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AktionOmas gegen Rechts singen gegen Hass und Gewalt in Refrath

3 min
Zu sehen sind Menschen, die sich im Halbkreis aufgestellt haben. Im Vordergrund sitzt ein Mann mit einer Gitarre.

Viele Teilnehmer haben sich zum Singen für Demokratie in Refrath versammelt.

Zahlreiche Teilnehmer sind für die Aktion auf dem Peter-Bürling-Platz erschienen.

Sie zeigen klare Kante gegen Rassismus, Hass, Hetze, Gewalt und die Ausgrenzung von Menschen – und Refrath macht mit: Die „Omas gegen Rechts“ luden auf den Peter-Bürling-Platz zum gemeinsamen Singen für Demokratie.

Eine große Menschentraube hatte sich um den Stand der Gladbacher Initiative gebildet, die seit ihrer Gründung vor knapp zwei Jahren stetig an Mitgliedern wächst. Ausgestattet mit Liedblättern lauschten die Unterstützer der kurzen und prägnanten Rede von „Oma“ Doris und warteten gespannt auf den ersten Takt der Gitarre, um „Nie ohne Hoffnung“ von Miljö anzustimmen. „Se künne hetze, künne spalde. Beeje Wohrheit sich zoräch.

Einstieg mit Lied von Miljö

Se hasse alles, wat inne fremp es. Och wenn dat et Lävve richer mäht. Un wenn se widder verzelle, dat fröher alles besser wor, un wenn se widder verzelle, jo, dann singe mir em Chor“, schallte es laut und bestimmt über den Platz. Ein Orchestermusiker war als Besucher aus Porz-Wahn gekommen und sang überzeugt mit. „Man muss sich trauen, den Mund aufzumachen. Einfach Arsch huh, Zäng ussenander. Das Lied von Miljö kannte ich allerdings bis heute noch nicht“, stellte er fest. Beim zweiten Lied, „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss, zeigte er sich allerdings textsicher und sang inbrünstig vom ersten bis zum letzten Wort mit. Und hatte mit „Wann jeiht dr Himmel widder op“ der „Höhner“ direkt einen Titel für eine potenzielle Folgeveranstaltung.

„Ich bin in der Nachkriegszeit geboren, uns ging es immer ziemlich gut“, so der Orchestermusiker, der schnell ins Gespräch mit einer anderen Besucherin kam, der es ebenfalls eine Herzensangelegenheit war, die Aktion zu unterstützen. „Mein Mann hat in Köln nach dem zweiten Weltkrieg als Kind in den Trümmern gespielt, ich in Gladbach zum Glück im Wald. Mittlerweile sieht es manchmal wieder sehr böse aus. Erst dachte man, es ist nur im Osten, aber das ist nicht mehr so“, beobachtete die Refratherin die Entwicklung. „Demokratie darf nicht untergehen, wir haben dadurch so viel gewonnen“, waren sich die beiden einig.

Teilnehmer verweilen noch zum Austausch

Nach rund 20 Minuten war alles vorbei, aber viele der Unterstützer, die in allen Altersklassen vertreten waren, verweilten noch ein bisschen und kamen ins Gespräch. Die „Omas gegen Rechts“ zeigten sich sehr zufrieden. „Es ist belebt. Vor allem freut es uns, dass viele junge Menschen mit Kindern gekommen sind. Es waren heute nicht wir als Gruppe und das Publikum, sondern alle gemeinsam“, so die Initiatorinnen, deren Gruppe nicht nur aus reiner Frauenpower besteht, denn unter ihnen sind auch etliche „Opas gegen Rechts“ mit Engagement bei der Sache und machen freitags auf dem Refrather Markt und samstags in der Gladbacher Fußgängerzone auf sich aufmerksam.

Gitarrist Thomas, der die Aktionen der „Omas gegen Rechts“ musikalisch begleitete, erklärte, wieso die Songauswahl genau richtig war: „Inhaltlich erklärt es sich von selbst. Die Zeiten gerade sind mehr als bewegt.“ Weshalb gerade Kölsche Lieder so gut passen, darauf hatte er auch eine Antwort: „Sie bringen von der Phonetik her einen emotionalen Klang mit. Klang und Fluss sind sehr gefühlvoll. Es geht bei den Menschen, ohne, dass sie es unbedingt perfekt aussprechen können, ins Herz“, so der Musiker.

Nächste Aktion schon kommende Woche

Schon am nächsten Samstag laden die Mitglieder, die bei ihren Aktionen alle Kosten aus eigener Tasche stemmen, zum nächsten Termin, dem „Tag der offenen Gesellschaft“ unter dem Motto „Was bewegt dich?“. Von 15.30 bis 18.30 Uhr sind sie mit „Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt“ und der „Initiative klimagerecht leben“ auf dem Marktplatz in Gladbach anzutreffen.

Am 10. Oktober laden sie zum „WortspieGL“ in der Volkshochschule mit Vorträgen und Lesungen unter dem Motto „gemeinsam leben, zusammen gestalten“.