Was war? Was kommt? Wir blicken zurück auf das Jahr 2025 - heute im Fokus: Die Südkreisgemeinde Morsbach.
Bilanz 2025In Morsbach gab es letztes Jahr viele Veränderungen

Ein Lichtblick für die jahrelange Baustelle Morsbach: Im Spätherbst wurde das Freizeitgelände am Kulturbahnhof eröffnet.
Copyright: Michael Kupper
Das Jahr 2025 hat für Morsbach eine ganze Reihe Veränderungen mit sich gebracht – auch auf der jahrelangen Baustelle Bürgercampus. Anfang Januar wurde die öffentlich zugängliche Bücherei in der Leonardo da Vinci-Schule eröffnet. Die Leiterin Lydia Braun freute sich über die vielen Besucher, die nach der Schließung Ende 2023 im Rathausgebäude und gut einjähriger Pause den Weg in die Hahner Straße gefunden hatten. Die Wiedereröffnung war mehrfach in 2024 angestrebt worden, doch eine im Zuge des Umbaus des Schulkomplexes notwendig gewordene Umstrukturierung der Brandmeldeanlage hatte diese länger verhindert.
Solarpark erhitzte die Gemüter
Eine ebenso schwere Geburt war der Haushaltsplan 2025 und 2026. Nach der grundsätzlichen Befürwortung eines Doppelhaushaltes in 2024 fiel es dem Rat zunächst schwer, sich auf die Hebesätze für die Grundsteuern zu einigen. So wurde zwar dem Haushalt letztendlich zugestimmt, doch der Wirtschaftsplan der Gemeindewerke abgelehnt. Das führte dazu, das diese zum Jahresbeginn nicht handlungsfähig waren und notwendige Baumaßnahmen nicht umgesetzt werden konnten. Der Februar brachte schließlich in einer Sondersitzung des Rates nach mehreren Nachbesserungen durch Geschäftsführerin Yvonne Hüsch die Einigung.
Im Frühjahr und den ganzen Sommer über beschäftigte eine neue Angelegenheit die Republik: Der Solarpark im Asbachtal erhitzte die Gemüter der Anwohner und wurde zum Thema des Jahres. Selten waren die Sitzungen der Ausschüsse und des Rates so gut besucht. Entgegen den ursprünglichen Plänen der Rheinenergie, die eine Gesamtfläche von annähernd 30 Hektar auf drei Teilflächen vorgesehen hatten, wurde diese später auf etwa zwei Drittel reduziert, um den Abstand zu Wohnbebauung zu erhöhen. Nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung wurde es ruhiger um diese Geschichte.
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Der Projektierer hatte anfangs Probleme, einen Einspeisepunkt vom Netzbetreiber zu bekommen. Inzwischen ist einer in der Nähe der Kreuzung der Hochspannungsleitung mit der Landesstraße 324 bei Erdingen im Gespräch. Für den Bau der Umspannstation sind jedoch weder Rhein- noch Aggerenergie, sondern der Netzbetreiber Westnetz zuständig. Allerdings ist noch unklar, welche Energien die Fernleitung zwischen den Umspannwerken Dauersberg und Wiehl-Bomig aufnehmen kann, ohne dass es zu zwischenzeitlichen Abschaltungen kommen muss. Gestorben ist das Projekt jedoch noch nicht. Das Thema wird den Bauausschuss in seiner Märzsitzung beschäftigen.
Müll war das Thema im Sommer. Morsbach war bislang die einzige Kommune im Kreis, die die Abfuhren noch selbstständig organisiert hatte, wenn auch in enger Zusammenarbeit mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV). Nach dem altersbedingten Ausscheiden der Sachbearbeiterin hat sich der Rat dafür entschieden, die Stelle nicht nachzubesetzen, sondern diese Aufgabe per öffentlich-rechtlicher Vereinbarung ab dem 1. Januar dieses Jahres auf den BAV zu übertragen. Währenddessen gingen die Tiefbauarbeiten in der Gemeinde weiter: An vielen Stellen wurden die Straßen aufgerissen, um Glasfaserkabel für eine flächendeckende Breitbandversorgung zu verlegen, in mehreren Abschnitten wurde die Bahnhofstraße weitestgehend im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes fertiggestellt.
Hallenbad endlich wieder offen
Im Herbst wurde das Hallenbad im Bürgercampus nach mehr als fünfjähriger Schließung am 1. September wieder eröffnet. Ursprünglich war die Sanierung des Bades für rund ein Jahr ab Ende April 2020 geplant. Doch nach pandemiebedingten Behinderungen im Arbeitsablauf hemmten ab 2022 massive Materialengpässe den Fortgang. Diese Verzögerungen hatten selbst neue Probleme geschaffen. So hatte in dieser Zeit der Bauleiter des Planungsbüros dreimal gewechselt und sich jeweils neu einarbeiten müssen.
Darüber hinaus waren Anpassungen nötig, da sich in der Bauzeit auch die Baurichtlinien geändert hatten. Bei der Eröffnung sprach der damalige Bürgermeister Jörg Bukowski von einem „historischen Tag“. Sein Nachfolger Jan Schumacher stand bei der Kommunalwahl am 14. September noch nicht direkt fest. Auch wenn es zunächst so aussah, musste er sich am Ende einer Stichwahl mit Nadja Hansmann zwei Wochen später stellen, die er mit einer Zweidrittelmehrheit gewann. Für eine Überraschung sorgte der Stimmbezirk Alzen. Dort hatte die AfD mit knapp 30 Prozent ihr Ergebnis von 2020 mehr als verdreifacht. Die Partei ist nun erstmals im Rat mit vier Sitzen vertreten.
Lichtblick Kulturbahnhof
Einen Lichtblick für die jahrelange Baustelle Morsbach gab es im Spätherbst mit der Eröffnung des Freizeitgeländes am Kulturbahnhof, das nun durch zwei Brücken über die Wisser barrierefrei an den Kurpark angebunden ist. Neben Spielgeräten, einer Calisthenics-Anlage, einem Basketballplatz und einem „Soccer-Court“ wurde auch ein Museumsbahnsteig mit den historischen Schienen rekonstruiert – für die Bahn gibt es noch eine Betriebsgenehmigung bis 2058.

