Pokal-Halbfinale gegen DüsseldorfDas ist Leverkusens Experte für späte Tore

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Patrik Schick umarmt Trainer Xabi Alonso  beide Bayer 04 Leverkusen  nach dem Schlusspfiff und freuen sich gemeinsam über den Sieg gegen Hoffenheim.

Patrik Schick umarmt Trainer Xabi Alonso nach Schlusspfiff und freuen sich gemeinsam über den Sieg gegen Hoffenheim.

Bayer 04 Leverkusen empfängt am Mittwoch Zweitligist Fortuna Düsseldorf im Halbfinale des DFB-Pokals.

Patrik Schick ging es am Osterwochenende genauso wie Thomas Tuchel. Als der Bayern-Trainer vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund (0:2) in der Münchner Arena ankam und die TV-Bilder vom Leverkusener 2:1-Siegtreffer gegen die TSG 1899 Hoffenheim sah, gab es keinen Zweifel. „Ich dachte eigentlich“, berichtete Tuchel, „dass es ein klares Abseitstor war.“

Ein Abseitstor von Schick, der seinem Treffer in der 91. Minute spontan ebenfalls nicht recht über den Weg traute. „Wenn ich ehrlich bin: Ich war mir nicht so sicher, denn es war wirklich knapp“, erzählte der 1,91 Meter große Angreifer in der BayArena. „Aber zum Glück stand ich noch auf einer Linie mit dem Hoffenheimer Spieler – und die Serie geht weiter.“

Pokal-Halbfinale kann das 40. Pflichtspiel ohne Niederlage werden

Ihre ebenso stolze wie einzigartige und unglaubliche Erfolgsreihe von mittlerweile 39 Pflichtspielen ohne Niederlage, die sie am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) mit ins Pokal-Halbfinale gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf nehmen, garnieren die Leverkusener dabei fast wöchentlich mit einer Sonderserie: Späten Treffern kurz vor oder gerne auch in der Nachspielzeit – und ihr ultimativer Experte auf diesem Gebiet ist Patrik Schick.

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Vier seiner jüngsten fünf Tore erzielte der tschechische Nationalstürmer, der wettbewerbsübergreifend mittlerweile auf elf Saisontreffer kommt, nach Ablauf der regulären Spielzeit. Eines im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Aserbaidschans Serienmeister Qarabag Agdam, zwei im Rückspiel. Und nun den Treffer gegen Hoffenheim, der die Werkself ganz nah an den ersten Meistertitel der Klubgeschichte brachte.

Ruhe und Geduld zu bewahren – diese Übung kennt Schick zur Genüge. Im aufreibenden Abnutzungskampf gegen die lange führenden Kraichgauer etwa kam er am Osterwochenende nur auf 18 Ballkontakte. Und einen langen Atem brauchte der 35-malige tschechische Nationalspieler auch im gesundheitlichen Bereich.

So vermasselte ihm eine hartnäckige Adduktorenverletzung fast die gesamte letzte Saison. Im vergangenen Juni unterzog er sich schließlich einer Leisten-OP. Während sich sein Verein, nach dem bislang einzigen Titelgewinn im nationalen Cup (1993, 1:0 gegen die Amateure von Hertha BSC) bei den weiteren Final-Teilnahmen 2002 (Schalke), 2009 (Bremen) und 2020 (Bayern München) jeweils unterlegen, den Sommer über nach einer Verstärkung für die Offensive umsah. Und in Victor Boniface fündig wurde.

Boniface kehrt gegen Düsseldorf in der Kader zurück

Der vielseitige, gewitzt und unkonventionell agierende Nigerianer, vom belgischen Erstligisten Saint-Gilloise ins Rheinland gekommen, spielte und schoss sich im Handumdrehen in die Herzen der Fans. Mit zehn Liga-Treffern und acht Assists ist er hinter Alejandro Grimaldo (9/12) immer noch Bayers zweitbester Scorer – obwohl er wegen einer schweren Muskelsehnenverletzung im Adduktorenbereich seit Anfang Januar ausfiel.

Gegen den zweimaligen Pokalsieger Düsseldorf (1979, 1980) rückt Boniface nun erstmals wieder in den Kader – und dürfte Schick, der zuletzt sinnbildlich für den unerschütterlichen Siegeswillen des Liga-Spitzenreiters stand, im Saisonfinale nach und nach seinen zuletzt gewonnenen Stammplatz im Sturmzentrum streitig machen. Gegen die Fortuna traut Xabi Alonso Rückkehrer Boniface einen 30-minütigen Teileinsatz zu. „Er hat eine super Regeneration hinter sich, hat gut trainiert – und kann es nicht erwarten, wieder auf dem Platz zu stehen“, berichtete Bayers Cheftrainer am Dienstag. Ohnehin wird Señor Alonso nicht müde zu betonen, wie wichtig jeder einzelne Spieler in seinem auch in der Breite erstklassig besetzten Kader ist. Wie zum Beispiel gegen Hoffenheim, als Josip Stanisic und Nathan Tella, beide erst kurz zuvor eingewechselt, Schicks Siegtreffer einleiteten.

Als Stürmer musst du bis zur letzten Sekunde auf deine Chance warten - und das macht Patrik.
Simon Rolfes, Sportchef Bayer 04 Leverkusen

„Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“, kommentierte Schick selbst seine Rolle, in der er sich vor zwei Jahren zum zweitbesten Schützen der Liga (24 Treffer) hinter Münchens damaligen Goalgetter Robert Lewandowski, inzwischen beim FC Barcelona, katapultierte. Eine Rolle, die auch Simon Rolfes längst sehr zu schätzen weiß.

„Als Stürmer musst du bis zur letzten Sekunde auf deine Chance warten – und das macht Patrik. Er hat vor dem Tor eine extrem hohe Präzision, wenn wir ihn bedienen – auch das macht er hervorragend“, lobte der Sport-Geschäftsführer den 28-Jährigen, für den auch Bayers Bank-Chef ein paar aufmunternde Worte parat hat. „Manchmal reicht eine Chance, um es zu schaffen“, weiß Xabi Alonso. Speziell an die Adresse von Schick gerichtet, fügte der freundliche Baske nach dem hochemotionalen Finish gegen Hoffenheim noch hinzu: „Ich freue mich sehr, das Tor ist sehr wichtig für ihn.“

Der Tscheche soll am Mittwoch gegen den Tabellendritten der 3. Liga auch helfen, den Traum von drei Titeln aufrecht zu erhalten. Die Leverkusener gehen natürlich als haushoher Favorit in das Halbfinale , die Verantwortlichen warnen trotzdem vor der Fortuna. „Es soll keiner glauben, dass wir schon im Finale wären.“, Und Alonso betonte, für die Mannschaft sei „nichts selbstverständlich“, es werde eine große Herausforderung: „Wir haben noch nichts erreicht. Wenn wir nicht besser sind, sind wir raus.“


Voraussichtliche Aufstellungen:

Leverkusen: Kovar; Kossounou, Tah, Tapsoba; Frimpong, Andrich, Xhaka, Grimaldo; Adli, Wirtz; Schick. – Düsseldorf: Kastenmeier; Zimmermann, Hoffmann, Oberdorf, Iyoha; Engelhardt, Tanaka; Klaus, Johannesson, Appelkamp; Tzolis. – SR.: Dingert (Lebecksmühle).

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