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Basketball Champions LeagueTelekom Baskets nach Sieg unzufrieden

Lesezeit 3 Minuten
Mehrere Spieler der Telekom Baskets Bonn stehen auf dem Spielfeld.

Keine überschäumende Freude bei den Baskets trotz des Sieges gegen Istanbul.

Trainer Iisalo kritisiert sein Team trotz des 74:68–Erfolges über Bahcesehir Istanbul: „Das war keine akzeptable Leistung von uns. Wir haben dem Spiel nicht unseren Stempel aufgedrückt.“

Der erste Schritt ist gemacht: In der ersten von sechs Partien der zweiten Gruppenphase in der FIBA Champions League bezwangen die Telekom Baskets am Mittwochabend den türkischen Erstligisten Bahcesehir Istanbul mit 74:68 (20:10, 23:22, 20:16, 11:20). Im zweiten Spiel der Gruppe J setzte sich BAXI Manresa aus Spanien gegen Rytas Vilnius aus Litauen mit 82:67 durch.

Damit kommt es für die Bonner schon in der zweiten Begegnung am Mittwoch (1. Februar) zu einem Topspiel der beiden siegreichen Teams in Manresa. Um ins Viertelfinale einzuziehen, müssen die Baskets Platz eins oder zwei erobern.

Einbruch im Schlussviertel kostet 19-Punkte-Vorsprung

Obwohl es zahlenmäßig vor 4170 Zuschauern ein Auftakt nach Maß war, waren die Bonner selbst alles andere als zufrieden. Weil sie einen deutlich höheren Sieg durch einen Einbruch im Schlussviertel aus der Hand gaben: Nach 31 Minuten lagen sie beim 67:48 scheinbar komfortabel mit 19 Punkten in Front; dann verkürzten die Gäste mit einem 11:2-Lauf auf 69:59, steckten auch den Bonner Konter zum 74:61 weg und schafften noch einen 7:0-Run zum 74:68-Endstand. Statt 13 Punkten Vorsprung nehmen die Baskets nur sechs Punkte mit – das kann in der Abschlusstabelle beim direkten Vergleich noch richtig weh tun.

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In den letzten zehn Minuten kam aber auch alles zusammen. Über drei Viertel spielten die Baskets gegen Jerry Boutsiele, den französischen Center Istanbuls, eine brillante Defense, gegen die er nach 30 Minuten nur einen von sieben Würfen getroffen und zwei Punkte auf dem Konto hatte. Aber die aggressive Spielweise forderte ihren Tribut: Leon Kratzer und Michael Kessens sammelten schnell die Fouls, mussten erst auf die Bank und dann nach dem jeweils fünften Pfiff ganz raus. Das nutzte Boutsiele für acht weitere Punkte im Schlussviertel.

Die letzten sieben Dreier gehen alle daneben

Auch in der Offensive spiegeln die Zahlen den krassen Einbruch wider: Hatten die Baskets bei den Dreiern vor allem durch Topscorer Sebastian Herrera (4 Dreier) zunächst stark begonnen und nach drei Vierteln eine 50-Prozent-Quote (12 von 24 Würfen), gingen im Schlussabschnitt alle sieben Distanzwürfe daneben, die Quote sah mit 12 von 31 bei weitem nicht mehr so gut aus.

So saß Iisalo nicht nur wegen der Schiedsrichter, die gegen Bonn 23, gegen Istanbul aber nur 12 Fouls gepfiffen hatten, mit grimmiger Miene in der Pressekonferenz. Er ärgerte sich auch über die Nachlässigkeiten seines Teams: „Das war keine akzeptable Leistung von uns. Wir haben dem Spiel nicht unseren Stempel aufgedrückt. Am Ende haben wir viele Fehler gemacht, die es ihnen ermöglicht haben, den Vorsprung zu verkürzen. Das ist sehr wichtig, weil wir in jeder Gruppenphase nur sehr wenige Spiele haben.“

Baskets (Punkte/3er): Shorts (12/1), Ward (6/2), Kessens (7), Herrera (14/4), Tadda (3/1), Malcolm (13/2), Kratzer (2), Williams (8/1), Delany (9/1); Rebounds: 37 (Kessens 7, Delany 7); Assists: 14 (Shorts 6); Trefferquote Feld: 44 % (28/64); Dreierquote: 39 % (12/31); Freiwurfquote: 67 % (6/9).

Istanbul (Punkte/3er): Hall, Baygül (3), Arslan (18), Özdemir, Blazic (15/1), Gist (11/1), Smith (9/1), Boutsiele (10), Candan (2); Rebounds: 35 (Boutsiele 11); Assists: 8 (Hall 3); Trefferquote Feld: 40 % (23/57); Dreierquote: 37 % (7/19); Freiwurfquote: 83 % (15/18).

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