Abo

Hohe AuswärtshürdeNoch fehlt den Baskets der Killerinstinkt

3 min
Bonns Point Guard Grayson Murphy (Mitte) steht derzeit gut 21 Minuten pro Partie auf dem Feld – vier Minuten weniger als vergangene Saison.

Bonns Point Guard Grayson Murphy (Mitte) steht derzeit gut 21 Minuten pro Partie auf dem Feld – vier Minuten weniger als vergangene Saison.

In Würzburg wollen die Bonner Bundesliga-Basketballer in der Offensive deutlich dynamischer als zuletzt zu Werke gehen

Eine Woche Zeit hatten die Telekom Baskets Bonn, um sich vom ersten Doppelspieltag in der Basketball-Bundesliga zu erholen. Kein Grund für Trainer Marko Stankovic, im Training die Intensität zu senken. Nach drei Spielen liegt seine Mannschaft mit 4:2-Punkten im Soll.

Dem 96:72-Auftaktsieg gegen die Towers Hamburg folgte ein schwacher Auftritt gegen die Gladiators Trier mit einer herben 80:106-Pleite. Nur zwei Tage später mussten die Baskets wieder ran und behielten gegen den Mitteldeutschen BC mit 77:72 die Oberhand.

Nun wartet am Freitag die nächste große Herausforderung, um 20 Uhr müssen die Bonner bei den Würzburg Baskets antreten. Erinnerungen die vergangene Saison werden wach: Im Viertelfinale der Playoffs setzten sich die Rheinländer nach fünf spannenden Duellen mit 3:2 gegen die Würzburger durch.

Zum einen sinnen die Franken also auf Revanche, zum anderen wollen die Gäste am Main beweisen, dass sie völlig zu Recht im Mai eine Runde weiterkamen. Auch in dieser Saison wollen sich beide Teams wieder für die Playoffs qualifizieren.

Die Hausherren mussten sich etwas gedulden, ehe sie erstmals ins Geschehen eingreifen durften, die Partie des ersten Spieltages gegen die Frankfurt Skyliners wurde auf den 3. Dezember verlegt. So gab es bislang zwei Auftritte der Würzburger, die sich zuerst den Baskets Oldenburg mit 68:77 beugen mussten und dann bei ratiopharm Ulm triumphierten (90:67). Mit einem Sieg gegen Bonn könnten sie am Gegner vorbeiziehen.

Die Stankovic-Truppe geht in der Tat nicht als Favorit aufs Parkett. Zu schwach war die erste Vorstellung in fremder Halle, in Trier erreichte kaum ein Basket Normalform. Das sorgte für Verunsicherung, gegen den MBC schlug zwar ein Sieg zu Buche – was das Wichtigste war –, aber die Art und Weise, wie er zustande kam, konnte den Coach nicht zufriedenstellen: „In der Offensive müssen wir etwas dynamischer spielen, damit wir nicht so oft auf Einzelaktionen angewiesen sind. Daran müssen wir arbeiten und uns verbessern. Wir haben 23 Punkte mit Schnellangriffen erzielt und eine gut organisierte Mannschaft in drei Vierteln im Schnitt unter 20 Punkten gehalten“, fand er auch lobende Worte.

Unter dem Strich war Stankovic angesichts der beiden Begegnungen innerhalb von zwei Tagen froh über den zweiten Heimerfolg, doch die Pleite gegen die Gladiators hatte Spuren hinterlassen. Seine Truppe hatte mehrfach die Gelegenheit, die Partie vorzeitig zu entscheiden, wackelte aber in diesen Situationen, da ihr der Killerinstinkt fehlte.

Das Team habe nicht so dagegengehalten, wie es gesollt hätte. Der MBC sei eine gut organisierte Mannschaft, die nach 13 Punkten Rückstand wieder zurückgekommen sei, so der Trainer.

Die Würzburger verpflichteten unter anderem Small Forward Brandon Tischler aus Ludwigsburg, Max Jones (Manchester), Calvin Wishart (Guard, Koblenz Baskets), Sam Griffin (Shooting Guard, Merkezefendi Basket), Kenny Dye (Point Guard, CSM Steaua Bucuresti) und vor allem Eddie Colbert (Okapi Aalst). Der Power Forward weist nach zwei Partien 14 Zähler und 11,5 Rebounds im Schnitt auf.

Coach Sasa Filipovski bat nach dem Sieg in Ulm dennoch um Geduld für sein neuformiertes Team. Das gilt auch für die Bonner, die in vielen Phasen gezeigt haben, dass sie noch nicht eingespielt sind.