Köln – Seit fast sechs Jahren wirft er für die Handballer des Longericher SC Tor um Tor. Auch in dieser Saison traf der Linkshänder in 16 Einsätzen immerhin schon 49 Mal. Doch im Sommer ist Schluss. Daniel Koenen ist inzwischen 31 Jahre alt und will dem Leistungssport nicht nur aus gesundheitlichen Gründen Adieu sagen.
Die Verschleißerscheinungen und die Arthrose im Fußgelenk erlauben zwar noch einen versöhnlichen Abschluss, doch in erster Linie lässt die berufliche Laufbahn künftig den zeitlichen Aufwand in der Dritten Bundesliga nicht mehr zu. Koenen hat als Absolvent der Sporthochschulschule mit dem Abschluss im Bereich Sportmanagement und -kommunikation im Juli des vergangenen Jahres einen Job bei der Deutschen Handball-Liga angetreten, der seinen vollen Einsatz erfordert.
Koenen vor beruflichen und privaten Veränderungen
„Meine Verantwortung für die digitale Entwicklung und die Datenprojekte sind mit dem Liga-Alltag nicht mehr zu vereinbaren“, sagt Koenen und lässt auch schmunzelnd seine geplante Veränderung im privaten Bereich nicht unerwähnt: „ Außerdem bin ich bald verheiratet.“
Aus der Welt sei er aber für den erfolgreichsten Kölner Handballverein nicht, schließlich liegt sein Arbeitsplatz auf der anderen Rheinseite in Porz. „Ich werde auf keinen Fall aus der Halle völlig verschwinden, sondern werde gerne helfen, denn es war eine wunderbare Zeit in einem tollen Umfeld“, so Koenen.
Gespräche über eine neue Funktion
Lose Gespräche über mögliche Funktionen habe es mit Christian Stark, dem Sportlichen Leiter und Trainer des LSC, schon gegeben. Dieser ist natürlich zunächst einmal sehr froh, dass eine prägende Persönlichkeit der Mannschaft sein Interesse bekundet hat, dem Klub erhalten zu bleiben.
„Daniel ist einfach ein sehr sympathischer Mensch, der mit seiner sportlichen und fachlichen Kompetenz sowie beruflichen Kontakten für die weitere Entwicklung des Vereins eine wichtige Rolle spielen kann“, sagt Stark.
So sei auch Frank Bohmann, Koenens Chef bei der Deutschen Handball-Liga, schon zu einem lockeren Gedankenaustausch über die aktuellen Probleme der Sportart vor Ort gewesen.
Das könnte Sie auch interessieren:
Longerich verliert nach den beiden kurzfristigen Abgängen von Luca Tomassini und Basti Lux also demnächst einen weiteren Leistungsträger, diesmal auf der „Königsposition“ im rechten Rückraum. Auf Christian Stark wartet damit in den nächsten Wochen neben dem Trainingsalltag mit den Spielern viel Arbeit, um den personellen Aderlass zu kompensieren.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir auch in der nächsten Saison ein schlagkräftiges Aufgebot für die Dritte Bundesliga haben, denn der Charakter unseres Vereins, der nicht durch Geld, sondern mit der Nähe zur Sporthochschule, einem besonderen Lebensgefühl, Zusammengehörigkeit und Teamgeist punktet, hat sich herumgesprochen“, betont Stark.

