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3:0 gegen BielefeldLeverkusener finden zurück in die Erfolgsspur

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Die Leverkusener Spieler jubeln nach dem Treffer zum 2:0.

Leverkusen – Es ist schon einige Tage her, exakt 96 an der Zahl, dass Bayer 04 Leverkusen einen Abpfiff mal gänzlich ohne Gegentreffer erleben durfte. In den 13 Pflichtspielen seit dem 1:0 gegen den VfL Bochum am 20. November 2021 kassierte der Bundesliga-Dritte immer mindestens ein Tor.

Die Werkself beendete diese Serie am Samstag mit einem hochverdienten 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen  Arminia Bielefeld. Bayers Fußballlehrer Gerardo Seoane freute sich dabei zum einen über den „guten Mix zwischen Ballbesitz und gefährlichen Aktionen“, den sein Team gefunden habe. Und zum anderen über das Zu-Null, wie es im Fußball-Sprech heißt.

Erstmals wieder ein Zu-Null

In den zurückliegenden Wochen hatten die Ergebnisse schließlich allzu häufig den Eindruck erweckt, als spiele sein Team Eishockey – und nicht auf dem grünen Rasen. Diese Resultate – 5:1, 5:2, 4:2, 2:3 seit Ende Januar – verleiteten Kapitän Lukas Hradecky unlängst zu einer zumindest sanften Kritik an seinen Vorderleuten: „Wir sind auf jeden Fall zu abhängig von unserer Offensive“, sagte er im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Und: „Diese allerletzte Konsequenz im eigenen Strafraum, das Tor ohne Rücksicht auf Verluste zu verteidigen, das fehlt mir ein bisschen.“

Nun könnte man glauben, dass sich der Finne nach dem gegentorfreien Erfolg gegen Bielefeld – und der damit gelungenen Antwort auf das 2:3 in Mainz – hinstellt, um seine  Zufriedenheit auszudrücken. Dem indes war nicht so. Hradecky sah zwar einen Sieg, der völlig in Ordnung ging. Doch er merkte eben auch, dass der Arminia ein paar Umschaltaktionen zu viel gewährt wurden – und immerhin zweimal sein Können gefragt war. Er habe das Gefühl gehabt, „dass wir zu viele Bälle verlieren. Es hat ein wenig gebrannt, nicht wild, aber ein wenig“, monierte der Stammtorwart also – und diktierte ins interne Pflichtenheftchen: „Das müssen wir noch wegkriegen, um eine richtige Topmannschaft zu werden.“

Könner müssen Antworten liefern

Dies ist es, was diese junge, hochveranlagte Belegschaft anstrebt. Dieses Ensemble von herausragenden Einzelspielern, dass immer wieder an der korrekten Risikoabwägung feilen muss. Wann lohnt es sich, die feine und zugleich deutlich raumgewinnende Finte zu probieren? Wann ist ein scharfer, im besten Fall einschnürender Ball durchs Zentrum angebracht? Und wann sollten derlei Spielereien dem grundsoliden Handwerk weichen? Es sind Fragen wie diese, die sorgsam beantwortet werden müssen von Könnern wie Moussa Diaby oder Florian Wirtz. Gerade jetzt.

Denn, und daran erinnerte wiederum Abwehrchef Jonathan Tah: „Es kommen schwierige Spiele.“ Gegen Bayern München am Samstag, danach im Derby gegen den 1. FC Köln sowie im Achtelfinale der Europa League gegen Atalanta Bergamo müsse „der Fokus gut sein. Ich hatte das Gefühl, dass wir am Ende der zweiten Halbzeit etwas zu viel nachgelassen haben“. Gegen Bielefeld sei nicht viel passiert, „weil der Gegner es vielleicht auch nicht gut genug gemacht hat“. Künftig aber sollte Bayer stabil über 90 Minuten bleiben, forderte Tah.

Doppelsechs als wichtiger Motor fürs Angriffsspiel

Unterm Bayer-Kreuz haben sie doch ambitionierte Ziele, bleiben darum selbstkritisch. Gerade nach diesem Sieg, der sonst viel Anlass für Lob bot. Die komplett ausgetauschte Doppelsechs um Charles Aranguiz und Exequiel Palacios erwies sich als wichtiger Motor fürs Angriffsspiel; Diaby traf zweimal  (57./ 81.) und der anstelle von Patrik Schick (Muskelfaserriss) aufgebotene Lucas Alario sorgte das Führungstor (30.).

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Dass sich der umtriebige und allein im Abschluss fehlerhafte Paulinho den Ball unmittelbar vor diesem 1:0 des Argentiniers an die Hand schoss, sorgte zwar zunächst für Verwirrung. Wohl deshalb, weil seit dieser Spielzeit Treffer nur zurückgenommen werden müssen, wenn der Schütze selbst mit der Hand am Ball war, durfte sich die Werkself über die Führung freuen. Es wurde ein Auftakt nach Maß – in dieses Spiel und in wichtige Wochen für Bayer 04.