Die Kölner Haie haben das erste Duell der Viertelfinal-Playoffserie gegen die Schwenninger Wild Wings nach hartem Kampf für sich entscheiden. Spiel zwei steigt am Freitagabend in Köln.
Kölner HaieMit der nötigen Ruhe und zwei starken Finnen

Haie-Goalie Janne Juvonenpariert einen Schuss der Schwenninger Wild Wings.
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Die Kölner Haie sind cool geblieben und haben das erste Playoff-Spiel der „Best-of-Seven“ Viertelfinalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft bei den Schwenninger Wild Wings knapp mit 1:0 gewonnen (1:0, 0:0, 0:0). Ein Tor von Verteidiger Oliwer Kaski und ein Shut-out von Torhüter Janne Juvonen sicherten dem KEC einen hart erkämpften Sieg in der hitziger Atmosphäre der mit 5135 Zuschauern ausverkauften Helios-Arena.
„Wir haben es geschafft, stabil zu bleiben, obwohl ein paar Steine im Weg lagen. Ein 1:0 ist eine schwierige Führung hier in Schwenningen. Wir haben die richtige Balance gefunden“, lobte Kapitän Moritz Müller den Auftritt seiner Mannschaft.
Schneetreiben empfing die Haie am Mittwoch im Schwarzwald — echtes Eishockeywetter Ende März. KEC-Chefcoach Kari Jalonen musste wie befürchtet auf Ryan MacInnis und damit auf einen wichtigen Rollenspieler verzichten. Der Deutsch-Kanadier hatte sich im Training verletzt und wurde von Parker Tuomie ersetzt, der als Flügel zu Dominik Uher und Robin van Calster in die vierte Sturmreihe ging. Tanner Kero und der nachverpflichtete Verteidiger Markus Nutivaara blieben als überzählige Importspieler draußen.
Schwenninger Treffer findet keine Anerkennung
Die Haie schnappten sich erst einmal die Spielkontrolle und verzeichneten die ersten drei Abschlüsse. Schwenningen benötige fünf Minuten, um den Respekt vor dem spielstarken Hauptrundensieger abzulegen und kam durch Benjamin Marshall zur ersten Chance (5.). Noch in der gleichen Minute lag der Puck im Kölner Tor. Tyson Spink war erfolgreich, sein Zwillingsbruder Tyler hatte zuvor aber KEC-Goalie Janne Juvonen aus der Position geschoben. Die Schiedsrichter verweigerten dem 1:0 deshalb wegen Torwartbehinderung die Anerkennung.
Kaskis Flatterschuss überrascht Eriksson
Die Szene beflügelte die lauf- und kampfstarken Wild Wings. Juvonen zeigte gegen Alex Trivellato (7.) und vor allem Kyle Platzer (12.) sein ganzes Können und hatte Glück, als Philipp Feist nur das Gestänge traf (10.). Die Kölner Führung kam in dieser Phase überraschend. Oliwer Kaski erwischte mit einem krummen Schuss Schwenningens Schlussmann Joacim Eriksson in seinem einzigen schwachen Moment an diesem Abend. Der erfahrene Schwede griff trotz freier Sicht an der Scheibe vorbei (13.). Der KEC hätte dann im Powerplay durch Nate Schnarr noch erhöhen können, der Schuss des Kanadiers klatschte aber nur an den Pfosten (15.).
Das Jalonen-Team hatte mit dem 1:0 nach 20 Minuten, was es wollte und konzentrierte sich fortan vorwiegend auf die Defensive. Juvonen musste nur gegen Philip Feist einmal auf der Hut sein. „Köln hat einen brutalen Torwart, aber wir wissen, dass wir ihn schlagen können“, sagte der Wild Wings-Stürmer Feist bei Magenta Sport noch hoffnungsvoll.
Juvonen ist mal wieder nicht zu bezwingen
Die Null bei den Haien stand aber auch nach 40 Minuten. Bis auf einen Pfostenschuss von Daniel O'Regan (29.) und einer Unterzahl-Situation nach Strafe gegen Kapitän Moritz Müller (29.) gab es keine brenzlige Situationen zu überstehen. Nur elf Torschüsse brachte Schwenningen in zwei Dritteln gegen die konzentrierte Abwehr der Kölner zustande.
Nach vorne ging beim KEC allerdings auch nicht viel, weil die Haie wenig Risiko gingen. Louis-Marc Aubry scheiterte genauso an Eriksson (25.) wie Patrick Russell (27./36.) und Schnarr (27.). Und auch das zweite Kölner Powerplay des Spiels verpuffte (35.). Die Haie hatten defensiv weiter alles weitgehend im Griff, aber vor dem Schlussdrittel eben auch nur ein Tor Vorsprung.
Das wollten sie ändern und drückten auf das 2:0. Tuomie hatte gleich eine Doppelchance (41.) und auch Frederik Storm (43.) hätte für die Vorentscheidung sorgen können. Es blieb spannend. Der KEC killte auch das zweite Powerplay der Gastgeber problemlos (46.), blieb bei seiner dritten Überzahlsituation des Spiels allerdings den Beweis schuldig, über das beste Powerplay der Liga zu verfügen (50.).
Der Flatterschuss von mir war so nicht geplant.
Schwenningen versuchte weiter alles und hielt als Außenseiter mit seinen fantastischen Anhängern im Rücken auf der kleinen Eisfläche bravourös dagegen. Die Haie blieben aber cool, ließen nichts zu und hatten durch den aufgerückten Verteidiger Veli-Matti Vittasmäki die große Chance zum 2:0 (54.) Eriksson bewies in dieser Szene, warum er seit Jahren zu den besten DEL-Torhütern zählt.
Wild Wings-Coach Steve Walker war dann gezwungen, seinen Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen und tat dies 2:25 Minuten vor dem Ende. Und es gab die große Chance zum Ausgleich. Kyle Platzer fand seinen Meister aber in Juvonen und Alexander Kararchun setzte den Rebound über das Tor (60.).
„Es war ein hartes umkämpftes und gutes Playoffspiel. Wir sind froh, dass wir das erste Tor erzielen und dieses enge Spiel gewinnen konnten. Der Flatterschuss von mir war so nicht geplant“, sagte Matchwinner Oliwer Kaski.
Statistik:
Kölner Haie: Juvonen; Austin, Kaski; Vittasmäki, Kemiläinen; Sennhenn, Müller; Glötzl; Schnarr, MacLeod, Russell; Storm, Aubry, Bokk; Kammerer, Tyrväinen, Niedenz; Tuomie, van Calster, Uher. Ansons/Huber. — SR: Ansons/Huber. - Zuschauer: 5135 (ausverkauft). —Tor: 0:1 Kaski (12:53/Kammerer, Niedenz). — Strafminuten: Schwenningen 8; Köln 6.
