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Stamp: „Ich bleibe auf dem Teppich“

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BONN. „Ich bin kein politischer Karrierist, der die Stufen emporklettert und dann nicht mehr hinter sich schaut.“ Der Röttgener Ratsherr Joachim Stamp, mit gerade mal 39 Jahren frisch gebackener Generalsekretär der nordrhein-westfälischen FDP (noch kommissarisch, nach dem Landesparteitag in Siegen am 13. / 14. März wohl „richtig“), weiß bei aller Freude über seinen Aufstieg offenbar, was er seinen Wählern schuldig ist. Mit unschlagbaren 67,6 Prozent der Stimmen holte er bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 zum zweiten Mal nach 2004 den Kommunalwahlbezirk Röttgen / Ückesdorf direkt. Das verpflichtet.

Und so beruhigte Stamp gleich gestern Morgen etliche Bürger, die besorgt bei ihm anriefen: „Ich bleibe auf dem Teppich.“ Soll heißen: Der 39-Jährige will sowohl im Bonner Stadtrat bleiben - er ist schul- und integrationspolitischer Sprecher seiner Fraktion - als auch stellvertretender Bonner Parteivorsitzender, der er seit 1999 ist. Beides freut auch FDP-Partei- und Fraktionschef Werner Hümmrich, denn so hat er es sich gewünscht.

Realistisch bleibt Stamp, der bei der Landtagswahl am 9. Mai im südlichen Bonner Wahlkreis kandidiert, aber dennoch. Über eine gewisse Entlastung für ihn in der Fraktion werde wohl gesprochen werden müssen, sagt er. Denn womöglich wird er auch noch Landtagsabgeordneter. Sein Listenplatz 22 „zieht bei 10 Prozent, und das ist unser Wahlziel“. Andererseits bekomme er als FDP-„General“ - in dieser Funktion folgt er Christian Lindner, der Generalsekretär der Bundespartei geworden ist - eine andere Infrastruktur, so dass ihm zugearbeitet werde.

FDP-Landesvorsitzender Andreas Pinkwart persönlich war es, der dem Landesvorstand Joachim Stamp für das Amt vorgeschlagen hatte: „Er überzeugt durch sein großartiges Engagement für die liberale Sache und seine Gabe, die Menschen für die Politik der Freiheit zu begeistern.“ Das findet auch der Bonner Parteichef Hümmrich, der die Wahl Stamps auch als „gewisse Auszeichnung für den Kreisverband“ versteht, weil dieser gute Nachwuchsarbeit leiste.

Nun wird sich der 39-Jährige gleich einer großen Aufgabe widmen müssen: der „richtungweisenden“ Landtagswahl, für deren Erfolg er sich „ein gutes Stück mitverantwortlich fühlt“. Darunter leiden wird wohl das Privatleben des Politikwissenschaftlers (siehe Kasten). Den Rest seiner bald auslaufenden Elternzeit für Töchterchen Franziska übernimmt Ehefrau Barbie Haller (33). Auch Oma und Großtante der Zweijährigen springen ein. Politik S. 4