Vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel gegen Freiburg beschäftigen den FC nicht nur das Ende der Transferperiode und ein möglicher Obermair-Deal. Der Trainer setzt auf defensive Stabilität – und klärt die wichtige Frage nach seinem Outfit.
1. FC Köln vor HeimpremiereKwasniok setzt auf Kampfgeist statt Trikot-Diskussion

Einer der Garanten für den erfolgreichen Saisonstart des 1. FC Köln: Abwehrchef Timo Hübers (r.) nähert sich wieder seiner Bestform aus Bundesliga-Zeiten.
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Es gibt Themen, die schaffen es sogar, ein erstes Heimspiel des 1. FC Köln nach seiner Rückkehr in die Fußball-Bundesliga sanft in den Hintergrund zu rücken. Zwei Tage bevor die Geißböcke am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) den Europa League-Teilnehmer SC Freiburg im ausverkauften Rheinenergiestadion empfangen, drehten sich die Dinge mehr um das Ende des Sommer-Transferfensters, den neuesten U21-Nationalspieler des FC und natürlich das Outfit von Trainer Lukas Kwasniok bei seinem Heimdebüt.
„Wir spielen in Rot-Weiß und ich werde dann das schwarze Ausweichtrikot tragen“, antwortete Kwasniok auf die Frage nach seinem Kleidungsstil. Er wollte das Thema aber nicht allzu hoch aufhängen, nachdem er den 1:0-Auftaktsieg seiner in schwarz spielenden Elf in Mainz im gestreiften Heimtrikot verfolgt hatte: „Natürlich ist das Thema jetzt in aller Munde. Das war aber nicht so geplant. Ich wollte mich nur wohlfühlen und das habe ich mich in dem Trikot. Ich trage es mit Stolz.“
Ungewissheit um Obermair-Wechsel bleibt bestehen
Warten im Fall ObermairIm modischen Segment waren alle Fragen beantwortet. Offen blieb dagegen, ob Raphael Obermair nach seinem Auftritt am Freitagabend mit dem SC Paderborn beim 1. FC Nürnberg in den nächsten Tagen noch den Weg zu seinem Wunschverein und seinem Ex-Trainer findet. Aus dem Umfeld des 29-Jährigen war nur zu hören, dass man auf eine möglichst schnelle Entscheidung hoffe.
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Lukas Kwasniok hatte bei dem Thema auch schon mal schlechtere Laune: „In den letzten Tagen einer Transferperiode passieren die verrücktesten Dinge. Mal sehen, was hier in Köln passiert. Es hat doch auch niemand damit gerechnet, dass Woltemade nach Newcastle wechseln würde“, sagte der 44-Jährige. Ob über die Personalie Obermair hinaus mit weiteren Zu- oder Abgängen zu rechnen sei, ließ der FC-Trainer ebenfalls offen: „Es gibt aktuell nichts in der Pipeline, aber was nicht ist, kann ja noch werden.“
Personalentscheidungen für erstes Heimspiel gefallen
Klar ist, mit welchem Personal die Kölner in ihr erstes Heimspiel der Saison gehen werden. „Die Jungs, die etwas angeschlagen waren, also Ragnar Ache, Florian Kainz und Linton Maina, haben wieder mittrainiert und sind eine Option für das Wochenende“, hat Kwasniok die von ihm geliebte Qual der Wahl.
Mit großartigen Änderungen im Vergleich zum Sieg in Mainz ist wohl kaum zu rechnen. Was bedeutet, dass Neuzugang Rav van den Berg sich weiter gedulden muss. „Wir haben ihn für die nächsten Jahre und nicht für die nächsten Tage oder Wochen verpflichtet. Rav trainiert gut und rückt mit jeder Einheit näher an einen Einsatz heran. Wann es soweit ist, müssen wir sehen“, bremste der Trainer den Ehrgeiz des niederländischen Innenverteidigers.
Denkbar ist, dass mit Cenk Özkacar der andere Neuzugang für die Dreierkette von Beginn an aufläuft und Tom Krauß dafür zunächst auf die Bank muss. „Cenk hat schon ein paar Minuten mehr bekommen und hat es gut gemacht“, lobte Kwasniok. Einen Extra-Blumenstrauß des Trainers erhielten auch Timo Hübers und Eric Martel. Kwasniok hob das Duo für seine Vorbildfunktion in der Defensivarbeit hervor: „Eric und Hübi haben eine unglaubliche Bereitschaft, zu verteidigen. Sie tragen eine Opferbereitschaft in sich und das führt dazu, dass die anderen das auch machen müssen.“
Defensiver Fokus als Schlüssel zum Erfolg
Eine wichtige Orientierungshilfe, denn die stabile Defensive hat laut Kwasniok nicht nur zu den beiden Erfolgen in Regensburg und Mainz geführt, sondern war auch hauptverantwortlich für die Tatsache, dass Köln wieder in der Bundesliga spielen darf: „Wir versuchen das aufrechtzuerhalten mit einer guten physischen Komponente und einer hohen Bereitschaft, das eigene Tor zu verteidigen. In Mainz haben sich die Jungs in alles reingeworfen, geblockt und mit ihrem Herzen verteidigt.“ Für den FC-Trainer zeichnet genau dies eine gute Mannschaft aus: „Im Spiel mit Ball haben wir sicher Luft nach oben, aber diese Mannschaft trägt die Basis in sich, verteidigen zu wollen.“
U21-Nominierung von El Mala als Highlight
Di Salvo nominiert El MalaEine Haltung, die es den Kölnern zweimal ermöglicht hat, ein Spiel am Ende mit funktionierenden Wechseln auf ihre Seite zu ziehen. Zu Kwasnioks Jokern wird am Sonntag wohl auch wieder Said El Mala zählen. Diesmal allerdings als möglicher neuer U21-Nationalspieler. Bundestrainer Antonio Di Salvo hat den 19-jährigen Flügelstürmer als jüngsten Spieler in sein 24-köpfiges Aufgebot für das Testspiel kommenden Freitag in Albanien und das erste Qualifikationsspiel für die EM 2027 in Rostock gegen Lettland berufen. „Said ist dabei, eine gute Entwicklung zu nehmen. Die U21 wird ihm guttun, weil die Anforderungen noch einmal andere sind und er mehr beißen muss, um sich anzupassen. Ich traue ihm das zu, weil er mit Talent und Geschwindigkeit gesegnet ist und schnell adaptieren kann“, kommentierte Kwasniok.
Der Kölner Coach geht jedenfalls mit großer Vorfreude und nach dem Sieg in Mainz auch mit breiter Brust in sein erstes Heimspiel mit dem FC: „Wir haben die Verpflichtung, den Fans etwas zu bieten und sind verantwortlich dafür, dass wir den zwölften Mann in unserem Rücken haben. Ich gehe nämlich davon aus, dass uns gegen Freiburg ein schwerer Kampf bevorsteht.“
Voraussichtliche Aufstellungen:
1. FC Köln: Schwäbe; Schmied, Hübers, Özkacar; Sebulonsen, Johannesson, Martel, Lund; Thielmann, Bülter, Kaminski. – SC Freiburg: Atubolu; Kübler, Ginter, Lienhart, Ginter; Eggestein Manzambi, Dinkci, Suzuki, Grifo; Höler. – SR.: Reichel (Sindelfingen).