Köln – Die Kölner Haie wollen am Dienstagabend in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den dritten Heimsieg binnen fünf Tagen unter Dach und Fach bringen. Die Chancen stehen gegen den Vorletzten aus Schwenningen gut, weil unter dem neuen Trainer Cory Clouston auch Spieler auftrumpfen, die noch vor wenigen Wochen vor dem Rauswurf gestanden haben sollen.
Am Freitag beim 3:1 gegen Hamburg war Torhüter Gustaf Wesslau der gefeierte Mann, am Sonntag avancierte Verteidiger Shawn Lalonde mit zwei Toren zum Matchwinner.
Beide Spieler wären noch vor wenigen Wochen fast aus dem Kader gestrichen worden. Der damalige Trainer Niklas Sundblad wollte das Team für zwei Wochen in ein Trainingslager stecken, das Team hätte währenddessen im Hotel leben müssen. Mehrere Spieler, darunter soll auch Lalonde gewesen sein, sollen den Umzug verweigert haben und standen deswegen kurz vor dem Rauswurf. Doch die Mannschaft soll sich geschlossen hinter die Rebellen gestellt haben, so musste Sundblad seinen Hut nehmen, weil die Mannschaft gegen ihn war. Clouston übernahm und nach einer kurzen Umgewöhnungsphase läuft es nun besser bei den Haien.
Stürmer Ryan Jones hatte seinen Mitspielern damals noch Egoismus vorgeworfen, davon ist nun nichts mehr zu erkennen, die Spieler stehen füreinander ein. Sundblads Trainingslager-Plan erweist sich jetzt als unfreiwillige Teambuilding -Maßnahme.
Lalonde war vor zwei Jahren in Berlin einer der Top-Verteidiger der DEL, ging dann nach Schweden und kam mit dem dortigen Defensivstil nicht zurecht. Sundblad holte ihn wegen seiner offensiven Qualitäten nach Köln, wo er bislang nicht so auftrumpfte wie einst in Berlin. Doch nun scheint der Knoten geplatzt zu sein, was auch mit Neuzugang Danny Syvret zusammenhängt, der sich als kongenialer Partner für Lalonde erwiesen hat. "Danny ist ein sehr guter Spieler, der uns sehr hilft", bestätigt Lalonde. "Wir hatten gegen Wolfsburg auch ein wenig Glück mit abprallenden Pucks und hätten das Spiel durchaus verlieren können, Wolfsburg ist nicht von Ungefähr ein Top-Sechs-Team in der Liga."
Schwenningen ohne Playoff-Ambitionen
Am heutigen Dienstagabend erwartet Lalonde ein ähnlich schweres Spiel, obwohl Schwenningen keine Playoff-Ambitionen mehr hat. Allerdings ist es für die Haie das dritte Spiel in fünf Tagen. "Den Spielrhythmus bin ich aus Nordamerika gewohnt, ich sehe kein Problem darin", sagt der Kanadier. "Schwenningen hat ein gutes Team und uns zuletzt zweimal in Folge geschlagen, wir müssen mit voller Konzentration spielen."
In dieser Phase der Saison müssen die um die PlayoffPlätze kämpfenden Teams oft gegen Kellerkinder Federn lassen, weil diese ohne Druck aufspielen können. So verlor der Deutsche Meister Adler Mannheim am Sonntag gegen den Letzten aus Krefeld und mussten die Haie in der Tabelle vorbeiziehen lassen.
Mit den beiden Siegen kletterten die Haie somit auf den siebten Tabellenplatz, Rang sechs und die damit verbundene direkte Qualifikation für das Viertelfinale (die Plätze Sieben bis Zehn spielen eine Qualifikationsrunde) ist noch acht Punkte entfernt - bei sechs verbleibenden Saisonspielen. Die direkte Qualifikation ist nicht unmöglich, aber in einer ausgeglichen besetzten Liga wie der DEL schwierig. Wichtiger ist, sich weiter stetig zu verbessern und in Bestform in die Playoffs zu gehen. Dazu wäre ein Sieg gegen Schwenningen sehr wichtig, zumal auch der elfte Platz und ein damit verbundenes Saisonaus auch nur vier Zähler entfernt ist.