Diese Stämme werden auf dem Gelände von Kaminholz Siebengebirge zu Brennholz zersägt.
Copyright: Marius Fuhrmann
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Ein flackernder Kamin kann im Winter sehr gemütlich sein – und auch die Wärme spenden, um das Haus zu beheizen. Jedoch sollte das Holz nicht zu nass oder zu trocken sein. Zwei Lieferanten aus dem Rhein-Sieg-Kreis berichten, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten müssen.
Die Jahre, in denen sie mit von Insekten befallenem Holz vorlieb nehmen mussten, seien vorbei, sagt Marc Schmiedel, Geschäftsführer von Kaminholz Siebengebirge. „Vor zwei, drei Jahren ist recht viel davon angefallen. Ein großer Teil ging aber nach China. Bei uns geht das Holz in die Trockenkammer, da zerfallen Borkenkäfer und andere Insekten, das machte dann gar keinen Unterschied mehr“, sagt er.
Die Stämme kommen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis
Die Firma verarbeite pro Jahr einige tausend Kubikmeter. Auf meterlangen Förderbändern werden die Stämme gespalten und verkleinert, in Metallkisten wandern sie in die Trockenkammer. „Wir beziehen die Stämme aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, auch in Köln holen wir sie schon mal ab. Längere Transportwege würden sich auf die Kosten auswirken.“ Und auf die Klimaneutralität, denn Holz zu verbrennen sei durchaus umweltfreundlich.
„Man verbrennt das, was der Baum im Laufe seines Lebens an CO2 umgewandelt hat. Er hat ja viel Sauerstoff produziert. Beachten sollte man dagegen die Belastung durch Feinstaub“, sagt Schmiedel. Je feuchter das Holz sei, desto höher sei die Feinstaubbelastung. „Das bemängelt nicht nur der Schornsteinfeger, die Rußablagerungen können auch zu Kaminbränden führen. Deswegen sollte man immer darauf achten, dass das Holz vernünftig getrocknet wurde.“
Marc Schmiedel ist Geschäftsführer von Kaminholz Siebengebirge.
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Auf dem Firmengelände in Sankt Augustin-Niederpleis lagere das Holz je nach Jahreszeit für sieben bis zehn Tage in einer Trockenkammer, die sich – wenn man die Tür öffnet – wie eine Sauna anfühlt: Heißer Wasserdampf schlägt einem entgegen, doch trocknet das Holz binnen kürzester Zeit. „Wer es selbst an der Luft trocknen will, sollte es zügig nach dem Fällen verarbeiten, also spalten und aufstapeln. Denn je länger es liegt, desto härter wird es“, rät der Fachmann. „Die Luft muss zirkulieren, deswegen sind der Keller oder die Garage ungeeignet. Auch sollten die Holzscheite besser auf einer Palette liegen, sonst ziehen sie Feuchtigkeit durch den Boden und fangen an zu schimmeln. Verbrennen kann man das trotzdem noch, aber es sieht nicht mehr so schön aus.“
Nicht selten kämen Kundinnen und Kunden, die auf private Angebote zurückgegriffen hätten, bei denen das Holz noch zu feucht sei. „Da hat man zwar zehn Euro pro Kubikmeter gespart, ärgert sich aber jeden Abend“, sagt Schmiedel. Dennoch könne er den Preisdruck verstehen: „Vor der Gas-Krise und dem Ukraine Krieg hat der Kubikmeter 80 bis 90 Euro gekostet. Das hatte sich zwischenzeitlich verdoppelt, aber auch jetzt noch liegt der Preis bei rund 150 Euro“, sagt er.
In der Trockenkammer trocknet das Holz binnen sieben bis zehn Tagen.
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Entnimmt man dem Wald nicht mehr, als dort wächst, ist Holz sogar klimaneutral
Auch die Gräflich Nesselrodesche Forstverwaltung verkauft in Ruppichteroth, was in ihren Wäldern wächst: Neben Wildfleisch ist das Kaminholz. „Holz ist ein regionales Projekt – und wenn man dem Wald nicht mehr entnimmt, als dort wächst, sogar klimaneutral“, sagt Maximilian Graf von Nesselrode. Pro Hektar wüchsen je sieben Kubikmeter nach – und das Forstgebiet, das sich von Eitorf nach Ruppichteroth erstreckt, ist einige tausend Hektar groß. „Wenn man dann zum Beispiel drei Kubikmeter verbrennt, bleibt man drunter“, sagt von Nesselrode und betont: „Wir verkaufen nicht mehr, als nachwächst.“ Zur Nachhaltigkeit trügen auch kurze Transportwege bei.
Auch die Nesselrodesche Forstverwaltung von Maximilian Graf von Nesselrode verkauft Kaminholz aus den eigenen Wäldern.
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Das beste Brennholz sei Buche, das habe eine dünne Rinde und eine hohe Dichte und brenne daher lang. „Danach kommt Eiche, die ist genauso gut, aber zum Anstochern schlecht, weil durch die dicke Rinde mehr Asche entsteht.“ Ebenso gut eigneten sich Esche, Erle, Ahorn, Birke oder ein Mix aus Laubhölzern. Zum Anstochern können man Nadelhölzer wie Douglasie oder Fichte verwenden.
„Es gibt zwei Grundtypen beim Kaminholz: Das frische oder das kammergetrocknete“, sagt von Nesselrode. „Das frische muss gelagert werden und wird an der Luft leicht grau, es ist auch noch Ungeziefer dran. Die andere Sorte kommt direkt in die Trockenkammer und bleibt dort für eine Woche. Ein Feuchtanteil von 15 bis 20 Prozent im Holz ist ideal zum Verbrennen.“