Abo

Bahnhöfe in NRWPolizeigewerkschaft fordert dauerhaft Waffen-Verbotszonen

2 min

Schon zum 13. Mal gilt in NRW-Bahnhöfen ein Waffenverbot.

Düsseldorf – Dutzende Waffen haben Polizisten seit Jahresbeginn auf Bahnhöfen in NRW sichergestellt, besonders häufig Messer und Schreckschusspistolen, aber auch Elektroschocker. Weil sich die Sicherheitslage gerade an Großstadtbahnhöfen auch während der Corona-Pandemie nicht gebessert hat, wird der Ruf nach dauerhaften Waffenverbotszonen lauter.

Bahnhöfe als dauerhafte Waffenverbotszonen?

Andreas Roßkopf, Chef des Bereichs Bundespolizei bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP), ist dafür, große Bahnhöfe und ihr Umfeld dauerhaft zu Waffenverbotszonen zu machen. „Bundes- und Landespolizei sowie kommunale Ordnungsdienste müssen hier gemeinsam sicherere Orte schaffen“, sagte Roßkopf.

Ab Mittwoch werden zum insgesamt 13. Mal in NRW vorübergehende Verbotszonen in den Hauptbahnhöfen Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen eingerichtet, und zwar per Allgemeinverfügung der Bundespolizei. „Das gibt den Sicherheitskräften die Möglichkeit, verdachtsunabhängig zu kontrollieren“, erklärt Roßkopf. Mit den bisherigen Zonen habe man „gute Erfolge“ erzielt, sagt Anne Rohde, Sprecherin der Bundespolizeidirektion Dortmund. Die Bahnhofsbesucher äußerten „sehr viel Verständnis“.

Wie dringlich das Thema ist, zeigen Polizeieinsätze der vergangenen Wochen. Am Samstag wurde bei einem jungen Mann nach einem Raubversuch im Dortmunder Hauptbahnhof ein Küchenmesser gefunden. Im Januar entdeckten Beamte bei einer Kontrolle im Hauptbahnhof Gelsenkirchen einen Elektroschocker. In Dortmund bedrohte ein Schwarzfahrer einen Schaffner mit einem Jagdmesser.

Die Forderung, Bahnhöfe zu waffenfreien Zonen zu machen, wurde auch in einer Expertenanhörung des Landtags geäußert. Ein Problem dabei sind die unterschiedlichen Zuständigkeiten von Bundes- und Landespolizei, kommunalen Ordnungskräften und der Deutschen Bahn. Unbedingt müsse das Umfeld der Bahnhöfe mitberücksichtigt werden, sagen Experten.

Sicherheit an Bahnhöfen: SPD fordert mehr Videoüberwachung

Die SPD im Landtag hat eine Initiative für mehr Sicherheit und Sauberkeit in Bahnhöfen gestartet. Neben Waffenverbotszonen werden „Kümmerer“ für kleinere Stationen und mehr Videoüberwachung gefordert. Die Verkehrswende gelinge nicht, wenn sich die Menschen nicht in die Bahnhöfe trauten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Das Land hat gerade erst Waffenverbotszonen in Ausgehvierteln in Köln und in Düsseldorf eingerichtet. Frühestens Ende März soll es eine erste Bilanz geben, so ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Wegen der Pandemie und des schlechten Wetters seien zuletzt nur wenige Feiernde unterwegs gewesen.