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Wasser aus der WiehlBielsteiner Freibad feiert 90. Geburtstag

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Das Foto zeigt links Nicole Klein und rechts Andreas Zurek mit einem alten Plakat vom Einweihungsfest vor 90 Jahren.

Das alte Plakat kündigte damals das Eröffnungsfest an. 90 Jahre später wird wieder gefeiert. Nicole Klein vom Förderverein und Andreas Zurek von der FSW freuen sich auf das dreitägige Programm.

Die Bielsteiner lieben ihr Freibad. Sie haben es mehrfach vor der Schließung gerettet. Großes Fest am Wochenende.

In den heißen Tagen dieses Frühsommers musste es auch schon mal wegen Überfüllung schließen. Die Bielsteiner lieben ihr Freibad. Um so erstaunlicher, dass es mehrmals von der Schließung bedroht war. Aber Totgesagte leben bekanntlich länger: An diesem Wochenende, 10. bis 12. Juli, feiert das Freibad 90. Geburtstag.

Die Wiehlaue oberhalb der Repschenrother Mühle war schon immer ein beliebter Badeplatz. Allerdings lassen Anfang des 20. Jahrhunderts Wassermenge und -qualität des Flüsschens zu wünschen übrig. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gibt es darum Pläne, dort eine richtige Badeanstalt einzurichten, kann man im historischen Flyer nachlesen, den die städtische Betreibergesellschaft Freizeit- und Sportstätten Wiehl (FSW) und der Badförderverein herausgegeben haben. „Es sollte jedoch noch über zwanzig Jahre dauern, bis die Gemeindeältesten auf Initiative des damaligen Heimat- und Verkehrsvereins den Bau des Bades grundsätzlich billigten.“

Pläne schon vor dem Ersten Weltkrieg

Am 12. Juli 1936 wird das Freibad zusammen mit dem neuen Sportplatz eingeweiht. Das noch erhaltene Plakat kündigt ein umfangreiches Wettkampfprogramm an. „Abends Ball in alle Sälen des Ortes“ (damals gab es davon eine Menge),   heißt es außerdem, und im Jargon der NS-Zeit: „Alle Volksgenossen sind herzlich eingeladen.“

1953 muss der Beckenboden erstmals saniert werden. 1964 beschließt der Rat der damals eigenständigen Gemeinde Bielstein eine Kompletterneuerung. Doch es bedarf noch des Zusammenschlusses mit der Gemeinde Wiehl, bis zehn Jahre später die Sanierung von Becken, Rohrleitungen, Umkleide- und Technikräumen sowie der Einbau einer Umwälz- und Wärmepumpe tatsächlich erfolgt.

Ohne den Förderverein würde es das Bad heute nicht mehr geben.
FSW-Betriebsleiter Andreas Zurek

Und die Betriebskosten bleiben hoch. Die damals klamme Kommune versucht vergeblich, das Freibad zu privatisieren. 1982   schlägt die Wiehler Verwaltung schließlich vor, den Betrieb einzustellen. Der Heimatverein erklärt sich daraufhin bereit, das Bad in eigener Regie zu betreiben. Bald zeichnen sich jedoch erneut hohe Wasserverluste ab, so dass das Bad 1985 wieder vor dem Ende steht. Der Rat der Stadt Wiehl entschließt sich dann doch zu einer weiteren Sanierung des Beckens, das in diesem Zuge aber von 50 auf 35 Meter verkürzt wird.

In den Jahren 2009 und 2010 steht die kostspielige Vielfalt der Wiehler Bäderlandschaft erneut auf dem Prüfstand. Anlass gibt das marode Hallenbad im Bielsteiner Schulzentrum. Stattdessen soll es einen Neubau im Hauptort geben, die „Wiehler Wasser-Welt“, ein Hallenbad mit Außenbecken. Dass das Bielsteiner Freibad in diesem Zuge nicht gleich mitgeschlossen wird, ist dem Förderverein zu verdanken, der 2011 unter der Führung des Bielsteiner Unternehmers Eberhard Klein gegründet wird. FSW-Betriebsleiter Andreas Zurek gibt zu: „Ohne den Förderverein würde es das Bad heute nicht mehr geben.“

Heute arbeiten Förderverein und FSW eng zusammen. Die Ehrenamtler haben mit Veranstaltungen und Geldspenden über die Jahre rund 400.000 Euro aufgebracht, womit Gebäude und Sanitärbereiche renoviert, Bestuhlung und Liegen beschafft, ein Beachvolleyball-Feld, ein Barfußerlebnispfad, eine Boccia-Bahn, eine Kneippanlage, ein großes Schachspielfeld und sogar ein Baumlehrpfad eingerichtet werden konnten.

Nicht jeder hat einen Pool im Garten

Die FSW bezahlt das Personal und kümmert sich um die bemerkenswerte Technik des Freibads. Das Wasser stammt aus einer eigenen Quelle im oberen Bechtal, das Wasser wird über einen Wärmetauscher geheizt, der die Temperaturdifferenz zwischen der Luft und dem Wasser des nahen Wiehlflusses nutzt. Für den enormen Strombedarf hat die FSW erst in diesem und dem vergangenen Jahr die PV-Anlage ausgebaut.

Die Bielsteiner lieben ihr Bad. Wie die neue Fördervereinsvorsitzende Nicole Klein berichtet, gibt es bei der Organisation des Geburtstagsfests viel Unterstützung aus den übrigen Dorfvereinen. „Alle wissen, dass sich nicht jeder einen eigenen Pool im Garten leisten kann. Bei uns finden junge und alte Bielsteiner eine Abkühlung.“


Das Geburtstagsfest

Drei Tage lang wird der Freibad-Geburtstag gefeiert. Am Freitag, 10. Juli, 17 Uhr, geht es los mit dem „Wiehler Sommer“, einer Party für Jugendliche. Am Samstag, 11. Juli, stehen dann von 10 bis 15 Uhr die Kinder und Familien im Mittelpunkt, bevor ab 18.30 Uhr die Band „Düx“ beim kölschen Abend aufspielt.

Am Sonntag, 12. Juli, dem eigentlichen Jubiläumstag, gibt es ab 10 Uhr neben einem offiziellen Teil viel Musik mit dem Musikverein Heddinghausen und der Band „Die Geininger“. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren zahlen auch für das Konzert der Band „Düx“ keinen Eintritt. Für alle anderen gibt es Karten im Vorverkauf über die Internetseiten des Freibads für acht Euro.

www.freibad-bielstein.de