Abo

„Chance für Entwicklung“Eitorfer Bürgermeister will Krewel-Kauf nicht aufgeben

2 min
Nur noch der Bürgermeister der Gemeinde wehrt sich dagegen, den Krewel-Kauf zu den Akten zu legen. Hier das Krewel-Gelände von oben.

Nur noch der Bürgermeister der Gemeinde wehrt sich dagegen, den Krewel-Kauf zu den Akten zu legen. Hier das Krewel-Gelände von oben.

Für den Bürgermeister der Gemeinde Eitorf birgt das Krewel-Areal weiterhin gute Möglichkeiten. Er will den Kauf nicht zu den Akten legen.

Nach dem Beschluss des Eitorfer Hauptausschusses, dem Rat zu empfehlen, sämtliche Aktivitäten für einen Kauf der leer stehenden Krewel-Werke durch die Gemeinde einzustellen und auch den Beschluss zum Rathausneubau aufzuheben, hat sich Bürgermeister Rainer Viehof noch einmal an die Eitorfer Bürger gewandt.

Er hat offenbar seine Pläne zum Krewel-Kauf noch nicht aufgegeben. Der parteilose Viehof war der Einzige, der vergangene Woche gegen den Beschluss stimmte, der auf gemeinsamen Antrag von CDU, FDP und Bündnisgrünen gefasst worden war. Auch SPD und UWG, also alle Fraktionen des Rates, hatten ihm zugestimmt, weshalb es als sicher gilt, dass der Beschluss am Montag auch vom Gemeinderat sanktioniert wird.

Eitorfer Bürgermeiser hätte sich intensive Beratungen vor einer Entscheidung gewünscht

Der Bürgermeister sieht allerdings wesentliche Synergieeffekte gefährdet. Er hätte sich gewünscht, dass vor einer sachgerechten Entscheidung noch intensive Beratungen der Fraktionen mit der Verwaltung stattgefunden hätten, sagte Viehof. Denn im Rathaus seien erhebliche Maßnahmen für die IT-Sicherheit, Infotechnik und Datensicherung notwendig sowie wichtige energetische Maßnahmen und für den Brandschutz. Weil es dort zu wenig Raum gebe, seien schon jetzt Bau- und Schulamt in das Gebäude der Volksbank verlagert worden und das Archiv zu Retzer Industries auf das Schoeller-Gelände. Im Übrigen hält Viehof das Rathaus für vollkommen verbaut.

Bürgermeister von Eitorf, Rainer Viehof (Parteilos)

Bürgermeister von Eitorf, Rainer Viehof (Parteilos)

Der Bürgermeister möchte ohnehin die Bibliothek in der Siegstraße und das Bürgerzentrum in der Bahnhofstraße verkaufen, um so die Kosten beim Krewel-Kauf zu mindern.

Rainer Viehof: „Krewel-Areal bietet große Chance für Entwicklung des Rathauses“

Er kann sich vorstellen, dass das frühere Produktionsgebäude von Krewel mit seinen 15.000 Quadratmetern in eine Mehrzweck- oder Stadthalle umgebaut wird. Zu prüfen sei auch, so Viehof, ob die Agentur für Arbeit im früheren Laborgebäude untergebracht werden könne. Den Bau einer vierzügigen Grundschule im oberen Krewel-Gelände findet der Bürgermeister auch weiterhin sinnvoll.

Und für das jetzige Gelände der Grundschule an der Brückenstraße könnte man seines Erachtens auch einen Vollversorger gewinnen. Nach wie vor hält Viehof den Bau einer Löschgruppe West für die Feuerwehr auf dem bereits erworbenen Krewel-Areal für wichtig. Dadurch könnten die Hilfsfristen deutlich reduziert werden. „Das Krewel-Areal bietet aus meiner Sicht eine große Chance für die Entwicklung des Rathauses und zugleich eine bessere wirtschaftliche Entwicklung des Zentrums mit Geschäften und betreutem Wohnen neben dem Marktplatz,“ so Rainer Viehof.