In Windeck gibt es zum Teil nur noch Notbetreuung. Die Betreuung des Trägers soll noch bis Vertragsende im Juli aufrechterhalten bleiben.
Träger insolventOGS-Betreuung an Grundschulen in Windeck und Ruppichteroth in Gefahr

An der Bodenbergschule in Windeck ist bisher auch IB West als Träger für die OGS verantwortlich. (Archivbild)
Copyright: Stephan Propach
Die Betreuung der Schüler an Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Windeck, Ruppichteroth und dem Oberbergischen Kreis ist in Gefahr. Der Internationale Bund (IB), der diese Betreuung in Windeck an den fünf Grundschulen, an der Gemeinschaftsgrundschule Ruppichteroth sowie im Nachbarkreis an weiteren Grundschulen wie in Waldbröl und Nümbrecht für die Kommunen übernommen hat, befindet sich in einem Insolvenzverfahren.
Dieses Restrukturierungsverfahren folgte auf einen Insolvenzantrag, den die IB West gGmbH schon im vergangenen Jahr stellte. Zurzeit finden in Windeck zum Teil nur noch Notbetreuungen statt. Die Gesellschaft wolle versuchen, ihre Verträge, die bis Ende Juli laufen, aber bis dahin noch planmäßig einzuhalten, betonte IB-Geschäftsführerin Mirjam Michalski in einem Schreiben an die Eltern der Grundschulkinder. Spätestens Ende Juli soll die Zusammenarbeit aber beendet werden.
Gemeinde stimmte Übernahme neuer Träger noch nicht zu
Der IB wolle bis dahin mögliche Lösungen für die Einrichtungen sowie die Mitarbeiter und vor allem die Kinder finden. Überdies habe man bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, mit anderen Trägern Gespräche aufzunehmen, um eine gesicherte Weiterführung zu gewährleisten, teilte der IB mit. Es seien bereits zwei renommierte Träger aus der sozialen Branche gewonnen worden, die die Maßnahme übernehmen und dauerhaft fortsetzen wollten. Deshalb hoffe man, dass die Gemeinde der Übernahme schnell zustimme. Dies ist allerdings bislang nicht geschehen.
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In den Ausschuss für Gesellschaft und Generationen in Windeck kamen zwar zahlreiche Eltern sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, ein Beschluss zur OGS wurde aber noch nicht gefasst. Vertreter des IB informierten im Ausschuss über die Probleme der gGmbH. Die Folge waren stellenweise tumultartige Szenen bei Eltern und OGS-Mitarbeitenden. Bürgermeisterin Alexandra Gauß betonte die besondere Bedeutung der Betreuung an den Windecker Grundschulen und sagte, sie hoffe darauf, dass sich bis Juli doch noch eine Lösung beim IB finde.
Fraktionen kritisieren schlechte Kommunikation zwischen IB und Gemeinde
Die Fraktionschefin von CDU/FDP, Evelyn Höller, kritisiert wie die anderen Fraktionen die schlechte Kommunikation zwischen IB und Gemeinde. Nach Darstellung der CDU/FDP-Fraktion sei die Gemeindeverwaltung als Vertragspartnerin über wesentliche Entwicklungen wiederholt verspätet oder gar nicht informiert worden.
Der IB versuche wohl, die Verantwortung auf die Gemeinde zu schieben, mutmaßte Höller: „Ein solches Verhalten ist nicht zu begrüßen.“ Ende Januar, so die CDU, sei bekannt geworden, dass am Standort Obernau aufgrund von Personalausfällen ab Februar nur noch eine Notbetreuung angeboten werde.
Auswirkungen der Insolvenz in Ruppichteroth noch unklar
Für die SPD urteilte Fraktionsvorsitzender Daniel Stenger, die beiden IB-Vertreterinnen hätten in der Sitzung ein trauriges Bild abgegeben. Nach seinen Informationen würden im Rahmen der Notbetreuungen lediglich noch Eltern berücksichtigt, die einen dringenden Bedarf anmeldeten, sagte er der Redaktion. Eine Suche nach neuen Trägern sähen die Sozialdemokraten kritisch und würden ehe dafür votieren, dass die Gemeinde die Betreuung künftig wieder in die eigene Regie übernehme. „Schließlich“, so Stenger, „kommt demnächst auch ein Rechtsanspruch auf die OGS-Betreuung.“
Jetzt gehe es darum, „Vertrauen zurückzugewinnen – bei Eltern, Kindern und den Beschäftigten. Der IB hat dieses Vertrauen verspielt, aber die Gemeinde und die Politik stehen in der Verantwortung, Stabilität herzustellen“, betonte die SPD auch in einer Mitteilung zur OGS-Betreuung. Weitere Informationen und Entwicklungen gibt es spätestens in der Sitzung des Rates am 19. Februar.
In der Gemeinde Ruppichteroth, wo die OGS-Arbeit durch den IB an der Grundschule Ruppichteroth geleistet wird, ist man noch weitgehend im Unklaren über die Auswirkungen der Insolvenz. In der Verwaltung erhofft sich Schulamtsleiter Klaus Müller bis zum Schulausschuss am 18. Februar verlässliche Informationen. Diese sollen allerdings zunächst in nichtöffentlicher Sitzung übermittelt werden. Bisher leistete der Bund auch die Jugendarbeit in den drei Jugendzentren sowie die Unterstützung von sozialschwachen Menschen in der Gemeinde.
Die Gewerkschaft Verdi sieht Hunderte Arbeitsplätze in der Region in Gefahr. Der IB plane nach aktuellen Informationen einen massiven Stellenabbau. „Über 500 Arbeitsplätze in der Region sollen im Laufe des Jahres wegfallen, und betriebsbedingte Kündigungen gelten als wahrscheinlich“, sagte Tjark Sauer vom Verdi-Bezirk Köln-Bonn.

