Leverkusen – Die Vereinigung Inter-Lev will zur Ratswahl im September mit einer eigenen Liste antreten. Die Mitglieder des Vereins haben sich bisher hauptsächlich mit Fragen der Integration von Migranten beschäftigt und wollen nun verstärkt in die Kommunalpolitik einsteigen. Die ersten bürokratischen Hürden zur Anmeldung des Vereins zur Wahl seien vollbracht, sagte der Vorsitzende Jannis Goudoulakis (81). Bisher war Inter-Lev als größte Gruppe im städtischen Integrationsrat aktiv.
Der gebürtige Grieche Jannis Goudoulakis ist auch Gründer des Vereins. Er hat vor zwei Wochen unter Protest nach 50 Jahren Mitgliedschaft die SPD verlassen, weil er mit der Art und Weise beim Wechsel an der Parteispitze nicht einverstanden war. Kurz vor dem Parteitag hatte sich eine Opposition gegen Parteichefin Aylin Doğan formiert und Jonas Berghaus den Vorsitz übernommen. Die Übernahme des Vorsitzes war möglich geworden, weil kurz zuvor ein Schwung junger Männer mit türkischem Hintergrund in die SPD eingetreten waren, die den Wechsel unterstützen (wir berichteten).
Reaktion auf SPD-Streit
Die Aufstellung der Inter-Lev-Liste ist laut Goudoulakis die Reaktion auf die Entwicklungen in der SPD. Die neue Liste dürfte die SPD Stimmen kosten, der viele Inter-Lev Mitglieder bisher nahe standen.
Jannis Goudoulakis nahm 2002 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Er sagt, dass die etwa 50 Mitglieder im Verein Inter-Lev zu 95 Prozent Bürger der Europäischen Union seien. Als eingebürgerte Deutsche oder Bürger eines Landes der Europäischen Union besitzen sie also das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen. Deshalb sei es kein Problem, aus den eigenen Reihen alle Wahlbezirke mit Kandidaten zu besetzen, das ist ein wichtiger Faktor, um an Ratsmandate zu gelangen. Goudoulakis sagt: „Wir wollen eine kleine Fraktion werden.“
Die Mitglieder des Inter-Lev seien von der Herkunft international bunt gemischt und vor allem strikt unabhängig von jedweder religiöser Tendenz, das betont Goudoulakis besonders.
Das könnte Sie auch interessieren:
Wer auf den vorderen Plätzen der Liste stehen wird, wer also eher mit einem Sitz im Rat rechnen kann, stehe nicht fest, sagt Goudoulakis: „Ich will jedenfalls nicht in den Rat. Ganz vorne könnte ich mir eine Frau vorstellen.“ Bei der Oberbürgermeisterwahl will die Inter-Lev den amtierenden OB Uwe Richrath (SPD) unterstützen – uneingeschränkt.



