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Bayer LeverkusenBereit für den Tanz auf drei Hochzeiten

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Zufrieden mit dem Kader und zuversichtlich in die kommenden Aufgaben: der neue Bayer-Coach Gerardo Seoane.

Leverkusen – In aufregenden Zeiten kommen besonnene Menschen besonders stark rüber. Gerardo Seoane ist ein reflektierter, höflicher Zeitgenosse, mit klarer Kante. Auch deswegen wurde der 42-jährige Schweizer von Bayer Leverkusen zum Cheftrainer gemacht. Dem ehemaligen Berner wird der Tanz auf drei Hochzeiten unter dem Bayer-Kreuz zugetraut. In der Eröffnungsphase der neuen Fußball-Bundesliga-Saison, in den letzten Zügen der Transferperiode, vor der ersten Länderspielpause und nach der Auslosung der europäischen Pokalwettbewerbe hinterlässt Seoane schon mal einen souveränen Eindruck: „Wir haben Rückenwind“, sagt er vor dem Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Augsburg.

Nach dem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach und der Verpflichtung von Amine Adli vom FC Toulouse herrscht beim Werksklub verhaltene Euphorie. Anlass dazu gibt neben der jüngsten Topleistung gegen einen direkten Konkurrenten auch die Personalsituation. „Ich bin sehr zufrieden mit den Zuzügen“, stellt der Schweizer klar, „wir haben uns in allen Reihen verstärkt und es ist uns gelungen, der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben.“ Ob es der erfahrene Russe Andrey Lunev im Tor ist, der 19-jährige, physisch starke Innenverteidiger Piero Hincapie, Robert Andrich für mehr Power im Mittelfeld oder Amine Adli als schneller, offensiver Spieler. „Wir müssen unseren Auftritt als Mannschaft weiter entwickeln, dann können wir alle drei Wettbewerbe maximal ambitioniert angehen“, betont der Chefcoach.

Die Qual der Wahl vor Augsburg

Vor der Reise nach Augsburg hat er bei der Nominierung des Kaders und der Startelf die Qual der Wahl. Bis auf die langzeitverletzten Timothy Fosu-Mensah und Edmond Tapsoba sowie Julian Baumgartlinger (Knie) und die rekonvaleszenten Karim Bellarabi und Lucas Alario stehen alle Profis bereit. Ob die Freigabe für Amine Adli rechtzeitig kommt und seine ersten Trainingseindrücke stimmen, entscheidet über den Einsatz des 21-jährigen Franzosen. In jedem Fall sind Florian Wirtz nach einer beschwerdefreien Trainingswoche offensiv sowie der Ex-Unioner Robert Andrich defensiv im Mittelfeld Optionen.

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„Wir brauchen wieder Zweikampfstärke, aggressives Gegenpressing, um Konter zu unterbinden, und eine gewisse Solidarität“, weiß Seoane um die Gefahr beim Tabellen-17., der zuletzt 0:0 in Frankfurt spielte. Dass die Augsburger von den jüngsten 22 Spielen gegen Leverkusen keines gewannen, sondern nur acht Unentschieden und 14 Niederlagen einheimsten, spielt für Seoane eine untergeordnete Rolle. „Wir werden mehr Ballbesitz haben und müssen einen kompakt stehenden Gegner in den Zwischenräumen und mit Läufen in die Tiefe bespielen“, fordert er.

Am Freitag bescherte die Auslosung der Europa-League-Gruppen den Leverkusenern attraktive Gegner: Bayer trifft in der Gruppe G auf den schottischen Vizemeister Celtic Glasgow, Real Betis Sevilla aus Spanien und den seit Sommer von Peter Stöger (ehemals 1. FC Köln) trainierten ungarischen Serienmeister Ferencvaros Budapest. „Das wird eine tolle Reise. Wir freuen uns darauf, verschiedene Spielkulturen kennenzulernen und uns mit ihnen zu messen“, kommentierte Gerardo Seoane zufrieden.