Lesungen sind KultIn Spich geht Krimiautor Helmut Jaschky auf Mörderjagd

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Ein älterer Mann mit Schnurrbart sitzt im Pullover vor einem Laptop und grinst in die Kamera.

Helmut Jaschky geht in seinem Heimatort Spich auf Mörderjagd.

Der 67-jährige Spicher hat bereits drei erfolgreiche Lokalkrimis veröffentlicht. In seinen Geschichten wird er selbst zum Detektiv.

Helmut Jaschky gehört eindeutig in die Kategorie „in Spich weltberühmt“. Viele Jahre hielt der heute 67-Jährige als Spieler, Trainer und Vorstand den 1. FC Spich 1911 auf Kurs. Seit dem Eintritt ins Rentenalter ist er in seinem Heimat-Stadtteil auch kriminell unterwegs – und das mit beachtlichem Erfolg.

In mittlerweile drei Lokalkrimis entlarvt Jaschky Spichs vorstädtische Idylle als mörderischen Schmelztiegel, der die Mafia ebenso anzieht wie psychopathische Serientäter. „Ich lese schon mein Leben lang Krimis und ärgere mich immer, wenn eine Geschichte zu einfach oder auch zu kompliziert erzählt wird“, erklärt der Autor.

Helmut Jaschky wird in seinen Krimis zum Detektiv wider Willen

Die skandinavischen Romanciers um Henning Mankell gehören zu seinen Favoriten, wobei er aber auch TV-Ermittler wie Inspektor Barnaby schätzt. In seinen eigenen Krimis wird Jaschky als Ich-Erzähler zum Detektiv wider Willen: „Ich gerate da meist in irgendwelche blöden Geschichten hinein.“ Und auch der gute Draht zur Troisdorfer Kripo kann nicht verhindern, dass sich der Held plötzlich auf einer Todesliste wiederfindet, die unerbittlich abgearbeitet wird.

Auf dem abgebildeten Cover des Buchs „Der Bleimops Mörder“ stehen zwei schwarze Silhouetten an einem Bahnhof, an dem ein Zug hält.

Helmut Jaschky ist selbst ein „Bleimops“, sprich gebürtiger Spicher.

So auch in Helmut Jaschkys jüngstem Werk „Der Bleimops Mörder“, in der ein tragischer Unfall zum Auslöser eines irrationalen Rachefeldzugs wird. Der Autor ist selbst ein waschechter „Bleimops“, also ein Spicher, der auch tatsächlich in dem Ortsteil das Licht der Welt erblickt hat - „eine aussterbende Gattung“, wie Jaschky bedauert. Auch die Biografie des Autors taucht in der Handlung wieder auf, der zeitweise an der Ahr lebte, ehe ihn die Flutkatastrophe und ein schwerer persönlicher Verlust zurück ins heimische Spich führten.

Kölsch und Wein kann tödlich sein – mischt man Zyankali rein.
Helmut Jaschky

Natürlich erkennen die Spicher bei der Jagd auf den Bleimops-Mörder vieles aus ihrem Ort wieder. So kann der Ermittler von Tatort zu Tatort radeln, recherchiert ausgiebig in der örtlichen Kneipen-Szene und auch der eine oder andere lokale Prominente kommt kaum kaschiert zu einem literarischen Gastspiel. Der Showdown auf dem Spicher Bahnhof lässt mehr Fragen offen, als beantwortet werden, womit schon das Fundament für den Nachfolgeband gelegt ist, der im Herbst erscheinen soll.

Gut 450 Stunden Arbeit stecken in dem flüssig geschriebenen 220-Seiten-Werk zum Bleimops-Mörder, das auf der heimischen Terrasse entstand, „der einzige Ort, an dem ich schreiben kann“, beteuert Jaschky – und wo er Erkenntnisse wie „Kölsch und Wein kann tödlich sein – mischt man Zyankali rein“ zu Papier bringt.

Obwohl er seine Bücher ausschließlich in Eigenregie vertreibt, haben sie inzwischen Leser im gesamten deutschsprachigen Raum gefunden. Fast schon Kult sind Jaschkys Lesungen, zu denen er in Spicher Kneipen bittet: „Ich lasse die Zuhörer mitraten und verlose potenzielle Mordwerkzeuge, wie zum Beispiel Küchenmesser.“ Weitere Lesungen sind im Herbst geplant.


Die Krimis „Dieser verdammte Berg“, „Kölsch und Wein kann tödlich sein“ und „Der Bleimops Mörder“ gibt es direkt per E-Mail-Kontakt beim Autor oder mobil unter 0162/623 8488 sowie im Internet. 

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