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Freiflächen-PVNümbrechter Solarpark-Pläne gelüftet

3 min
Das Symbolfoto zeigt eine  eingezäunte Photovoltaik-Freiflächenanlagen.

Die Firma Enerparc möchte Freiflächen-PV-Anlagen in Nümbrecht bauen, aber um den Stein überhaupt ins Rollen zu bringen, muss die Politik erst grünes Licht geben. Die Diskussion darüber hat noch gar nicht begonnen.

Die Politik hat sich über das Vorhaben der Firma Enerparc informiert und wird nun in die Diskussion darüber eintreten, was die Gemeinde möchte.

Bevor Leon Heuel von der Firma Enerparc die Pläne des Unternehmens in der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses vorstellte, machte Nümbrechts Bürgermeister Thomas Hellbusch klar: Es geht momentan nur um  Information.

Der Weg ist noch weit – wenn wir ihn denn gehen wollen.
Nümbrechts Bürgermeister Thomas Hellbusch

Ob der Wunsch des Unternehmens, zwei Freiflächen-Photovoltaikanlagen in der Gemeinde zu bauen, in die Tat umgesetzt wird, darüber müssen Politik und Verwaltung erst noch diskutieren. Es müsste erst der politische Wille abgefragt werden, es müsste Planungsrecht geschaffen werden, die Öffentlichkeit würde beteiligt – kurzum: „Der Weg ist noch weit – wenn wir ihn denn gehen wollen“, führte Hellbusch aus.

Im Ausschuss konnten Politik und Verwaltung aber schon mal Fragen stellen – und das geschah auch umfassend. Die Pläne von Enerparc sind schon konkret, wie sich zeigte. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und einem Büro in Köln möchte südlich der Ortschaft Grunewald und – mit einigem Abstand – südwestlich von Niederelben je einen Solarpark bauen. Ersterer soll auf einer Fläche von zwölf Hektar entstehen (was ungefähr der Fläche von fast 17 Fußballfeldern entspricht) und könnte rund 16 MWp (Megawatt Peak) leisten. Laut Enerparc wäre das genug Energie für bis zu 6500 Zwei-Personen-Haushalte.

Die kleinere Fläche soll auf vier Hektar (entspricht etwa fünfeinhalb Fußballfeldern) 4,5 Megawatt Peak für etwa 2500 Zwei-Personen-Haushalte Strom erzeugen. Technisch gesehen, so Heuel, handele es sich trotz des Abstandes aber um eine Anlage. Mit vier Untergesellschaften möchte Enerparc so ziemlich den kompletten Prozess in der Hand behalten. Das Unternehmen pachtet die Grundstücke an, möchte den Planungsprozess steuern, die Anlage bauen und über die ganze Laufzeit auch selbst betreiben. Leon Heuel betonte, dass man über eine im Pachtvertrag festgeschriebene Rückbaubürgschaft nach Ablauf der Laufzeit auch die Herstellung des Ursprungszustandes zusichere. Der Gemeinde würden weder Planungs- noch Baukosten entstehen.

Schafe zwischen den Solar-Modulen?

Enerparc würde dafür eine Projektgesellschaft gründen, die ihren Sitz in Nümbrecht bekomme – nicht ganz unwichtig mit Blick auf Gewerbesteuerzahlungen.

Es würden keine Fundamente gebraucht, es bedürfe keiner Maßnahme zur Bodenversiegelungen für das Aufstellen der PV-Module. Stattdessen würde die Verankerung in den Boden gerammt. Bau und späterer rückstandsloser Abbau würden relativ fix über die Bühne gehen können, sagte Heuel: Für zehn Hektar rechne man für Bau und Rückbau mit jeweils etwa vier Wochen. Die Anlagen müssten vollständig eingezäunt werden, weil Starkstrom im Spiel ist, würden aber aus Sichtschutzgründen auch eingegrünt, und zwar mit gebietsheimischen Sträuchern. Die Feuerwehr werde dennoch jederzeit Zugang haben. Theoretisch möglich sei es auch, dass Schafe oder gar Rinder auf den eingezäunten Bereichen gehalten werden. Pflanzenschutz- oder Düngemittel kämen nicht zum Einsatz.

Beteiligungsmöglichkeiten

Als etwaige Beteiligungsmöglichkeiten, die in Nümbrecht denkbar sind, nannte Heuel eine kommunale Abgabe, die in Nümbrecht einer kommunalen Beteiligung von rund 40.000 Euro im Jahr entspräche. Als denkbare Bürgerbeteiligungsmodelle nannte Leon Heuel Crowdinvestment mit fester Verzinsung oder eine Bürgerenergiegenossenschaft. Er skizzierte auch das Angebot an die lokale Wirtschaft, kostengünstige Stromdirektverträge abzuschließen, womöglich auch mit Direktanschluss.

Die Diskussion darüber, wie sich die Politik nun positioniert, findet in der nächsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses statt.