Abo

Leihe nach FürthFC-Talent Tim Lemperle steht an einem richtungsweisenden Punkt

4 min
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Wartet beim 1. FC Köln noch auf den Durchbruch: U21-Nationalspieler Tim Lemperle.

Spätestens seit dem U17-Meistertitel im Jahr 2019 galt Tim Lemperle als Nachwuchs-Juwel des 1. FC Köln. Dennoch hat er den Durchbruch bei den Profis bislang nicht geschafft. Die Gründe für seine Leihe zur SpVgg Greuther Fürth.

Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um wieder voranzukommen. Bei Tim Lemperle soll dies über den vorläufigen Gang in die Zweite Liga gelingen. Der 1. FC Köln verleiht sein Offensiv-Talent in der kommenden Saison an die SpVgg Greuther Fürth, damit der 21-Jährige eine Spielklasse tiefer eben jene Wettkampfpraxis erhält, auf die er in der Fußball-Bundesliga bislang nicht gekommen ist. Die Luftveränderung hatte sich abgezeichnet. Als beide Seiten im Frühjahr übereinkamen, die Zusammenarbeit vorzeitig bis 2025 zu verlängern, war eine Leihe einmal mehr Gegenstand der Gespräche und auch Thema in der dazu veröffentlichten Pressemitteilung.

In der Vergangenheit hatte Tim Lemperle ein vom FC nahegelegtes Leihgeschäft noch abgelehnt. Nach Rundschau-Informationen bemühte sich bereits im Winter neben Fürth auch Zweitliga-Konkurrent Fortuna Düsseldorf um die Dienste des jungen Offensiv-Allrounders. Doch der gebürtige Frankfurter verfolgte seinerzeit noch das Ziel, den endgültigen Durchbruch in Köln zu schaffen – ohne Zwischenschritt. Dort galt er spätestens seit dem Gewinn der Deutschen U17-Meisterschaft im Jahr 2019 als Nachwuchs-Juwel.

Tim bringt extrem viel mit, um sich perspektivisch in der 1. Bundesliga durchsetzen und etablieren zu können. Um das zu realisieren, ist es für die Entwicklung von Tim wichtig, dass er deutlich mehr Spielzeit sammelt, als wir es ihm momentan ermöglichen können.
Christian Keller, Geschäftsführer 1. FC Köln

Das Vorhaben misslang. Auch in der abgelaufenen Saison kam Tim Lemperle über gelegentliche Einsätze im Profi-Team nicht hinaus. Der U21-Nationalspieler, der im Gegensatz zu Eric Martel, Denis Huseinbasic und (dem verletzt abgereisten) Jan Thielmann keine Berücksichtigung im deutschen Kader für die anstehende Europameisterschaft fand, ist zwar einerseits hoch veranlagt, andererseits wird ihm ein gewisser Hang zur Bequemlichkeit nachgesagt. Nur 120 Minuten Spielzeit in der Bundesliga sowie jeweils ein Kurzeinsatz im DFB-Pokal und in der Conference League stellten ein unbefriedigendes Zeugnis für die Saison 2022/23 dar, das Lemperle zum Umdenken bewegte. Zumal die Konkurrenz in der Kölner Offensive in der kommenden Saison noch größer gewesen wäre.

Drei Jahre nach seinem Erstliga-Debüt ist Tim Lemperle (31 Profi-Pflichtspiele für den FC/2 Tore) an einem Punkt angelangt, der wegweisend sein dürfte für seinen weiteren Karriereverlauf. „Tim bringt extrem viel mit, um sich perspektivisch in der 1. Bundesliga durchsetzen und etablieren zu können. Um das zu realisieren, ist es für die Entwicklung von Tim wichtig, dass er deutlich mehr Spielzeit sammelt, als wir es ihm momentan ermöglichen können“, erklärt FC-Sportchef Christian Keller, der die Wahl des letztjährigen Zweitliga-Zwölften als Leihclub wie folgt begründet: „Die Leihe nach Fürth macht deshalb für alle Beteiligten Sinn, auch weil die SpVgg in Bezug auf Spielidee, verantwortliche Akteure, Umfeld und die gezielte Entwicklung junger Spieler ein sehr passfähiger Leihpartner ist.“

1. FC Nürnberg zieht Kaufoption bei FC-Leihgabe Jens Castrop

Tim Lemperle spricht von „offenen Gesprächen“ mit Sportchef Keller sowie Trainer Steffen Baumgart und resümiert: „Ich möchte mich langfristig beim FC durchsetzen, brauche dafür aber kurzfristig mehr Spielzeit. Ich glaube, dass mir das Leihgeschäft dabei helfen wird.“ Und weiter: „Es gibt viele positive Beispiele von Spielern wie Salih Özcan, bei denen der Weg gut funktioniert hat. Greuther Fürth hat sich sehr um mich bemüht und die 2. Bundesliga hat ein hohes Niveau. Ich habe richtig Bock darauf, mir meine Spielzeiten in Fürth zu erarbeiten, um anschließend noch stärker zurückzukommen.“

Derweil hat Zweitligist 1. FC Nürnberg laut „kicker“ bei Jens Castrop (19) die Kaufoption in Höhe von 450.000 Euro gezogen, die die Geißböcke mit 500.000 Euro kontern können. Ob der FC seinen Defensiv-Allrounder zurückholen will, ist offen. Castrop hat sich während seiner anderthalbjährigen Leihe zum Stammspieler entwickelt.


Auslosung der ersten DFB-Pokal-Runde

Drei rheinische Clubs befinden sich mit dem 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Drittligist FC Viktoria Köln in der Lostrommel, wenn am Sonntag (17.10 Uhr, ZDF) im Fußballmuseum in Dortmund die Paarungen der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals 2023/24 (11. bis 14. August) ermittelt werden. Dabei sind neben allen Erst- und Zweitligisten auch die Vereine, die in der vergangenen Saison in der 3. Liga die Plätze eins bis vier belegt hatten (SV Elversberg, VfL Osnabrück, SV Wehen Wiesbaden, 1. FC Saarbrücken). Außerdem erhalten alle Landespokalsieger einen Startplatz. Mit Oberligist TuS Makkabi Berlin ist erstmals ein jüdischer Club im DFB-Pokal vertreten. Als Losfee fungiert Stabhochspringerin Sarah Vogel. (tca)