf legt auch Franz-Josef Hermann Wert. „Dieses Klischee von Logen-Gästen, die nur Essen, Trinken und sich für das Spiel kaum interessieren, trifft auf uns nicht zu.“ Während er das sagt, schießt Brdaric das 4:1 für Hannover. „Nee, nee, nee“, winkt der zukünftige Prinz ab und klopft seiner Jungfrau im neuen Dreigestirn, Heinz-Josef Breuer, auf die Schulter.

Angesichts des Spielstands widmet sich Prinz Jupp dem Büfett, während die Jungfrau noch mit den Leistungen des FC hadert. Uwe Fuchs dagegen sitzt die ganzen 90 Minuten ruhig auf seinem Platz. „Köln hat gut begonnen, aber dann den Faden verloren“, analysiert der Mann, der vor wenigen Wochen erneut Anteil an einer Kölner Niederlage hatte: Der FC-Fan siegte mit Wuppertal gegen die U23 des FC mit 2:1. Aber so ist Fußball.