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Machbarkeitsstudie vorgestelltGesamtschule Swisttal soll durch modularen Zubau erweitert werden

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So wird der neue Trakt der Gesamtschule in der jetzt präsentierten Studie dargestellt.

So wird der neue Trakt der Gesamtschule in der jetzt präsentierten Studie dargestellt.

Zukunft für die Gesamtschule Swisttal: Eine Machbarkeitsstudie zeigt  Erweiterungspotenzial mit Mensa und Dorfsaal.

Wie kann die dringend benötigte Erweiterung der Gesamtschule Heimerzheim aussehen und was kostet sie? In einer gemeinsamen Sitzung des Schulausschusses sowie des Bau-, Vergabe- und Denkmalausschusses stellte das Kölner Büro v-architekten am Dienstag eine Machbarkeitsstudie vor, die sie in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, der Schulleitung und Kommunalpolitikern erarbeitet hat.

Ziel ist es, dem steigenden Platzbedarf gerecht zu werden und gleichzeitig moderne Lern- und Aufenthaltsräume zu schaffen. Bereits jetzt werden Klassen in Containeranlagen unterrichtet. Mit dem Aufbau der gymnasialen Oberstufe ab 2027 verschärft sich die Raumsituation weiter. Die Studie sieht deshalb einen mehrgeschossigen Erweiterungsbau in Holzmodulbauweise vor, der zwischen bestehender Mensa und Sporthalle entstehen soll. Der Neubau soll nicht nur zusätzliche Klassen- und Fachräume für Naturwissenschaften und Musik bieten, sondern auch neue Ganztagsbereiche, Verwaltungs- und Teamräume sowie eine erweiterte Mensa mit integriertem Dorfsaal für das Vereinsleben.

Flexible Nutzung

Während das Untergeschoss in Massivbauweise mit großzügigen Fensterfronten geplant ist, sollen Erdgeschoss und drei Obergeschosse aus vorgefertigten Holzmodulen bestehen – ein nachhaltiges Baukonzept, das zugleich flexible Nutzungsmöglichkeiten erlaubt. Insgesamt sind rund 5.530 Quadratmeter Bruttogrundfläche vorgesehen. Zusätzlich ist der Umbau der bestehenden Mensa zu modernen Lehrküchen Teil der Planung. Die vorläufig veranschlagten Gesamtkosten liegen bei rund 25,5 Millionen Euro. In diesem Betrag sind mögliche Preissteigerungen und Fachplanungsleistungen noch nicht enthalten.

Die Machbarkeitsstudie bietet daher zunächst einen orientierenden Rahmen für die weiteren Schritte. Beide beteiligten Ausschüsse haben die Vorlage einstimmig zur Beschlussfassung an den Gemeinderat weiterempfohlen. Bürgermeister Tobias Leuning ist erfreut über den Fortschritt: „Mit Hochdruck haben Verwaltung und Planungsbüro an der Machbarkeitsstudie gearbeitet. Erfreulicherweise konnten nun auch die beiden vom Rat beschlossenen Stellen für die Schulbauplanung mit einer Architektin und einem Techniker besetzt werden. Wir werden die weitere Planung auf dieser soliden Grundlage zügig vorantreiben.“

Neubau gestoppt

Im Oktober hatten Vertreter der Schule, der Verwaltung und der Politik mit dem Planer in einem Workshop die Entwürfe diskutiert und ausgewählt. Ausgangspunkt war ein Ratsbeschluss vom Februar 2025, der vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage im Rahmen der Haushaltsberatungen zum Entwurf 2025/2026 alle Planungen zum kompletten Neubau der Gesamtschule gestoppt hatte. Er beauftragte zur Enttäuschung der Schule und vieler Eltern und Schüler stattdessen die Verwaltung, den Raumbedarf für den vollständigen Betrieb einer Gesamtschule – inklusive der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) und einer dreijährigen gymnasialen Oberstufe – erneut zu prüfen. Die Gemeinde schrieb daraufhin eine Machbarkeitsstudie zur Bestimmung der möglichen Flächenerweiterungen durch einen modularen Zubau für die Gesamtschule aus. Den Zuschlag erhielten die v-Architekten, die das Schulgelände untersuchten und ein Raumprogramm in ihr Konzept einarbeiteten, das die Schulplaner vom Bonner Büro biregio vorgegeben hatten.

Die Grünen-Fraktion, die das Aus für den kompletten Schulneubau im vergangenen Jahr heftig kritisiert hatten, sprachen gestern von einem Entwurf, der gute und innovative Bildung in der Zukunft ermögliche: „Wir werden auch die weiteren Projektphasen aufmerksam und kritisch begleiten“, sagten ihr schulpolitischer Sprecher Michael Hellmich und der sachkundige Bürger Sven Kraatz.