Interview mit Alexander VoigtSiegburger Trainer war erschrocken über Auftritt gegen Bergisch Gladbach

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Trainer Alexander Voigt (Mitte) vom Siegburger SV 04

SSV-Trainer Alexander Voigt (Mitte) geht hart ins Gericht mit seiner Elf.

Der Siegburger Trainer Alexander Voigt sprach nach seinem missglückten Einstand Klartext und äußerte sich auch über einen spontanen Abgang.

Sein Debüt hatte sich Trainer Alexander Voigt (44) anders vorgestellt. Beim 1:4 in Bergisch Gladbach enttäuschten die Mittelrheinliga-Fußballer des Siegburger SV 04 auf ganzer Linie und rutschten auf einen (sicheren) Abstiegsplatz ab. Vor dem Kellerduell mit Fortuna Köln II (So., 15 Uhr) spricht der Ex-Bundesliga-Profi über...

... den Rückrundenstart: „Das 1:4 habe ich noch nicht verdaut. Ich war erschrocken über unseren Auftritt und erstaunt, wie das Team nach dem 0:1 in sich zusammengefallen ist. Ich will keinen Top-Fußball sehen, aber eine Elf, die sich wehrt. Nach der Winterpause hatten wir uns eigentlich gefreut, dass es endlich wieder losgeht. Doch von dieser Freude war nichts zu spüren.“

... den Blackout vor dem 0:1: „Natürlich ist es bitter, wenn der Keeper dem Gegner den Ball direkt in die Füße spielt. Aber solche Fehler können passieren, zumal uns Michael Vogel danach zwei Mal vor dem 0:2 bewahrt hat und noch 82 Minuten zu spielen waren.“

Ich weine keinem Spieler nach, der keine Lust mehr auf den Siegburger SV hat
Alexander Voigt, Trainer des Siegburger SV 04

... die Wechsel vor der Pause: „Es ging nicht darum, Hendrik Strobl oder Ardit Maloku bloßzustellen. Am liebsten hätte ich alle Elf vom Feld geholt. Ich betone vom ersten Tag an, dass wir keine Zeit haben uns einzugrooven. Uns bleiben nur noch 14 Spiele, in denen jede Minute zählt.“


Der FC Hennef 05 tritt am Sonntag (15 Uhr) beim FC Hürth an. Der Gegner verlor zum Rückrunden-Auftakt mit 1:4 beim Bonner SC, wobei der Ex-Hennefer Angreifer Tomoya Ito (wie bereits beim 1:1 im Hinspiel) das einzige Tor für die Gäste erzielte. Der Spitzenreiter muss ohne seine Nummer eins auskommen. Martin Michel hatte im Duell mit Hohkeppel (1:1) Rot wegen Notbremse gesehen, ehe Ersatzkeeper Max Blönigen Manuel Glowacz' Freistoß nicht entschärfen konnte (90./+8). Darüber hinaus fallen Abwehrchef Tarik Dogan (5. Gelbe Karte) und Kenan Akalp (Zerrung) aus. (tim)


... den Ausfall von Julian Fälber: „Jule war einer der Gewinner der Vorbereitung, hat sich aber leider kurz vor dem Auftakt einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Sein Ausfall tut weh, darf aber keine Ausrede sein. Wir haben viele Stürmer im Kader, die allesamt den Anspruch haben zu spielen.“

... den Abgang von Ju-yong Jo: „Ju-yong hat unseren Sportlichen Leiter Oliver Bonato noch am Sonntagabend um eine sofortige Vertragsauflösung gebeten. Ich war überrascht, zumal ich ihn ja schon in der 35. Minute eingewechselt hatte. Sein Tempo und Offensivdrang als Außenverteidiger hätten uns sicherlich gutgetan, aber ganz ehrlich: Ich weine keinem Spieler nach, der keine Lust mehr auf den Siegburger SV hat.“

Einen Auftritt wie in Bergisch Gladbach wird es unter meiner Regie garantiert kein zweites Mal geben
Alexander Voigt, Trainer des Siegburger SV 04

... die Einheit am Dienstag: „Zunächst habe ich den Jungs noch mal die ersten 30 Minuten des Spiels in Bergisch Gladbach vor Augen geführt. Das dürfte Strafe genug gewesen sein, denn diese halbe Stunde war dramatisch schlecht. Danach hat sich unser Athletiktrainer die gesamte Mannschaft vorgeknöpft.“

... Startelf-Änderungen: „Einen Auftritt wie in Bergisch Gladbach wird es unter meiner Regie garantiert kein zweites Mal geben. Und klar ist auch: Es wird nicht dieselbe Elf auf dem Platz stehen. Gerade am Sonntag brauche ich Kämpfertypen. Das 1:4 war unser letzter Warnschuss.“

... Fortuna Köln II: „Der Gegner kommt eher übers Spielerische und muss nach dem 0:1 gegen Friesdorf ebenfalls eine Reaktion zeigen. Die Fortuna könnte Verstärkung von oben erhalten, schließlich wurde die Regionalliga-Partie in Oberhausen abgesagt. Ich werde Tariq-Emad Suleiman wohl erneut eine Chance von Beginn an geben, denn er brennt aufs schnelle Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Das Gleiche dürfte auf der Gegenseite für Keeper Luca Wilsing gelten.“

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