Ärztin Jacqueline Hiepler aus Hennef bemerkte in dieser Saison keine große Grippewelle. Für gesunde Karnevalstage hat sie dennoch einige Tipps.
Grippeimpfung, Vitamin C, Frische LuftWie komme ich gesund durch die Karnevalstage?

Wenn die Karnevalszüge durch die Straßen ziehen, wird es spaßig und bunt. Viele Menschen sind nach den tollen Tagen krank – Tipps zur Vorbeugung. (Archivbild)
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Viele können es kaum noch erwarten: Die fünfte Jahreszeit naht, dann jeiht widder et Trömmelche, und wir rufen Alaaf. Doch Karneval ist oft auch während der Hochzeit der Grippesaison. Viele sind nach den jecken Tagen krank – ein notwendiges Übel? Nicht unbedingt, sagt Dr. Jacqueline Hiepler, Vorsitzende der kassenärztlichen Vereinigung im Rhein-Sieg-Kreis.
Hiepler hat eine eigene Praxis in Hennef und macht sich aktuell wegen der Grippe sogar weniger Sorgen. „Richtige Grippe habe ich in dieser Saison bisher sehr wenig gesehen“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. Eine richtige Grippewelle, wie sie in umliegenden Kreisen eher anzutreffen ist, hat den Rhein-Sieg-Kreis demnach bisher nicht erreicht. Das ist natürlich eine gute Nachricht.
Beim Zug ist man ja an der Luft und hat eher keine Infekte zu erwarten.
Für Jecke, die nach einer Möglichkeit suchen, fröhlich und infektfrei durch die Session zu kommen, hat Hiepler vor allem die klassischen Hausmittel-Tipps auf Lager.
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„Man kann das Rad ja nicht neu erfinden, aber es ist natürlich wichtig, Abstand von erkrankten Personen zu halten“, sagt die Ärztin. Zudem könne es helfen, Vitamin C zu sich zu nehmen, sowohl durch gesunde Ernährung mit viel Obst (vor allem Zitrusfrüchte) und Gemüse (etwa Paprika) als auch durch Nahrungsergänzungsmittel (die aber natürlich keine ausgewogene Ernährung ersetzen). „Am besten sind viel frische Luft und ausreichend Bewegung.“ Karnevalssitzungen seien natürlich schwierig, da könne man sich aufgrund der Enge und der vollen Säle kaum vor einer Ansteckung schützen. „Aber beim Zug ist man ja an der Luft und hat eher keine Infekte zu erwarten.“

Dr. Jaqueline Hiepler in ihrer Praxis in Hennef.
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Vorbeugen kann man durch regelmäßiges Händewaschen. Und das Immunsystem lässt sich ebenfalls stärken durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, zum Beispiel mit Wasser und Tee, das schützt die Schleimhäute.
Grippeimpfung: „Besser spät als gar nicht“
Lohnt es sich denn auch jetzt noch, sich gegen Grippe impfen zu lassen? „Für eine Grippeimpfung ist es schon recht spät“, räumt Jacqueline Hiepler ein. „Aber natürlich heißt es: besser spät als gar nicht.“ Probleme in ihrer Praxis hätten in diesem Jahr bisher eher viele Corona-Infektionen gemacht. „Viele jüngere Leute waren krank, vor allem mit Kontakt zu Kindern“, so Hiepler. Sie geht davon aus, dass die Kinder aus Kitas und Schulen noch einiges an Viren „mitschleppen“.

Für Grippeimpfungen ist es jetzt recht spät, aber besser spät als gar nicht, sagt Ärztin Jacqueline Hiepler aus Hennef. (Symbolbild)
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Viele Erkrankte hätten vor allem eine lange Hustenperiode erlebt, mit viel Halsschmerzen und Geschmacksverlust, „wie wir das von Covid kennen“. Während in unserer Region also weniger Influenzaerkrankungen (Grippe) kursieren, sieht es deutschlandweit laut RKI-Wochenbericht etwas anders aus. Obwohl auch hier die Anzahl der Grippefälle insgesamt langsam abnimmt.
Im aktuellen Wochenbericht zu akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) der Robert-Koch-Instituts, der den 19. bis 25. Januar abdeckt, ist von einer „moderaten Zahl an Arztbesuchen und Hospitalisierungen“ aufgrund von Influenzaviren (Grippe) deutschlandweit die Rede. Demnach zirkulieren vorwiegend Influenza-A-Viren (59 Prozent), mit deutlichem Abstand gefolgt von humanen saisonalen Coronaviren (hCoV, elf Prozent), und Respiratorischen Synzitalviren (RSV, acht Prozent). Coronaviren des Typs SARS-CoV-2 seien hingegen nur in einem Prozent der Proben nachgewiesen worden.
Stark angestiegen sind in der vierten Kalenderwoche laut RKI vor allem die Zahl der RSV-Fälle, „während die Zahl der Influenza-Fälle in den letzten zwei Wochen stabil geblieben ist“. Die Zahl der Covid-10-Fälle sei hingegen weiter gesunken.
Deutlich wird anhand der gemessenen Viruslast von Influenza-Viren im Abwasser, dass die Grippewelle Ende Dezember 2025 langsam Fahrt aufnahm und sich bis ins neue Jahr steigerte. In der zweiten Kalenderwoche 2026 war mit einer Viruslast von 15.800 Viren pro Liter Abwasser einer der höchsten Werte erreicht, da sank die Anzahl der Viren im Abwasser allerdings bereits. In der vierten Kalenderwoche sank die Viruslast auf 12.430 Viren pro Liter Abwasser.

