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Kreis EuskirchenLeader fördert Kleinprojekte, die das Dorfleben stärken

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Fünf Männer arbeiten an einem gemauerten Backofen.

Auch der Dorfbackes in Houverath ist mit Geld aus dem Förderprogramm gebaut worden.

Wer eine Icdee hat, wie die Gemeinschaft im Dorf gefördert werden kann, hat eine Chane auf Zuschüsse. Die Bewerbungsfrist läuft. 

Es müssen nicht immer große Pläne sein. Oft sind es die kleinen Dinge, die das Dorf beleben und die Gemeinschaft zusammenhalten. Deshalb gibt es in den Leader-Regionen ein Förderprogramm eigens für Kleinprojekte. Sowohl in der Region Eifel als auch in der Region Zülpicher Börde stehen in diesem Jahr wieder Mittel zur Verfügung, um die sich Verein, Initiativen oder engagierte Bürgerinnen und Bürger bewerben können. Gefördert werden Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von bis zu 20.000 Euro.

Ein Beispiel dafür, was von dem Auswahlgremium als förderwürdig angesehen wird, ist die Alte Schule in Eiserfey (siehe: „Dank neuer Decke klappt die Verständigung besser“). Dort warben Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) für die Projektförderung. Zur Leader Region Eifel zählen 16 Städte und Gemeinden. Neben den Kommunen im Kreis Düren sind es im Kreis Euskirchen Mechernich, Bad Münstereifel, Schleiden, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Blankenheim und Dahlem. Zur Leader-Region Zülpicher Börde gehören aus dem Kreis Euskirchen Zülpich und Weilerswist, außerdem Vettweiß, Nörvenich (Kreis Düren) und Teile von Kerpen und Erftstadt (Rhein-Erft-Kreis).

Für uns war die Förderung in jedem Fall eine gute Sache und die Möglichkeit, den Zusammenhalt im Dorf zu fördern.
Stephan Wiegmann

Leader ist ein Projekt der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raums, die Kleinprojektförderung wird allerdings vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen getragen. Es gibt eine Reihe von guten Beispielen, was man mit 20.000 Euro auf die Beine stellen kann. So viel darf das Kleinprojekt nämlich maximal kosten, wenn es in die Förderrichtlinien passen soll. 20 Prozent der Summe müssen die Antragsteller selbst stemmen – sei es als finanzieller Beitrag oder als handfeste Eigenleistung.

„Für uns war die Förderung in jedem Fall eine gute Sache und die Möglichkeit, den Zusammenhalt im Dorf zu fördern“, lobt Stephan Wiegmann. Der Vorsitzende des Bürgervereins Eiserfey, Dreimühlen, Vollem schildert ein Problem, das wohl fast alle Eifeldörfer kennen: Es ist oft nicht leicht, die Neubürger aus den Baugebieten, die meist am Rand der Dörfer ausgewiesen werden, in die Dorfgemeinschaft zu holen.

Auch das Dorfbackes in Houverath wurde gefördert

Eine Skaterbahn, ein Gemeinschaftsbeet, eine neue Schaukel für den Kinderspielplatz – mit all diesen Projekten kann man sich bewerben. Auch der Dorfbackes in Houverath ist mit Fördergeld erbaut worden. Vor drei Jahren war dort auf dem Gelände des Pfarrheims ein gemauerter Backofen entstanden, der seitdem gemeinsam angeheizt wird. Die Bewerbungsfristen sind unterschiedlich.

In der Region Eifel kann man seine Unterlagen noch bis zum 23. März einreichen, in der Zülpicher Börde endet die Bewerbungsfrist am 10. April. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss das Projekt in diesem Jahr beantragt, durchgeführt und abgerechnet werden. Was durchaus sportlich sein kann. Denn vom Regionalmanagement Zülpicher Börde heißt es: „Mit einer Förderung ist erst in den Sommermonaten zu rechnen.“

Wie viel Geld tatsächlich zu Verfügung stehe, wisse man noch nicht. Das stehe erst fest, wenn das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Mittel gewährt habe. Dann bleibt dem Zuschussempfänger im Zweifelsfall nur ein knappes halbes Jahr, um die Idee umzusetzen und auch noch abzurechnen.

Weitere Informationen zum Regionalbudget 2026, zu den Förderbedingungen sowie zu den Bewerbungsunterlagen finden sich auf der Website der Leader-Regionen. Interessierte können sich auch direkt an die zwei Regionalmanagerinnen der Region Eifel wenden unter Tel. 0151-58425568 oder 0151-67961528. Das Regionalmanagement Zülpicher Börde erreicht man unter Tel. 02252-8354-554. Am Montag, 2. März, 18 Uhr, bietet das Regionalmanagement Eifel zudem einen Online-Beratungstermin für Antragsteller an. Dabei werden das Antragsverfahren und die Rahmenbedingungen erläutert und Fragen zum Umsetzen der Projekte beantwortet.


Dank neuer Decke klappt die Verständigung besser

Die Alte Schule in Eiserfey ist Treffpunkt für Jung und Alt. Seniorennachmittage finden dort ebenso statt wie Spieltreffs für die Kinder. Der Bürgerverein Eiserfey, Dreimühlen, Vollem ist Träger des Dorfgemeinschaftshauses, das ihm von der Stadt als Eigentümerin überlassen wird. Allerdings gab es in der Vergangenheit ein Problem: Die alten Holzdecken in den beiden Räumen sorgten für schlechte Akustik. Immer wieder hätten sich ältere Besucherinnen und Besucher – vor allem Träger von Hörgeräten – beklagt, dass der Hall Gespräche sehr schwierig mache.

Drei Männer und eine Frau stehen vor einem Wandgemälde, rechts und links hängt Werbung für das Leader-Projekt.

Vor dem Wandgemälde in der Alten Schule in Eiserfey warben Vertreter des Bürgervereins und der LAG dafür, sich um Förderung für Kleinprojekte zu bewerben.

Die Lösung: Eine Akustikdecke sollte eingezogen werden. Schon einmal habe sich der Bürgerverein um eine Förderungen für ein Kleinprojekt beworben, berichtet Vorsitzender Stephan Wiegmann. Im zweiten Anlauf klappte es nun. Die Eiserfeyer erhielten den Zuschlag und fanden in einem ortsansässigen Handwerker zudem den Richtigen, um die Decke einzubauen.

Allerdings werden die Kosten nur zu 80 Prozent gefördert, ein Fünftel der Summe hätte also der Verein tragen sollen. Hier sei die Stadt eingesprungen, freut sich der Vereinsvorsitzende. Die Mitglieder hätten mit angepackt und im Zuge der Bauarbeiten auch gleich die Beleuchtung erneuert. Als nächstes soll jetzt im Nebenraum eine Art kleines Bistro entstehen – damit die Alte Schule noch attraktiver wird für alle Generationen.