Flughafen Köln/BonnZweites Sicherheitsunternehmen soll Kontrollen beschleunigen

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Hinter einem Absperrband, auf dem Köln Bonn Airport steht, stehen mehrere Personen.

Lange Warteschlangen vor der Sicherheitskontrolle wollen Bundespolizei und Flughafen auf jeden Fall vermeiden.

Wartezeiten von vier Stunden vor den Sicherheitskontrollen stellten die Passagiere im Sommer auf eine harte Probe. Das soll sich nun nicht wiederholen.

Vor dem Sommer-Reiseverkehr zieht die Bundespolizei am Flughafen Köln/Bonn die Reißleine und hat ein weiteres Sicherheitsunternehmen mit den Personen-und Gepäckkontrollen beauftragt.

Neben Securitas kontrolliert demnächst auch wieder I-Sec, die im letzten Sommer schon ausgeholfen haben, als die Not besonders groß war. Zustände wie damals wollen Flughafen, Airlines und Bundespolizei, die für die Sicherheitskontrollen verantwortlich ist, diese aber von privaten Firmen ausführen lässt, auf jeden Fall vermeiden.

Wartezeiten von vier Stunden vor den Sicherheitskontrollen stellten die Passagiere zumindest auf eine harte Geduldsprobe. Einige Passagiere reisten ohne Gepäck, weil das nicht rechtzeitig verladen werden konnte. Oder noch schlimmer: Andere konnten selbst nicht fliegen, weil sie nicht bis zum Abflug am Gate waren – ein klassischer Fehlstart in den Urlaub.

Mit dem Reiseverkehr wachsen die Schlangen

Doch kaum wächst der Urlaubsreiseverkehr, da wachsen auch wieder die Schlangen nicht nur am Flughafen Köln/Bonn, sondern auch in Düsseldorf. Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim hatte zuletzt schon wieder auf Wartezeiten von teils mehr als einer Stunde am Flughafen Köln/Bonn vor den Sicherheitskontrollen hingewiesen. In den letzten Tagen standen die Wartenden auch schon wieder quer durch das Flughafengebäude an, nachdem sich zahlreiche Mitarbeitende in der Kontrolle krank gemeldet hatten.

Sicherheitsunternehmen und Flughafen verweisen auch auf schwankende Passagieraufkommen – von Wochentag zu Wochentag und über die Tage verteilt. Das erschwere Planungen.

Für Tarim haben die Schlangen einen anderen Grund: Securitas habe zu wenig Personal. Zu sehr setze der Dienstleister auf Teilzeitkräfte. Die ließen sich aber nicht finden, weil die Arbeit dann unattraktiv sei angesichts oft langer Anfahrten zur Arbeit. Wechselnde Schichten oder kurze Abrufzeiten machten es auch äußerst schwer, einen weiteren Job zu finden.   Der sei nötig, um ein Auskommen zu haben.

Letztlich habe Securitas auch nach zwei Abmahnungen durch die Bundespolizei im abgelaufenen Jahr, Schwierigkeiten den Auftrag vertragsgemäß zu erfüllen. „Die Leidtragenden der Misere sind die Mitarbeitenden“, so Tarim. Für ihn gehören die Sicherheitskontrollen in die öffentliche Hand. In Bayern etwa kontrolliert eine Landestochter die Fluggäste.

Einen zweiten Dienstleister für den Sommer hatte sich der Flughafen für den Sommer bereits im Rundschau-Interview im Dezember gewünscht. Der Airport hat auch selbst Geld in die Hand genommen. Zehn Millionen Euro hat er investiert zur Stabilisierung des Betriebs, wie Flughafen-Chef Thilo Schmid bei der Vorlage der Bilanz   Anfang des Monats mitgeteilt hatte. Es gibt ein neues Kontrollzentrum für die Abläufe in den Terminals, Gepäckabgabe in Selbstbedienung, Info-Kioske oder ein neues System zur Bordkartenkontrolle. Fluggäste können auch Zeitfenster für die Sicherheitskontrolle online buchen.

Perspektivisch kann sich Schmid Kontrollen wie in Frankfurt vorstellen. Hier hat der Airport Einfluss auf Auswahl der Sicherheitsunternehmen   und kann moderne CT-Geräte kaufen, mit denen schneller kontrolliert werden kann.

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