In 20 Minuten vom Schießbergweg in Ramersdorf zur Uniklinik auf den Venusberg: Das soll eine Seilbahn schaffen, die seit 2015 in Bonn in Planung ist.
Nun hat das Ingenieurbüro Spiekermann (Düsseldorf) im Auftrag der Stadt dem Planungsausschuss eine Nutzen-Kosten-Untersuchung vorgelegt. Das Büro hat dabei Nutzen wie weniger Abgasemissionen von Autos, weil die Pkw-Fahrer auf die Bahn umsteigen, weniger Unfallschäden und verkürzte Reisezeiten zwischen den Zielorten gegen den Kapitaldienst für die Investition abgewogen und kommt zu dem Schluss, dass sich die Seilbahn volkswirtschaftlich lohne, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.
Sie soll auf der 4260 Meter langen Strecke fünf Stationen anfahren: Schießbergweg, Rheinaue, UN-Campus, Hindenburgplatz und Uniklinik West. Die Streckenführung orientiert sich soweit wie möglich am vorhandenen Straßenverlauf. Auf dieser Vorzugsvariante – mit dem höchsten volkswirtschaftlichen Nutzen – sind zwei sogenannte Einseil-Umlaufbahnen vorgesehen, die jeweils bis zum UN-Campus, etwa der Hälfte der Strecke, fahren. Dort findet der Übergang der Kabinen zwischen den beiden Anlagen angeblich unbemerkt von den Fahrgästen statt.
Die Seilbahn zwischen Ramersdorf und dem Venusberg soll von den Stadtwerken betrieben werden, die gemeinsam mit der Stadt die finanziellen Folgen für diese Infrastrukturmaßnahme tragen müssen. Zuschüsse werden vom Land erwartet; da allerdings die Investitionssumme nach Berechnungen Spiekermanns über 30 Millionen Euro liegen werde, käme auch der Bund als Projektförderer in Frage. Ein entsprechendes Gesetz sei in Arbeit. Der Planungsausschuss nahm in seiner Sitzung am Mittwochabend die Untersuchung zur Kenntnis und will sich bis zur Kommunalwahl im September kontinuierlich über das Projekt informieren lassen.
Die Bürgerinitiative „Bonn bleibt seilbahnfrei“ lehnt das Verkehrsmittel ab, unter anderem weil für die Trasse Bäume abgeholzt werden müssten und Bahnstützen in Wohngebiete gebaut würden. Die Seilbahn sei eine „CO2-Dreckschleuder“. (dbr)