Auf eine deutliche 80:106-Derbypleite in Trier lassen die Bonner einen 77:72-Zittersieg gegen den Mitteldeutschen BC folgen
DerbypleiteBaskets zeigen am Doppelspieltag Licht und Schatten

Leon Kratzer (links) wird von Collin Welp (Mitteldeutscher BC) hart gefoult.
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Einen knapper Sieg und eine herbe Niederlage schlugen am ersten Doppelspieltag der Basketball-Bundesliga für die Telekom Baskets Bonn zu Buche.
Gladiators Trier- Telekom Baskets Bonn 106:80 (26:17, 26:21, 26:10, 28:23). Die Bonner starteten mit den gewohnten ersten Fünf, die sofort mit 0:5 (2.) in Rückstand gerieten. Die Gastgeber nutzten jede Gelegenheit, nach dem Umschalten so schnell wie möglich abzuschließen, nicht selten mit dem ersten freien Wurf. Nach fünf Minuten wechselte Trainer Marko Stankovic und ließ nur Joel Aminu und Jeff Garrett auf dem Feld. Als die Baskets mit 7:18 (6.) zurücklagen, nahm der Coach eine Auszeit, in der er die individuellen Fehler kritisierte: „Wenn wir so weiterspielen, können wir direkt nach Hause fahren.“
Die Defensive besserte sich ein wenig, packte aber zu selten zu. Im zweiten Viertel legten die Gäste zu und kamen auf 24:28 (13.) heran. Die Trierer hielten den Druck in der Offensive aufrecht und setzten sich auf 40:28 (15.), so dass Stankovic die nächste Auszeit nahm.
Da seine Mannschaft auch weiterhin nur phasenweise beherzt an beiden Enden des Parketts zu Werke ging und sich zu viele Ballverluste erlaubte, betrug der Rückstand zur Pause bereits 14 Punkte. Die Baskets hatten beim Stand von 38:52 bereits mehr als 50 Punkte kassiert, was einem defensiv geprägten Team nicht passieren darf. Gerade im Eins-gegen-Eins leistete sich Bonn zu viele Aussetzer und ließ die Trierer zu oft passieren. Die 27-prozentige Dreierquote (3/11) erinnerte an die vergangene Saison.
Nach dem Seitenwechsel führten die Hausherren schnell die Entscheidung herbei und setzten sich 60:40 (22.) ab. Bei den Rheinländern häuften sich die Flüchtigkeitsfehler, kein Bonner erreichte auch nur annähernd Normalform. Im Schlussabschnitt änderte sich daran nichts, so dass die Baskets ihre erste herbe Schlappe der Spielzeit kassierten – ausgerechnet im Derby.
Unnötig waren die Proteste von Leon Kratzer während einer Auszeit, der sich nach einem harten Kontakt zu oft beschwerte und mit zwei Technischen Fouls disqualifiziert wurde (34.). In der Unterbrechung brachte es Stankovic auf den Punkt: „Wir wissen heute nicht, was wir da draußen machen.“ Das belegte auch die schwache Quote von der Freiwurflinie von 55 Prozent (11/20).
Bonn (Punkte/Dreier): Wright (14/1), Garrett (13/3), Comithier (10), Aminu (10/2), Murphy (8/1), Heckmann (6), Kessens (6), Kovacevic (6), Jostmann (5), Foster (2), Kratzer; Rebounds: 38; Assists: 14; Ballverluste: 17; Trefferquote Feld: 43,7 % (31/71); Dreierquote: 31,8 % (7/22).
Trier (Punkte/Dreier): Roland (20/3), Brooks (19/2), Krimmer (17/4), Crowley (17/1), Onu (8), Hollersbacher (7/1), Rapieque (6/2), Linßen (2), Guillozet (2), Zirbes; Rebounds: 39; Assists: 25; Ballverluste: 13; Trefferquote Feld: 52,1 % (38/73); Dreierquote: 39,4 % (13/33).
Telekom Baskets Bonn – Mitteldeutscher BC 77:72 (21:16, 19:21,16:16, 21:19). Als Garrett kurz vor Schluss mit Wucht den Weißenfelser DeLonnie Hunt blockte, stand der Sieg fest. Zuvor hatten sich die Baskets über die gesamte Spielzeit schwergetan, drei Minuten vor dem Ende sogar noch mit 68:69 zurückgelegen. Dann legten sie einen klassischen Schlussspurt hin, verpassten dem Spiel sofort eine Wende und brachten den Erfolg ins Ziel.
Den Bonnern war die Verunsicherung nach der Niederlage an der Mosel anzumerken, während die Gäste entschlossener zu Werke gingen. Doch im heimischen Telekom Dome profitierten sie vor allem von einer unterirdischen Dreierquote des Gegners von 24,2 Prozent. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte führten die Baskets mit 40:37, im dritten Viertel blieb es spannend. Die Hausherren verrannten sich oft in Einzelaktionen, das Teamplay blieb auf der Strecke, da das Passtempo zu langsam war. Dennoch behaupteten sie ihren dünnen Vorsprung (56:53, 30.).
Zu Beginn der letzten zehn Minuten legten die Baskets den Grundstein zum Sieg, als sie zehn Punkte in Folge erzielten und den MBC zu einer Auszeit zwangen (66:53, 33.). Die zeigte Wirkung, wenig später hatten die Gäste auf 66:68 (37.) verkürzt, da sie auf einmal ihre Dreier trafen. Stankovic nahm eine Auszeit, justierte nach und sah, wie seine Mannschaft mit fünf Zählern in Serie schnell wieder Kontrolle über das Geschehen erlangte (73:69, 39.). Als Garrett dann Hunts Abschluss ans Brett nagelte, war der zweite Saisonsieg perfekt.
Weiter geht es für die Bonner schon am Freitag um 20 Uhr bei den Würzburg Baskets.
Bonn (Punkte/Dreier): Garrett (19/2), Aminu (13/1), Wright (11/2), Comithier (7), Foster (7/1), Murphy (7/1), Heckmann (6/2), Jostmann (3), Kovacevic (2), Kratzer (2), Kessens; Rebounds: 45; Assists: 18; Ballverluste: 8; Trefferquote Feld: 39,4 % (26/66); Dreierquote: 31,0 % (9/29).
Weißenfels (Punkte/Dreier): Hunt (21/3), Clyburn (12), Planinic (9), Simanic (9/1), Welp (9/2), Mushidi (6/2), Gaines (4), Radojicic (2), Nikic; Rebounds: 43; Assists: 11; Ballverluste: 7; Trefferquote Feld: 36,1 % (26/72); Dreierquote: 24,2 % (8/33).