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Prozess ab OktoberTrio aus Troisdorf überfällt drei Männer in Tiefgarage und raubt sie aus

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In eine Tiefgarage lockten die Täter den Kaufinteressenten und seine zwei Begleiter und überfielen sie dort. (Symbolbild)

In eine Tiefgarage lockten die Täter den Kaufinteressenten und seine zwei Begleiter und überfielen sie dort. (Symbolbild)

Die mutmaßlichen Täter lockten einen Kaufinteressenten für ein Auto mit seinen zwei Begleitern in eine Tiefgarage. 

Das war ein abgekartetes Spiel: Drei junge Männer planen einen Raubüberfall, indem sie den Interessenten eines Autos in eine Falle locken. Dafür inserieren sie unter falschem Namen auf einem Kleinanzeigen-Portal den Verkauf eines gebrauchten VW Transporters T5. Der Kaufpreis: 4000 Euro.

Das war eine Falle, wie der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Sebastian Buß, auf Nachfrage bestätigt. Denn ein 47-jähriger Kaufinteressent, der sich auf die Anzeige hin gemeldet hatte, sollte bei einem Besichtigungstermin in einer Troisdorfer Tiefgarage überfallen und beraubt werden. So wie geplant, ist es auch passiert: Das hinterhältige Kriminalstück war am 25. November 2025 über die Bühne gegangen.

Drei Männer wegen Raubüberfalls in Troisdorf vor Gericht

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat jetzt die drei Männer im Alter von 28, 30 und 34 Jahren wegen schwerer räuberischer Erpressung und gemeinschaftlichen schweren Raubes angeklagt, wie Buß bestätigt. Demnach hatte sich der Jüngste aus dem Trio als Verkäufer ausgegeben, der sich mit dem 47-jährigen Kaufinteressenten, der von zwei Freunden begleitet wurde, am Floraplatz verabredet hatte.

Von dort fuhren sie gemeinsam zu einer Tiefgarage, wo der zu verkaufende Transporter angeblich stehen sollte: Der 28-Jährige öffnete das Rolltor, gemeinsam fuhr man nach unten. Doch statt eines Autos wurden sie von zwei maskierten und bewaffneten Männern empfangen. „Ein Raubüberfall“, murmelte der 28-jährige vermeintliche Verkäufer noch, der überrascht tat, selbst aber durch einen Seiteneingang die Flucht ergriff. Dabei soll er einen Teleskopschlagstock verloren haben.

Der 47-Jährige und seine Begleiter, 43 und 52 Jahre alt, wurden von den beiden Maskierten in der Tiefgarage mit einer Pistolenattrappe und einem Messer bedroht. Laut Anklage forderten sie vom 47-Jährigen den vereinbarten Kaufpreis für den VW und von einem seiner Begleiter, der mit der Pistole in die Ecke gedrängt wurde, dessen Portemonnaie mit 1000 Euro, Ausweiskarten und Mobiltelefon. Dann sollen auch die beiden Maskierten über einen Seiteneingang nach draußen gerannt sein. Die drei Geschädigten riefen sofort die Polizei.

Handy eines Verdächtigen war in Funkzelle in Troisdorf eingeloggt

Es hat eine Weile gedauert, bis man den drei mutmaßlichen Tätern dieses Raubüberfalls auf die Spur kam. Erst durch eine Funkzellen-Auswertung konnte schließlich der 28-Jährige ermittelt werden, dessen Handy am Tatort eingeloggt gewesen war. Bestätigt wurde der Verdacht zudem, weil der überfallene Kaufinteressent den Troisdorfer – als einziger nicht maskiert – auf einem Foto wiedererkannte. Bei einer Durchsuchung im Dezember 2025 wurde der 28-Jährige zuhause nicht angetroffen, sein Aufenthalt war lange unbekannt. Erst einen Monat später konnte er in Hürth festgenommen werden. Beim Abgleich seiner DNA mit dem verlorenen Schlagstock in der Tiefgarage gab einen beweisstarken Treffer. Dennoch hat der 28-Jährige die Vorwürfe bestritten.

Den beiden mutmaßlichen Komplizen kam die Kripo erst im April 2026 auf die Spur, alle beide wurden festgenommen: Während auch der 34-Jährige zu der Tat bislang geschwiegen hat und deswegen auch weiterhin in Untersuchungshaft sitzt, hat der 30-Jährige gestanden; er wurde Ende Mai haftverschont.

Demnächst müssen sich alle drei Angeklagte vor der 3. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts verantworten. Der Prozess beginnt Ende Oktober.