In der Parteivorsitzenden- und Kanzlerfrage zeigt sich die CDU zurzeit gespalten. Traute Einigkeit herrscht dagegen auf kommunaler Ebene in Königswinter: Mit 55 von 61 Stimmen (fünf Enthaltungen; eine Nein-Stimme) wählten die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Peter Wirtz bei der Aufstellung der Kandidaten für die Kommunalwahl im September wenig überraschend erneut zum Bürgermeisterkandidaten.
„Trotz meines ,biblischen Alters’ von 60 Jahren fühle ich mich fit für eine weitere Amtszeit“, hatte der Amtsinhaber vor der geheimen Wahl im Gasthaus Margarethenkreuz betont. Bereits seit 1999 ist Wirtz als Erster Bürger der Drachenfelsstadt im Amt. Im September wird er von Lutz Wagner, dem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von SPD, Grünen und Königswinterer Wählerinitiative, sowie von Bastian Reichardt (Linke) herausgefordert. Punkten will die Union im Wahlkampf mit dem Thema Nachhaltigkeit: „Es gibt von unserer Seite eine große Bereitschaft, in der Stadt etwas zu verändern und das Geld zur Verfügung zu stellen, um die Klimaziele zu erreichen“, betonte Peter Wirtz.
Auch Roman Limbach, Chef des CDU-Stadtverbandes, zeigte sich ein gutes halbes Jahr vor der Kommunalwahl angriffslustig: „Wir setzen alles daran, dass die CDU treibende Kraft bleibt.“ Dabei sparte er nicht mit Eigenlob: Die Union habe in den vergangenen sechs Jahren „sehr gute Arbeit“ für die Stadt geleistet. So habe man zum Beispiel gegen den Widerstand der Opposition den Neubau des Hallenbades durchgesetzt. In Zukunft will die Partei laut Limbach die Sanierung des Freibads vorantreiben, weiterhin in Kitas, Schulen und Digitalisierung investieren, bezahlbaren Wohnraum schaffen, sich für eine Verbesserung des Nahverkehrs und den Baustart einer Bahnunterführung an der Drachenfelsstraße einsetzen.
Die Kandidaten
Die Direktbewerber der CDU in den 22 Wahlbezirken:
Burkhard Rinkens (Königswinter-Süd), Markus Kassner (Königswinter-Nord), Annette Mock (Niederdollendorf-Süd/Teile Königswinter-Nord), Rüdiger Ratzke (Niederdollendorf-Nord/Oberdollendorf-West), Stephan Görg (Oberdollendorf-Mitte/-Süd/Heisterbach), Uwe Sentner (Oberdollendorf-Nord/Wohnpark), Stephan Unkelbach (Oberdollendorf-Nord/Römlinghoven), Wolfgang-Otto Thiebes (Heisterbacherrott), Ralf Münchow (Vinxel), Dr. Josef Griese (Stieldorf/Oelinghoven), Natascha Scherlitzki (Rauschendorf/Bockeroth), Andreas Breitenstein (Thomasberg-West), Sebastian Stoffer (Thomasberg-Ost), Christian Steiner (Stieldorferhohn/Sonderbusch/Thomasberg-Nord), Andreas Sauer (Uthweiler/Eisbach/Pleiserhohn/Scheuren), Frank Klein (Berghausen/Sand) , Uwe Guttzeit (Oberhau), Norbert Mahlberg (Oberpleis-Mitte), Axel Tentler (Ruttscheid/Nonnenberg/ Boseroth/Frohnhardt), Roman Limbach (Oberpleis-West/Hartenberg/Bellinghausen), Thomas Koch (Ittenbach-West) und Franz Gasper (Ittenbach-Ost. (csc)
Eine Bemerkung zu den Äußerungen von Bastian Reichardt sparte sich die Parteispitze an diesem Abend. „Es ist es nicht wert, über dieses Thema zu sprechen“, so Limbach. In einer Pressemitteilung, die auf Facebook veröffentlicht wurde, hatte die Linke CDU und FDP dazu aufgefordert, eine Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene auszuschließen – ansonsten werde „Königswinter brennen“. Die Post hatte heftige Kritik hervorgerufen (die Rundschau berichtete).
Bei der Wahl der Direktbewerber für die Stadtratswahl am 13. September (siehe Kasten) gab es lediglich im Wahlbezirk Vinxel eine Kampfabstimmung, die Ralf Münchow für sich entschied. Das Wahlprogramm 2020-2025 der CDU, das im Juni bei einer Mitgliederversammlung beschlossen werden soll und beim Wahlparteitag am Freitag nur als Entwurf vorlag, trägt laut Stadtverbandsvorsitzendem Roman Limbach den Titel „Das Ganze im Blick“. Darin werde die entscheidende Rolle der CDU bei der Entwicklung Königswinters seit 1969 hervorgehoben. Die Drachenfelsstadt sei bei Bürgern und Zuzugswilligen beliebt, die Arbeit der drei christdemokratischen Bürgermeister Günter Hank, Herbert Krämer und Peter Wirtz sei eine „Erfolgsgeschichte“. Programmatisch werde der demografische Wandel eines der wichtigsten Themen, aber auch die Aspekte Arbeit, Wohnen und Stadtentwicklung im Speckgürtel der Großstädte Bonn und Köln würden breiten Raum einnehmen.
