Leverkusen – Die Verzögerung beim Neubau der Leverkusener Rheinbrücke um mindestens zwei Jahre (wir berichteten) hat Folgen, unter anderem für die Schiffsbrücke Wuppermündung. Ihr Förderverein hatte sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Uwe Richrath gewandt und gefordert, den Zugang zur Schiffsbrücke von Wiesdorf aus wieder herzustellen.
Hintergrund: Im Zuge der Bauarbeiten für die neue Autobahn-Brücke war der Zugang gesperrt worden. Seitdem werden Radfahrer großräumig umgeleitet. Der Umsatz des Vereins, der auch ein Lokal betreibt (aktuell aufgrund der Corona-Maßnahmen geschlossen), ist daraufhin gesunken – um knapp 40 Prozent.
Umweg über Bürrig
„Sollte sich der Neubau der Brücke um Jahre verzögern, gefährdet das die Existenz des Vereins und damit auch den Betrieb des einmaligen Denkmals“, schlagen Thomas Holtzmann und Helga Vogt vom Förderverein Alarm. „Wir fordern daher, den Zugang von Wiesdorf aus zu ermöglichen und den Verein für den Ausfall der Einnahmen zu entschädigen.“
Auch das Bürgerforum Grünes Leverkusen schlägt sich auf die Seite der Radfahrer und fordert, den gesperrten Weg wieder zu öffnen – am besten „ab sofort, so lange bis möglicherweise neue Sicherheitsrisiken bei erneuten Baumaßnahmen entstehen“, schreiben die Verantwortlichen in einem Antrag. Damit wäre „für sicher längere Zeit der unnötig aufwendige und gefährliche Umweg über Bürrig nicht mehr erforderlich“.
Was die Öffnung des Radwegs betrifft, sei das Problem bekannt. Man arbeite an einer Lösung, sagt Timo Stoppacher von Straßen NRW und gibt vorsichtige Signale der Hoffnung. Der Tenor: Man wolle erst einmal schauen, was man auf der Baustelle zu Ende bringen könne. Vor einer Öffnung des Wegs müsse dass Umfeld gesichert werden. Hinzu kämen Hindernisse, die es auszuräumen gelte, wie das Schutzbauwerk, das Gasleitungen nahe des Radwegs sichert, aber gleichzeitig den Weg blockiert. „Wir hoffen, dass wir dafür sorgen können, den Radweg wieder zu öffnen“, sagt Stoppacher. Doch ob und wann, bleibt offen.
Oberbürgermeister Uwe Richrath kündigte am Mittwoch an, er werde sich an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst wenden. Nicht nur die Öffnung des Radwegs soll Thema sein, auch finanzielle Unterstützung für den Förderverein will er einfordern. Ihm sei wichtig, eine „vernünftige Lösung zu finden“, auch um die schönen Plätze in der Stadt zu erhalten.
